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Wo aus alter Kunst neue wird

Brandenburg an der Havel Wo aus alter Kunst neue wird

Eine neue Sicht auf alte Kunst? Wie das geht, zeigt eine neue Ausstellung in Brandenburg an der Havel. Am Samstag eröffnet der Berliner Foto- und Installationskünstler Ingo Mittelstaedt seine Schau„Korridor“ im Dom und lässt mit Hilfe eigener Fotoarbeiten die dortigen Ausstellungsstücke in einem völlig neuem Licht erscheinen.

 

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Ingo Mittelstaedt mit seinen Fotoarbeiten, die er mit Ausstellungsstücken im Dom kombinieren wird.

Quelle: Tobias Wagner

Brandenburg/H. Für jeden Kunstinteressierten, der auch einmal seine Perspektive auf die Kunst verändern möchte, eröffnet der Berliner Foto- und Installationskünstler Ingo Mittelstaedt (39) im Brandenburger Dom seine Ausstellung „Korridor“.

„Ich möchte Museen verbinden, aber auch die Natur mit einbeziehen“, erklärt Ingo Mittelstaedt seinen Ansatz. Die Vernissage beginnt an diesem Samstag um 16 Uhr.

Katja Blomberg, Leiterin des Museums Haus am Waldsee in Berlin-Zehlendorf übernimmt die Einführung. Die Begrüßung übernehmen der Domkurator Cord-Georg Hasselmann und Pfarrer Christhard-Georg Neubert. Er ist auch Direktor der Stiftung St. Matthäus. Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober im Rahmen des Projektes „Expeditionen. Künstlerische Erkundungen im Reformationsland“ zu sehen.

Mittelstaedt, der im vergangenen Jahr in der viel beachteten Ausstellung „Chinese Whispers“ im Berliner Haus am Waldsee die Kollektion des Berliner Kunstsammlers Peter Raue im Zusammenspiel mit eigenen Fotoarbeiten kuratierte, präsentiert seine Werke in den Fluren des Doms.

„Ich verbinde meine Fotos von Skulpturen in ihrem Ausstellungsumfeld auf künstlerische Art und Weise mit lokalen Ausstellungsstücken, um etwas völlig Neues zu erschaffen“, sagt Mittelstaedt. Museumsstücke, Fundstücke und eigene Fotografien verschmelzen so zu spannungsreichen Bildkompositionen, die einen künstlerischen Transitraum, einen Korridor, durch den Brandenburger Dom legen.

Das Foto einer im Krieg zerstörten Skulptur erhält so etwa in Kombination mit einem weiteren, sich über die Jahrhunderte veränderten Ausstellungsstück vor Ort eine völlig neue Assoziation.

Um seine Arbeiten perfekt in Szene zu setzen, hat sich Mittelstaedt bereits seit Monaten auf der Dominsel vorbereitet und zahllose Stunden im Brandenburger Dom verbracht. Eigens zu diesem Zweck wurde ihm ein Arbeitszimmer und eine Schlafstätte auf dem Domareal zur Verfügung gestellt, die er bereits im Mai und um Juli für jeweils 3 Wochen genutzt hatte.

Für Mittelstaedt, ursprünglich aus der Stillleben-Fotografie kommend, sei der „Dom zwar auch ein religiöser Ort, aber hauptsächlich Museum“. Seine Werke sind also losgelöst vom religiösen Hintergrund zu betrachten. Wichtiger sei die Frage, wie er seine Fotoarbeiten am besten einsetzen könne. „Meine Fotografien sind in schwarz-weiß aufgenommen, um Uniformität zu gewährleisten, es geht um Farbe und Form.“

Er spielt zudem mit dem Wert von Objekten und rückt dazu scheinbar wertlose Fundstücke so ins Licht, das diese wie etwas Wertvolles erscheinen.„Es geht viel ums Sehen“, sagt Mittelstaedt, dessen erste Fotos bereits 2011 in den Museen hingen. Neben seiner Ausstellung im Dom möchte der Künstler noch zusätzlich in der Stadt aktiv werden.

Ab Montag, 11. September, wird Mittelstaedt mit der Kunstlehrerin Ingeborg Lockemann und Schülern der 11. Klassen des Evangelischen Domgymnasiums in Brandenburg in der Petrikapelle Arbeiten nach dem selben Prinzip anfertigen, welches sich durch seine eigene Ausstellung zieht. „Ich will schließlich nicht nur machen, sondern auch inspirieren“, so der Künstler.

Von Tobias Wagner

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