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Brandenburg/Havel Wobra verkauft Bavaria-Blocks
Lokales Brandenburg/Havel Wobra verkauft Bavaria-Blocks
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00:18 09.03.2017
Bavaria-Block in der Willibald-Alexis-Straße. Quelle: Jacqueline Steiner
Brandenburg/H

„Wir haben unsere Handlungsfähigkeit zurück“, verkündete ein sichtlich entspannter Stephan Falk, Chef des städtischen Wohnungsbauers Wobra, am Montagnachmittag. Das Thema „Bavaria“ ist Geschichte. Stunden vorher hatte die TAG Immobilien AG (TAG) in Hamburg den Kauf eines Wohnimmobilienportfolios mit 1441 Wohnungen und einer vermietbaren Fläche von rund 73300 Quadratmetern in der Stadt Brandenburg an der Havel beurkundet und verkündet. Der Kaufpreis beläuft sich auf 41,9 Millionen Euro. Die Jahresnettokaltmiete beträgt in diesem Portfolio derzeit etwa 3,42 Millionen Euro. Der Leerstand liegt aktuell bei rund 19,3 Prozent.

Seit fast 20 Jahren hatte die Bavaria der Wobra und der Stadt häufig die Luft zum Atmen genommen und jährlich Millionen gekostet. Die Wobra war Ende der 1990er-Jahre im Zusammenhang mit der Kernsanierung der überwiegend im Stadtteil Hohenstücken gelegenen Objekte langfristige Bindungen mit einem Bavaria-Fonds eingegangen. Diese Verträge erwiesen sich schon nach kurzer Zeit als Katastrophe: Die Wobra hatte dem Fonds eine Vollvermietung und eine jährliche Mietsteigerung vertraglich zugesichert und zahlte für dieses Versprechen Jahr für Jahr Millionen.

Um eine Insolvenz der Wobra zu verhindern, übernahm später die Stadt ein so genanntes „abstraktes Schuldanerkenntnis“. Das rettete die Wobra. Nicht aber die Stadtkasse, über die Klaus Deschner (SPD) als Kämmerer wachte, als seinerzeit die Verträge abgeschlossen wurden. Nach seiner aktiven Zeit in der Verwaltung übernahm Deschner die Geschäftsführung des Insolvenz gefährdeten Wohnungsbauers Wobra und sicherte dessen Existenz.

Sich von den Bavaria-Verträgen zu lösen, gelang aber erst seinen Nachfolgern Stephan Falk und dem Stadtkämmerer Steffen Scheller, die – Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) hatte dafür die Türen in Berlin aufgestoßen – ein Jahr lang verhandelten und jetzt den Deal zum Abschluss brachten.

Mit der Bavaria konnte nun eine Einigung über die vorzeitige Ablösung dieser Verpflichtungen erreicht werden. Die wirtschaftlichen Belastungen von der Wobra und der Stadt Brandenburg liegen künftig erheblich unter denen, die bis zum zunächst vereinbarten Ende im Jahr 2028 noch entstanden wären, sagt Falk. Die privaten Investoren haben zum Schutz der Mieter eine Sozialcharta akzeptiert, deren langfristige Beachtung zudem durch Vertragsstrafen abgesichert ist, teilt die Wobra weiter mit. Bis Ende Juni dieses Jahres verwaltet die Wobra auch noch die Bestände.

Die Stadt Brandenburg, die Wobra und die TAG haben sich vorgenommen, den Stadtteil Hohenstücken – in welchem die Bavaria-Bestände überwiegend liegen – weiter zu entwickeln. Dafür werden zahlreiche Wohnungen durch Abriss vom Markt genommen. Die TAG wird sich am Stadtumbau im eigenen wirtschaftlichen Interesse mit erheblichen Mitteln beteiligen, sagt Stephan Falk. In diesem Zusammenhang übernimmt die Wobra von der TAG 534 aus deren Alt-Bestand , die in den nächsten Jahren abgerissen werden.

Der Zeitplan dafür steht, Details der Umsetzung und der weiteren Stadtentwicklung sind allerdings noch mit den entsprechenden Gremien der Stadt noch zu erarbeiten und abzustimmen, heißt es in einer Erklärung der Wobra. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Vorfeld dem Deal zugestimmt allerdings gefordert, dass vom Abriss betroffene Mieter mindestens gleichwertige Wohnungen zu möglichst unveränderten Konditionen in dem Stadtteil Hohenstücken – oder auf Wunsch des jeweiligen Mieters – auch in anderen Stadtteilen von der Wobra angeboten werden.

Die Wobra wird den Mietern durch ein Umzugsmanagement behilflich sein, sicherte Falk gestern zu. Allerdings stehen 2017 noch keine Abrisse an.

Nicht nur die Wobra, auch die TAG, die schon die früheren Wofü-Wohnungen ihr Eigen nennt, ist mit diesem und einem weiteren Ankauf zufrieden. So teilt Claudia Hoyer, die das operative Geschäft bei der TAG leitet, jetzt mit: „Die aktuellen Akquisitionen passen ausgezeichnet in unsere schon bestehenden Verwaltungsstrukturen und weisen mit im Durchschnitt mehr als 8 Prozent attraktive Bruttoanfangsrenditen auf. Zudem können wir durch die noch vorhandenen Leerstände weitere Potentiale heben. Insgesamt haben wir damit von November 2016 bis Februar 2017 über 3000 Wohnungen erworben. Im Verbund mit einem starken organischen Wachstum wird das unsere Ergebnisse und Cashflows weiter stärken.“

„Es war ein schmales Zeitfenster, das wir nutzen konnten. Die Berlinnovo und die TAG haben sich dabei als faire aber harte Gegenüber erwiesen“, sagen Falk und Scheller unisono. Die Berlinovo, die für die Bavaria die Geschäfte besorgt, braucht Geld für neue Sozialwohnungen in der Hauptstadt. Die TAG hat, soweit waren die Verhandlungen bereits im Dezember gediehen, die Immobilien ohne den „Horror-Vertrag“ übernommen und ihrerseits 534 schwer vermietbare Wohnungen aus dem eigenen Bestand an die Wobra übergeben.

Von Benno Rougk

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