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Brandenburg/Havel Wo gedrechselt wird, fallen Späne
Lokales Brandenburg/Havel Wo gedrechselt wird, fallen Späne
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13:42 01.07.2015
Drechslermeister Steffen Huber bei der Arbeit. Quelle: privat
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Ziesar

„Ich wollte Drechsler werden seit ich 14 bin“, sagt Steffen Huber. Nun ist er 50 und seit 25 Jahren Meister. Seinen Brief hat er in den letzten Tagen vor der Währungsunion erhalten. „Ich bin noch ein Handwerksmeister der DDR“, sagt er und findet es gut. Damals habe der Fokus auf Sauberkeit und Maßhaltigkeit von Holzbauteilen gelegen, heute auf Formgebung und Design.

Dass das Drechslerhandwerk stark trendabhängig ist, musste Huber selbst mehrfach erfahren. „Am Anfang habe ich alles gemacht“, erzählt der gebürtige Brandenburger, der seine Ein-Mann-Firma 1988 in Ziesar gründete. Das Haus im Wallgraben kaufte er von einer älteren Dame, dessen Stiefvater Tischlermeister Karl Gropler war. Dessen Werkstatt baute der junge Geselle mit dem damals knappen Material um und modernisierte sie. Für Kunstgewerbeläden fertigte er Raum- und Tafelschmuck, drechselte Pfeifenständer für den Nahrungs- und Genussmittel-Großhandel. Als er sich einen Kundenstamm aufgebaut hatte, kam die Wende und alles ging den Bach runter.

Huber hat seine Nische gefunden

„Mit ganz wenig Geld und vielen Problemen, musste ich mich neu orientieren“, erzählt Huber, der sich fortan auf Treppengeländer spezialisierte. Mit der Trendwende um 2000 herum brach auch dieser Markt weg. „Verschnörkelte Holzstäbe waren nicht mehr gefragt, sondern glatte aus Stahl und Glas.“ Außerdem wurde durch die Energiewende bei der Altbausanierung das Augenmerk auf energetische Maßnahmen gelegt.

Inzwischen hat er seine Nische in der Formgestaltung und Produktentwicklung gefunden. Ab und zu kämen zwar noch Treppenbauer, doch seine Kunden sind jetzt vor allem Designer und Künstler aus Deutschland, sogar aus den USA und aus Skandinavien. Zum Beispiel fertigte Huber Lampenfüße für einen dänischen Gestalter. Aktuell seien es moderne Kunstobjekte, die er nach Zeichnung „als ausführender Handwerker“ für einen Amerikaner baut, der vermutlich im Herbst eine Ausstellung plant.

Das Drechslerhandwerk will Huber zwar noch nicht als aussterbendes Handwerk bezeichnen, aber als bedrohtes. Vor zehn Jahren trat er als Obermeister der Landesinnung Brandenburg die Nachfolge von Meister Joachim Schünemann aus Göttin an, bei dem er in die Lehre ging. Heute seien nur noch neun Betriebe in der Innung, davon zwei aus Berlin und eine Firma aus Sachsen-Anhalt. Zur Gründung 1990 seien es noch 35 Mitglieder gewesen. „Eine dramatische Entwicklung.“

Bis 2007 selbst ausgebildet

Neben Betriebsaufgaben ist der berufsständische Nachwuchs ein großes Problem. „Denn es gibt immer weniger herkömmliche Drechslereien, die immer weniger junge Leute ausbilden“, beschreibt er das Dilemma. Bis 2007 bildete Huber selber aus. „Jetzt nicht mehr, weil die Zeit zu unsicher geworden ist.“ Zur prekären Situation habe auch die Handwerksnovelle 2004 mit der Abschaffung des Meisterzwangs in 53 Gewerken beigetragen, wozu die Drechsler gehören.

„Es war mein Traumberuf und ist nach wie vor ein wunderschönes Handwerk“, sagt Huber. In der Ausdünnung sieht der Obermeister aber auch Zukunftschancen, „weil sich mehr Arbeit auf weniger Betriebe konzentriert“.

Von Claudia Nack

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