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Brandenburg/Havel Wo hundert schöne Hexen tanzen
Lokales Brandenburg/Havel Wo hundert schöne Hexen tanzen
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00:17 04.05.2017
Nein, das ist nicht der Brocken im Harz: Dieser Hexentanzplatz ist im Brandenburger Slawendorf. Quelle: Christine Lummert
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Brandenburg/H

So richtig gruseln konnte man sich beim Hexenfest im Slawendorf in Brandenburg nicht! Dafür waren zu viele kleine Hexen und Zauberer mit strahlend gut gelaunten Gesichtern zwischen den historischen Holzhütten unterwegs.

Mit den Eltern im Schlepptau entdeckten die Kleinen die verschiedenen Spiel- und Bastelstationen. Da blieb vom vermeintlichen Schrecken der Walpurgisnacht am Vorababend des 1. Mai nur wenig übrig. Die Kinder konnten sich beim Bogenschießen und Büchsenwerfen versuchen, auf geduldigen Ponys eine Runde reiten, sowie aus Kochlöffeln und Stoffresten Hexenfiguren herstellen oder einen Pappteller mit bunten Farben und ein bisschen Kleber in langbeinige Spinnen verwandeln. Außer Erinnerungen nahmen die Kinder diese selbst gemachten Souvenirs mit nach Hause.

Axel Krause, Geschäftsführer des Humanistischen Regionalverbandes Brandenburg/Belzig, hatte zum 17. Mal die Träger der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Brandenburg aktiviert und zum Hexenfest ins Slawendorf eingeladen. „Von Jahr zu Jahr steigert sich Besucherzahl“, stellte Krause bei einem Blick auf das Gewusel der Veranstaltung fest. Besonders beliebt ist immer wieder der große Hexenumzug zum Abschluss des Festes, der in diesem Jahr unter dem Motto „Hexen, Feen, Teufel und Riesen“ stand und durch den Humboldthain führte. Mit dem Umzug wird auch an die Anfänge des Hexenabends in der Havelstadt erinnert, denn schon in den 1920er Jahren verkleideten sich viele Kinder in der Walpurgisnacht und zogen um Süßigkeiten bittend durch die Straßen.

Am Sonntag sorgten auf dem großen Festplatz im Slawendorf vor allem die Hexe Baba Jaga (Sylvia Knetsch) und Räuber Raudibald (Wolfgang Schulz) für gute Stimmung. Bevor gemeinsam mit den Kindern gesungen und getanzt wurde, musste sich Räuber Raudibald in ein schlimmes Schicksal fügen. Baba Jaga trat mit weißer Schleppe, Brautstrauß und Blumenkindern vor ihr Hexenvolk und war erst zufrieden, als Raudibald ihr widerwillig sein Jawort gab und den Schleier lüftete. Vom Blick auf die längste Hakennase, die je ans Tageslicht kam, dürfte sich der Bräutigam noch immer nicht erholt haben. Zur liebgewonnenen Tradition des Hexenfestes zählt auch der in jedem Jahr symbolisch ausgetragene Kampf zwischen Sommer und Winter.

Schwer bewaffnet und von hunderten Kindern angefeuert, balgten sich die Widersacher um die Macht. Schlittenfahren und Schneeballschlacht waren bei weitem nicht so beliebt wie kurze Hosen und das Schwimmen im Badesee. Der Sommer triumphierte und der Winter musste zurück an den Nordpol.

Von Christine Lummert

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