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Wirtschaftsregion steuert zweite Etappe an

Westbrandenburg Wirtschaftsregion steuert zweite Etappe an

Die politischen Spitzen der Städte Brandenburg, Rathenow und Premnitz sowie des Landkreises Havelland haben sich am Mittwoch für eine Fortführung des Projektes "Wirtschaftsregion Westbrandenburg“ bis mindestens 2020 ausgesprochen. Die seit 2012 laufende Kooperation soll in die zweite Etappe gehen, gefördert mit knapp 400.000 Euro Landesmitteln.

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Menschlich passt es, sagt Dietlind Tiemann, hier mit (von links) Steffen Scheller, Andreas Ernst, Ronald Seeger und Ralf Tebling.
 

Quelle: Jürgen Lauterbach

Brandenburg/H.  Die politischen Spitzen der Städte Brandenburg an der Havel, Rathenow und Premnitz sowie des Landkreises Havelland haben sich am Mittwoch für eine Fortführung des Gemeinschaftsprojektes Wirtschaftsregion Westbrandenburg“ bis mindestens 2020 ausgesprochen. Die seit 2012 laufende Kooperation soll in die zweite Etappe gehen, gefördert mit den zugesagten knapp 400 000 Euro Landesmitteln.

Als Erfolg preisen die beteiligten Stadtoberhäupter Dietlind Tiemann (CDU), Ronald Seeger (CDU) und Ralf Tebling (SPD) den gemeinsamen Berufemarkt, der mit Unternehmensbesuchen ausbildungswilliger junger Leute verbunden ist und guten Anklang findet. Im Übrigen besteht der Erfolg im Wesentlichen darin, dass die Kommunalpolitiker der drei Städte mit Unterstützung des Landkreises Havelland den Willen zu gemeinsamer Wirtschaftspolitik in der Region haben und ausbauen wollen.

 Brandenburgs Oberbürgermeisterin Tiemann stellte fest, dass die Zusammenarbeit allein schon auf menschlicher Basis gut funktioniere. Rathenows Rathauschef Seeger assistierte mit der Bemerkung: „Die gemeinsame Wirtschaftsregion ist nach wie vor ein tolles Projekt“. Der Premnitzer Bürgermeister Tebling bestätigt die Einschätzung zwar, spricht aber lieber noch von einer „flüchtigen Bekanntschaft“, die einige Erfolge wie die gemeinsame Buga vorzuweisen habe. Konfliktpotenzial entdeckt Tebling bezogen auf den öffentlicher Nahverkehr und den konkurrenzbehafteten Gesundheitsmarkt.

Der Wille zu gemeinsamer regionaler Wirtschaftspolitik zeige sich nicht nur bei dem Berufemarkt, sondern auch in Bezug auf das gemeinsame Industrie- und Gewerbeflächenportal, mit dem die Kommunen Egoismen beiseite räumen möchten, wie Brandenburgs Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) sagte. Die Idee dahinter ist, dass Investoren, die in einer der drei Städte keine geeignete Fläche finden, auf alternativen Standorte in den anderen beiden Städten verwiesen werden. Konkret bewähren musste sich dieser Ansatz in der Praxis noch nicht.

Als greifbaren Erfolg bewerten die Politiker die gemeinsame „lokale Jobbörse“, die als Fachkräfteportal helfen soll, den benötigten Nachwuchs für die Unternehmen der Region zu sichern. Hinzu gekommen ist inzwischen ein „Netzwerk“ mit dem Ziel, bei jungen Leuten für die zukunftsträchtigen Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu werben.

Die Wirtschaftsregion Westbrandenburg sieht sich einer zuletzt positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gegenüber, aber auch einer Bevölkerungsprognose für 2030, die durch „Überalterung“ gekennzeichnet ist, ganz extrem in Premnitz. Dort wird es der Prognose zufolge in 14 Jahren bei deutlich sinkender Einwohnerzahl mehr Rentner geben als Menschen, die für eine Ausbildung oder das Arbeitsleben in Frage kommen.

Stahlproduktion im Brandenburger Riva-Werk

Stahlproduktion im Brandenburger Riva-Werk.

Quelle: dpa

Brandenburg/Havel und Rathenow sind in dieser Hinsicht zwar besser dran, aber auch auf die beiden größeren Städte kommen Nachwuchssorgen , wenn erstens die Einwohnerzahl sinkt und zweitens der Anteil der Rentner von etwa einem Viertel der Gesamteinwoherzahl auf ein Drittel steigt.

Die Politiker ziehen daraus die Schlussfolgerung, dass sich die ganze Region anstrengen muss, Fachkräfte von außen anzuwerben und ehemalige Bewohner, die fortgezogen sind, für die drei Städte zurückzugewinnen.

Der Landkreis Havelland ist in dem regionalen Gemeinschaftsprojekt so etwas wie der teilnehmende Beobachter, der die Verflechtung der Städte mit jährlich 10 000 Euro unterstützt. Wirtschaftsdezernent Andreas Ernst hält es wegen der Rahmendaten für notwendig, dass sich der Landkreis wirtschaftspolitisch mehr für das westliche als für das ökonomisch stärkere östliche Havelland engagiert.

Die freiwillig eingegangene Partnerschaft der drei Städte soll bis 2020 als Kooperation fortbestehen und nicht in eine festere organisatorische Form gegossen werden, etwa als GmbH oder Zweckverband.

 Nach der EU-weiten Ausschreibung und Vergabe startet die zweite Projektphase auf den Gebieten Regionalmarketing,Fachkräftesicherung, Gewerbeflächenmanagement, Wirtschaft/Wissenschaft und Tourismus im Juli 2017.

Von Jürgen Lauterbach

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