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Wölfe überfallen Hof und reißen vier Schafe

Erneuter Vorfall im Kreis Potsdam-Mittelmark Wölfe überfallen Hof und reißen vier Schafe

Die Überfälle von Wölfen im Kreis Potsdam-Mittelmark reißen nicht ab. Am späten Samstagabend haben die Räuber Schafe auf einem naturnahen Wohngrundstück in dem kleinen Weiher Müggenburg bei Golzow angegriffen. Zwei getötete Muttertiere wurden im Wald zurückgelassen. Von zwei Lämmern fehlt jede Spur.

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Lothar Jordan vor einem seiner toten Mutterschafe.

Quelle: FOTO: F. Bürstenbinder

Golzow. Zum Schauplatz eines schaurigen Ereignisses wurde am späten Samstagabend ein naturnahes Wohngrundstück in dem kleinen Weiher Müggenburg bei Golzow. Wölfe haben das abgelegene Anwesen von Lothar Jordan (56) überfallen. Die Räuber verschleppten und töteten vier Kamerunschafe. Zwei Muttertiere wurden von den Wölfen in den benachbarten Wald gezerrt. Ihre Beute ließen sie rund 100 Meter von Jordans Haus zurück. Einem Schaf fehlte der Kopf. Ein drittes Muttertier überlebte den Angriff mit schweren Verletzungen am linken Hinterbein. Es wird wohl eingeschläfert werden müssen. Von zwei geraubten Lämmern fehlt jede Spur.

Jordan entdeckte das Massaker am Sonntagfrüh. „Von sieben Tieren fehlten vier. Ich dachte zunächst die Schafe sind stiften gegangen“, berichtete der Golzower. Als er sich auf die Suche nach ihnen machte, fielen ihm lärmende Kolkraben auf.

Die Vögel und Schleifspuren auf einem Waldweg führten Jordan zu den beiden blutigen Kadavern der Muttertiere. „Es ist entsetzlich. Die Wölfe vermehren sich ungehindert und werden immer frecher“, beklagte sich Jordan. Allerdings hatten die Räuber mit den Schafen leichtes Spiel. Die Tiere waren in der Nacht nicht im Stall. Vom doppelt gespannten Weidezaunband ließen sich die Wölfe nicht abhalten. Es führte keinen Strom.

Bissverletzungen bei einem Mutterschaf

Bissverletzungen bei einem Mutterschaf.

Quelle: Frank Bürstenbinder

„Normalerweise ist hier niemand, vor dem man Angst haben müsste“, sagte der Tierhalter der MAZ. Allerdings häufen sich seit Monaten in der Gemarkung die Sichtungen von Wölfen selbst am Tage. Zur Begutachtung des Vorfalles hat Jordan einen Gutachter nach Müggenburg gebeten. Eine behördliche Stellungnahme liegt noch nicht vor. Neue Schafe will sich der Golzower nicht anschaffen: „Dann müsste ich aus meinem Grundstück eine Festung machen. Das möchte ich nicht.“

Neu sind Wolfsüberfälle im Raum Golzow-Brück nicht. Das auf dem Truppenübungsplatz Lehnin beheimatete Rudel hatte vor den Osterfeiertagen mehrfach für Unruhe in der Gemarkung gesorgt. Immer wieder werden insbesondere Schafe zu Opfern der Wölfe. Diese lassen sich auch von herannahenden Menschen nicht beim Fressen stören.

So erging es zum Beispiel Lutz Vollstädt, der einen Reitstall am Antennenmessplatz bei Brück betreibt. Er verlor kürzlich sechs von zehn Schafen. In Hackenhausen bei Brück wurde eine Kuh, die am Vortag gekalbt hatte, in der folgenden Nacht von Wölfen bei lebendigem Leib aufgefressen.

Das Landesumwelt rät allen Tierhaltern schon lange ihre Einfriedungen und Umzäunungen wolfssicher zu machen. Immer noch gebe es Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen, so der Sprecher des Landesamtes, Thomas Frey.

Von Frank Bürstenbinder

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