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Brandenburg/Havel Wohnungen im Bauhaus und in der Moderne
Lokales Brandenburg/Havel Wohnungen im Bauhaus und in der Moderne
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18:20 24.03.2016
Das künftige Stadtbad-Quartier in einer Visualisierung. Quelle: Florian Grotmann
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Brandenburg/H

„Überraschend“ ist noch das wertneutralste Wort, um den Entwurf des Erwerbers Florian Grotmann für sein neues Altes Stadtbad zu beschreiben. Er will mit moderner Formensprache das erreichen, was den Erbauern 1928/30 unter Stadtbaudirektor Karl Erbs nicht mehr gelungen ist: Das Schließen des Wohlfahrtforums mit Krankenkasse, Schwimmbad und Sportanlagen. Anstelle der geplanten, aber nie realisierten Volksschule zum Kanalufer hin entsteht nun ein wuchtiger, gleichwohl kleinteiliger Wohnbau.

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Das alte Stadtbad wird saniert, darin entstehen Wohnungen und im, Umfeld auch.

So entsteht wieder ein städtebauliches Quartier in einem quirligen Stilmix. Die klare, einfache Formensprache des Bauhausstils spiegelt sich an den dem Stadtbad zugewandten Fassaden des Neubaus wider – quasi im Innenhof. An den Außenfassaden wird es etwas wilder, mit durchhängenden buchstabenartigen Elementen, welche die verschachtelt angeordneten Loggien und Terassen quasi als Klammer verbinden. Während das Stadtbad eher horizontal gegliedert ist, gibt es im Neubau – durchaus gewollt – mehr vertikale Aufbrüche. Potentielle Bewohner haben also die Wahl: Mieten oder Kaufen, Historie oder Moderne.

Die Immobilie

Das Grundstück ist insgesamt 6205 Quadratmeter groß, von dem bislang 1842 Quadratmeter bebaut sind.

Es liegt auf einer Art Halbinsel in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt.

Nördlich verläuft die Havel, südwestlich der Stadtkanal.

Der Denkmal-Komplex liegt außerhalb des festgesetzten Sanierungsgebietes, aber es ist Einzelförderung fürs Denkmal möglich.

Ein Bebauungsplan ist nicht notwendig, sondern beim Neubau handelt es sich um eine so genannte Lückenbebauung.

Im Stadtbad gibt es eine Nutzfläche von 2250 Quadratmetern.

Seit dem März des Jahres 2000 wird das Stadtbad nicht mehr genutzt. Es gab unzählige Ausschreibungen und Verkaufsversuche für den Denkmalkomplex, zuletzt war sogar eine Nutzung als Hotel erwogen worden. Nun ist ein Investor gefunden – Grotmann hat mit der alten Kreisverwaltung, dem Hotel zum Bären und dem Wohnkomplex an der Hammerstraße diverse Referenzen in der Stadt. Zudem hat er einen finanzstarken Partner an seiner Seite, der aber als stiller Teilhaber die Öffentlichkeit meidet. Auf rund 18 Millionen Euro dürften sich die Investitionen summieren.

Investitionen von 18 Millionen Euro

Derzeit organisiert der Bauherr den Umzug seiner Firma Artectura von Michendorf nach Brandenburg an der Havel, weil der Schwerpunkt seiner Aktivitäten ohnehin in der Stadt liegt: Demnächst entstehen Wohnungen in dem Komplex hinter dem alten Blaudruckcafé, im Mai beginnt das Sanieren des Wohnhauses Packhofstraße 28. Sein Team hat Grotmann bereits von acht auf zehn Mitarbeiter vergrößert, weil er das Vermarkten der neu entstehenden Wohnungen im Stadtbadkomplex selbst organisieren will.

Nachdem der Hauptausschuss einstimmig zu Wochenbeginn den Verkauf an Grotmann für 255.000 Euro beschlossen hatte, kann der Immobilienentwickler mit dem Einreichen von Bauanträgen beginnen, geplant hat er schon lange. Etwa ein Jahr lang bereits wurde hinter verschlossenen Türen darüber verhandelt, was im Denkmal möglich ist und wie das Umfeld im Quartier aussehen kann.„Realistischerweise gehe ich davon aus, dass wir im kommenden Frühjahr mit den eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Wenn allerdings der Winter wieder ausfällt, können wir vielleicht im November gegründet haben.“

Verkauf einstimmig beschlossen

Das Stadtbad steht auf Pfählen, genauso wird es mit dem Neubau sein, fester Baugrund beginnt in 20 Metern Tiefe. Unter dem Neubau entsteht eine Tiefgarage als so genannte weiße Wanne. Die ist komplett dicht nach unten und an den Wänden, sie liegt zwar über dem Grundwasserniveau, über nicht über dem Referenzwert. Der „HW 100“ bezeichnet das höchste Hochwasser der vergangenen 100 Jahre. 44 öffentliche Stellplätze muss Grotmann in der Garage als Ersatz für die wegfallenden Flächen an der Kanalstraße ausweisen, zudem 120 bis 140 private Stellplätze für die Mieter/Käufer der Wohnungen.

Danach wird es erst spannend, zuerst entsteht der Neubau mit 44 Wohnungen verschiedener Größen. Der Quadratmeterpreis für die Eigentumswohnungen liegt unter 3000 Euro, wer frühzeitig kauft, hat noch Einfluss auf Größe, Grundrisse, Materialien, Einbauten, verspricht der Bauherr. 2018 wäre der Neubau dann fertig. Schwierig wird es im Alten Stadtbad, die Hülle, das Entree und die beiden Treppenhäuser bleiben komplett erhalten. Nach bisherigen Plänen wird in die eigentliche Schwimmhalle ein Haus im Haus gesetzt, das Dach geöffnet für einen Lichthof (Atrium).

Quadratmeterpreis unter 3000 Euro

Der Bau in vier Ebenen hat jeweils zwei Maisonette-Wohnungen übereinander, die „Hausflure“ sind umlaufende Gänge, die an den hohen Außenfenstern entlangführen. Die Bewohner der unteren Wohnungen haben Terrassen auf dem Freideck, die der oberen auf dem Dach. Ähnlich werden im Wannen-Trakt und im Umkleidetrakt Maisonette-Wohnungen eingesetzt. Insgesamt sollen es 28 Drei- bis Vier-Raum-Wohnungen von 100 bis 130 Quadratmetern Größe werden. Die Mieten liegen bei acht Euro kalt. Im Foyer soll es möglicherweise ein Sommercafé geben, zudem kleinere wechselnde Ausstellungen. „Vielleicht gibt es auch eine ganz andere Nutzung für das Stadtbad. Das ist allerdings noch nicht spruchreif“, sagt Grotmann geheimnisvoll.

Von André Wirsing

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