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Wohnen in der „Schwedenlinde“

Gaststättensaal: Barrierefreier Zweigeschosser Wohnen in der „Schwedenlinde“

Erst war es eine Idee, jetzt werden die Vorstellungen über die Zukunft der Brielower Traditionsgaststätte „Schwedenlinde“ konkreter. Das Szenario sieht so aus: Der Saal samt Fundament wird abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein Zweigeschosser mit sieben barrierefreien Wohnungen.

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Die Tage des Schwedenlinden-Saals könnten gezählt sein. Wenn die Kommune die Immobilie kauft, soll er barrierefreien Wohnungen Platz machen.

Quelle: F. Bürstenbinder

Brielow. Mit dem Projekt wolle die Gemeinde auf die zunehmende Alterung der Einwohnerschaft reagieren, sagte Beetzsee-Bürgermeister Rainer Britzmann (CDU). Es sei bedauerlich, wenn betagte Brielower oder Radeweger ihre Heimatdörfer verlassen, weil sie ihre Höfe nicht mehr bewirtschaften könnten, so Britzmann. Er habe keinen Zweifel an einer Vermietbarkeit der Wohnungen.

Details einer ersten Vorplanung erläuterte Hans-Joachim Gappert bei einer Bürgerversammlung. Demnach soll der Boden tiefer gelegt werden, um auf der untersten Ebene Platz für Funktionsräume zu schaffen. Obendrauf kommen zwei Geschosse mit etwa 50 Quadratmeter großen Zwei-Raum-Wohnungen. Das Gebäude erhält einen Aufzug. Die Gaststätte soll erhalten und verpachtet werden. „Es wäre sträflich, wenn die Kommune sich keinen Einfluss auf das Schicksal dieses zentral gelegenen Objektes sichern würde“, so der ehemalige Verwaltungsmitarbeiter und Bauingenieur. Gappert ist selbst seit 20 Jahren Brielower.

Entschieden ist nichts. Die „Schwedenlinde“ befindet sich in Privatbesitz von Horst Berger. Bekanntlich sucht der Gastwirt, der das Renteneintrittsalter längst überschritten hat, vergeblich einen Käufer. Berger ist für das Wohnungsprojekt. Denn dafür müsste die Gemeinde ihm die „Schwedenlinde“ abkaufen. Ein kommerzieller Investor ist nicht in Sicht. Bürgermeister Britzmann hält die Aufnahme eines Kommunalkredites für denkbar. Nach ersten Berechnungen ließe sich das Projekt aus den Mieten und der Gaststättenpacht refinanzieren, pflichtete ihm Gappert bei. Günstig würden sich die niedrigen Zinsen auswirken.

Sitzungen

Schon am Dienstag steht das Thema „Schwedenlinde“ auf der Tagesordnung des Brielower Ortsbeirates. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Gemeindebüro. Am Mittwoch tagt um 19 Uhr die Gemeindevertretung von Beetzsee in der Amtsverwaltung. Neben dem barrierefreien Wohnraum geht es auch um die Vorplanung für die neue Brielower Kita.
Sollte die Gemeinde zügig die politischen Weichen für einen Ankauf der „Schwedenlinde“ stellen, könnten die ersten Mieter in etwa zwei Jahren in einen Neubau ziehen. Die Mieten sollen sich zwischen fünf und sieben Euro je Quadratmeter bewegen.
Brielows bekannteste Gaststätte wird seit 1989 von Horst Berger geführt. Vor der Kommunalwahl 2014 lehnte die Gemeinde es ab, ihm die „Schwedenlinde“ abzukaufen, um daraus ein Bürgerhaus zu machen.

Problem: Bürgermeister Britzmann muss sich für das mindstens sechsstellige Vorhaben politische Mehrheiten organisieren. Eine Vorentscheidung fällt möglicherweise am Mittwoch, wenn die Volksvertreter das Thema auf einer Gemeindevertretersitzung behandeln. Erste Mitglieder der Pro-Fraktion haben Zustimmung signalisiert. So wäre für Brielows Ortsvorsteherin Elisabeth Elsner der barrierefreie Wohnungsbau eine richtige Investition in die Zukunft. Waltraud Geyer von der Brielower Seniorengruppe sieht in dem Projekt eine Alternative zum Wegzug älterer Bürger. Es gibt auch Kritiker.

Manfred Gorecki (Bürgerliste) warnt vor einer finanziellen Verausgabung mit ungewissem Ausgang. Außerdem würde Brielow den letzten großen Saal verlieren. „Wo machen wir dann die Rentnerweihnachtsfeiern“, fragte Gorecki in die Runde. Eine Sorge, die von den anderen Anwesenden nicht geteilt wurde. Bürgermeister Britzmann stellte klar, dass ein möglicher Ankauf und Umbau der „Schwedenlinde“ völlig losgelöst vom ebenfalls geplanten Kita-Neubau zu betrachten ist.

Von Frank Bürstenbinder

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