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Brandenburg/Havel Wo ist unser Sex geblieben?
Lokales Brandenburg/Havel Wo ist unser Sex geblieben?
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15:35 05.02.2017
Wochenend-Besuch unter Paaren – Bei wem hält die Libido noch an, bei wem ist sie schon eingeschlafen? Quelle: Ruediger Boehme
Brandenburg/H

„Meine Ehe funktioniert nicht, aber geht gut“, sagt Andrew Hobbs in der Mittsommernachts-Sex-Komödie von Woody Allen, die das Theater Poetenpack am Wochenende im Großen Haus des Brandenburger Theaters aufgeführt hat.

Wer kennt diese Erfahrung nicht? Erst hängt der Himmel voller Geigen, aber plötzlich ist alles anders. Die Leichtigkeit des Seins ist weg. Der Sex wird zur lästigen Pflichterfüllung, dem Mann oder Frau immer öfter eine Kopfschmerztablette vorzieht. Doch trotz hoher Scheidungsraten halten erstaunlich viele Paare an ihrer Ehe fest, eben weil es gut geht. Der Sex fehlt? Na und?

So geht es auch Adrian (Gislén Engelmann, die in ihrer Rolle mal spröde, mal draufgängerisch auftritt) und Andrew Hobbs (Jörg Vogel, der den Woody Allen gibt). Sie führen ein harmonisches Leben in einem schönen Haus in einem zauberhaften Wald. Den erfolgreichen New Yorker Börsenmakler lernen die Zuschauer in dem Stück nur als leidenschaftlichen Erfinder kennen, der mit seinen Erfindungen zumeist scheitert. Adrian fühlt sich schuldig an der sexuellen Abstinenz in ihrer Ehe, die nun schon ein halbes Jahr andauert. Und wer weiß? Vielleicht ist sie es ja auch.

Wochenend-Besuch steht ins Haus. Maxwell Jordan (Reiner Gabriel spielt den Macho lebensecht), ein sexsüchtiger Arzt und seine sehr junge Freundin, die sexy Krankenschwester Dulcy Ford (hinreißend authentisch verkörpert von Clara Schoeller) genießen Sex in vollen Zügen und schämen sich kein bisschen für ihren zügellosen Lebenswandel. Er trennt Liebe und Sex. Eine langfristige Bindung oder gar Ehe kann sich Maxwell überhaupt nicht vorstellen. Er wird sich noch wundern.

Und dann kommt sie. Ariel Weymouth (Nadine Rosemann). Das Luftwesen, das in der Inszenierung des Poetenpacks allerdings ziemlich geerdet wirkt, wird begleitet von dem Philosophen Leopold Sturgis (Willi Händler), dem sein Ruf als Autor ungenießbarer Bücher vorauseilt. Die Beiden wollen am nächsten Tag heiraten. Doch von Liebe oder Leidenschaft füreinander merkt man ihnen nichts an. Um so mehr brennt Ariel für Andrew, mit dem sie vor Jahren schon einmal in diesem Haus im Wald war. Doch Andrew hatte damals keine Traute, mit ihr zu schlafen. Erst später hat er erfahren, dass sie es mit nahezu jedem tat. Seitdem bereut er seinen damaligen Verzicht. Haben die Beiden noch eine Chance? Und was wird aus Leopold?

Im Laufe der Nacht fallen die Masken und manch Brunftschrei der Wollust zerreißt die Waldesstille. Daran scheint Puck (Arne Assmann) aus dem Shakespearischen Sommernachtstraum nicht ganz unschuldig zu sein, der den nächtlichen Wald unsicher macht. Er betört mit magischen Klängen aus der Feder von Bardo Henning und bringt alle mit seinem Spiel des Saxophons, der Flöte, des Klaviers, der Gitarre und des Akkordeons, schwer durcheinander. Doch zum Schluss bekommt jeder, was er (oder sie) verdient, gleich und gleich gesellt sich gern und manch ein Todesfall passiert unter überaus glücklichen Umständen.

Regisseur Andreas Hueck hat das witzige Stück spritzig und temperamentvoll, aber angenehm Klamauk frei inszeniert. Das Bühnenbild von Janet Kirsten ist nahezu genial. Schnörkellos, einfallsreich und stimmig stellt es sich in den Dienst der Handlung.

Am Samstag, 1. April, führt das Poetenpack das Stück um 19.30 Uhr noch einmal im Großen Haus des Brandenburger Theaters auf. Unbedingt anschauen!

Von Ann Brünink

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