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Brandenburg/Havel Wirtschaftsregion zündet noch nicht
Lokales Brandenburg/Havel Wirtschaftsregion zündet noch nicht
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17:50 06.10.2016
Die Wirtschaftsregion Westbrandenburg wäre gern ein guter Platz für Fachkräfte. Daran wollen die drei beteiligten Städte weiter arbeiten. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Die Wirtschaftsregion Westbrandenburg mit den Städten Brandenburg/Havel, Rathenow und Premnitz ist in den vergangenen fünf Jahren zwar stärker geworden, ist aber als etablierte Marke noch längst nicht in den Köpfen der Menschen angekommen, schon gar nicht bei Unternehmern. Das neue Entwicklungskonzept verbreitet in Grenzen Optimismus, weist zugleich aber auf erhebliche Zukunftsrisiken hin.

Mit einer 400 000-Euro-Förderung des Landes arbeiten die genannten drei Städte seit Dezember 2012 auf vertraglicher Grundlage als „Wirtschaftsregion Westbrandenburg“ zusammen, um sich im Standortwettbewerb besser zu behaupten, eine „Marke“ zu werden und gemeinsam Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Infrastrukturprobleme zu lösen.

Roy Wallenta (Ex-Bürgermeister Premnitz), Dietlind Tiemann und Ronald Seeger (Rathenow) wollen die Region eigentlich einen. Quelle: Giese

Die Stadtverordneten haben vor einigen Tagen der Fortschreibung des Entwicklungskonzepts zugestimmt. Die drei Städte wollen also gemeinsam weitermachen und dafür bis 2020 erneut Fördergeld vom Land erhalten.

Die Autoren des 120-Seiten-Konzepts, das mit Unterstützung der Gesellschaft IPG entstanden ist, kommen zu dem Zwischenergebnis, dass sich die Stärken und Chancen für die Region mit ihren gut 100 000 Einwohnern seit 2011 verbessert hätten und Schwächen abgebaut worden seien.

Die Dachmarke ist weithin unbekannt

Ansässige Unternehmen haben noch keine Vorstellung, wer oder was die Wirtschaftsregion Westbrandenburg ist. Die gewerbliche Wirtschaft denke und handele noch nicht regional, heißt es in dem erwähnten Entwicklungskonzept.

Viele Unternehmen kennen die Wirtschaftsregion als Marke nicht oder bringen sie mit anderen Landesteilen in Verbindung, heißt es. im Kapitel Wirtschaftsförderung.

Die Autoren der Analyse fordern, dass die „Dachmarke weiter profiliert und am Markt platziert werden muss“.

Die personelle Ausstattung der Wirtschaftsförderungen reichten für diese Aufgabe aber nicht aus.

Vor allem Brandenburg/Havel habe „gute bis sehr gute Chancen, dass Menschen aus der Hauptstadtmetropole hinzuzuziehen“. Premnitz hingegen erscheint in der Zwischenbilanz an mehreren Stellen als Sorgenkind.

Positiv vermerken die Autoren, dass der Bevölkerungsrückgang in der Wirtschaftsregion anhält, aber im laufenden Jahrzehnt nicht mehr so hoch ist wie zuvor. Allerdings sei mit einer negativen Entwicklung bis 2030 zu rechnen, vor allem in Premnitz mit einem Rückgang um 20 Prozent, während Brandenburg/Havel nur 9 ihrer Bevölkerung und Rathenow 12 Prozent verlören.

Was die Entwicklung des Arbeitsmarktes angeht ist sie in der Wirtschaftsregion Westbrandenburg schwächer als im Land Brandenburg insgesamt. Nur Brandenburg/Havel liegt mit einem Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von 7,7 Prozent zwischen 2010 und 2015 knapp über dem Landesdurchschnitt von 7,3 Prozent.

Die Stadt hat sich den vorgelegten Zahlen zufolge mit den Schwachen des Havellandes verbündet. Rathenow mit einem Plus von 1,5 Prozent und Premnitz mit einem Minus von 0,5 Prozent bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hinken deutlich hinterher. Zum Vergleich: Der gesamte Landkreis Havelland verzeichnet im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von 14,7 Prozent.

Aus einer ganzen Menge von Zahlen und Daten ragen in dem aktuellen Konzept einige Erkenntnisse heraus. Der gemeinsame Berufemarkt sei erfolgreich, heißt es. Dabei machen allerdings die Fachkräftebedarfsanalyse und 40 Fachgespräche mit Unternehmen deutlich, dass sich die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften seit 2011 stärker zum Problem entwickelt hat und weiter entwickeln wird.

Die Unternehmen haben aktuell zwar noch hoch qualifiziertes Personal. Doch der Altersdurchschnitt von Mitarbeitern und Geschäftsführern ist hoch. Nachwuchs ist auch deshalb schwer zu gewinnen, weil das Lohnniveau verglichen mit Westdeutschland „sehr niedrig“ sei.

Weil der Anteil von Beschäftigten über 55 Jahre hoch ist und weiter steigt, gleichzeitig wenig Nachwuchs nachrückt, werden der Stadt Brandenburg in zehn bis zwölf Jahren fast 6000 Arbeitkräfte fehlen, das sind 21 Prozent.

In Rathenow sieht es mit einem Verlust von 22 Prozent (2000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) ähnlich aus. In Premnitz fehlt gar ein Viertel der Fachkräfte, also rund 500 Menschen, die nicht mehr regulär arbeiten gehen werden.

Ein Rezept dagegen scheint es nicht zu geben. Auf eigener Kraft schafft es die Region nicht, sie ist dem Konzept zufolge auf Zu- und Rückwanderung angewiesen und muss dafür werben. Selbst Brandenburg/Havel mit einer relativ guten Zahl an Schulabsolventen kommt nicht hinterher, den Abgang der Älteren in die Rente auszugleichen.

Als Arbeitsplatzmagnet für außerhalb lebende Menschen ist die Wirtschaftsregion Westbrandenburg noch nicht voll entwickelt. Zwar verzeichnen die Statistiker einen Anstieg der Ein- und Auspendler. Doch prozentual betrachtet pendelten im Jahr 2015 deutlich weniger Menschen zum Arbeiten in die Region als noch 2010. Das positive Pendlersaldo habe in den fünf Jahren um mehr als 28 Prozent abgenommen, heißt es.

Von Jürgen Lauterbach

Sie ist studierte Juristin und Hundeverhaltenstrainerin: Juliane Nowakowski hat vor zehn Jahren eine Hundeschule in Deetz (Potsdam-Mittelmark) eröffnet. Entspanntes Toben, auch das können Vierbeiner bei ihr lernen. Ein Hund allerdings, Goethe, beißt sich dabei auf die Zunge. Er muss noch viel lernen.

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