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Brandenburg/Havel Woher nehmen? 2,6 Millionen für Plauer Brücke
Lokales Brandenburg/Havel Woher nehmen? 2,6 Millionen für Plauer Brücke
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17:03 29.08.2018
Auf die Plauer Brücke hatte die Bürgerinitiative Samstag zum Brückenpicknick eingeladen. Die Mehrkosten für die Sanierung des Denkmals störten an diesem Tag niemanden. Quelle: Tobias Wagner
Plaue

Was kostet die Welt? Diese Frage schienen sich beim Brückenpicknick auf der maroden Plauer Brücke die 300 Bürger an 43 Tischen nicht zu stellen. Seit Jahrzehnten rostet das Denkmal vor sich hin. Vor ein paar Jahren hatte sich eine muntere Schar Plauer und Kirchmöseraner Bürger gefunden, die seither laut Werbung für die Sanierung des verrosteten Denkmals machten. Dass in der Zeit die Ortsvorsteherin Lieselotte Martius, die damalige OB Dietlind Tiemann sowie ihr Vize und Nachfolger Steffen Scheller schon lange für das Geld stritten, haben die Unterstützer augenscheinlich ausgeblendet.

Es fehlen: 800000 Euro

Dabei ließ auch das zuständige Ministerium im Vorjahr keinen Zweifel daran, dass es die Stadt war, die mit ihrer Penetranz die Riesensumme einer Förderung von 1,8 Millionen Euro für ein Fußgängerbrücke durchgesetzt hatte. Nun wird, wie Samstag bekannt wurde, die Sanierung mindestens weitere 800 000 Euro teurer. Doch der Kater blieb aus, die Stimmung war bombig beim Picknick. Das wiederum hat den CDU-Fraktionschef Jean Schaffer auf die Palme gebracht. Die Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro sei die Folge des Antrag von CDU und Linken aus dem Jahr 2013: „Uns fiel seinerzeit die Entscheidung nicht leicht, wir mussten als Auflage des Landes doch die Gewerbesteuer anheben, um in den Genuss der Fördermittel zu kommen.“

„Die SPD war dagegen“

In der SVV habe es seinerzeit großes Gezerre gegeben, erinnert sich Schaffer. Längst nicht alle Stadtverordneten hätten für den Antrag gestimmt, der gleichwohl eine Mehrheit bekam, obwohl insbesondere die Stadtverordneten der SPD ihre Zustimmung verweigerten. „Das ist verkehrte Welt!“, klagt Schaffer und findet es befremdlich, dass heute vornehmlich die SPD-Stadtverordneten um Udo Geiseler und Carsten Eichmüller wie einen Sieg „die finanzielle Zuwendung feiern, die sie seinerzeit ablehnten.“

Schaffer: Wichtigere Projekte, die allen Bürgern nutzen

Im Übrigen sei schon jetzt absehbar, dass der Kampf noch nicht gewonnen sei, denn nach der Planung sei klar: Zur vollständigen Sanierung der Plauer Brücke brauche man mindestens 800 000 Euro mehr – also 2,6 Millionen Euro. Aus dem Stadthaushalt sei das nicht zu stemmen. „Mit diesem Geld können wir Investitionen wie die Ausstattung von Schulen und Kindergärten, der Radwegeausbau, die Erweiterung des ÖPNV oder die Sanierung der stadteinwärts führenden Brücke an der Potsdamer Straße aufsetzen, die die Lebensqualität aller Bürger verbessern“, so der CDU-Fraktionschef.

Scheller optimistisch: Man sucht mit uns Lösungen

Für Schaffer ist klar: Hier könne nur das Land helfen. Die CDU-Fraktion wolle „das Geld aus dem Stadthaushalt für die Breite der Bürger ausgeben.“ In der Tat wird im Doppelhaushalt der Stadt Brandenburg kaum Spielraum für eine knappe Million ungeplanter Mittel für ein Denkmal sein. Wie die MAZ erfuhr, wird Steffen Scheller kommende Woche in Potsdam mit den zuständigen Ministerien darüber verhandeln, wie man Brücke und Fördermittel retten kann: „Ich bin optimistisch, weil man uns ja die Möglichkeit gibt, darüber zu reden“, sagt Steffen Scheller. Wenn es gelingt, wird es nicht an den Picknickern gelegen haben.

Von Benno Rougk

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