Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Wohnungspuff in der Klosterstraße macht dicht

Brandenburg an der Havel Wohnungspuff in der Klosterstraße macht dicht

Das Rotlicht in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtverwaltung in Brandenburg an der Havel wird wohl wieder verschwinden. Mehrere Anwohner hatten sich wegen des Etablissements an die Stadtverordneten gewandt – und wurden von Pontius zu Pilatus geschickt.

Voriger Artikel
Brecht-Schüler setzen auf Lego-Roboter
Nächster Artikel
Was der neue Stadtchef alles richten soll

Das Kommen und Gehen von Freiern in mehreren Wohnungen der Klosterstraße 5 hat nach Erkenntnissen der Verwaltung nun eine Ende.

Quelle: Jürgen Lauterbach

Brandenburg/H. Das Rotlicht in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtverwaltung sollte mit Ende des Monats erloschen sein. Nachbarn hatten sich wegen des Etablissements in der Klosterstraße mit einer Petition an die Stadtverordneten in Brandenburg/Havel gewandt. „Das Gewerbe ist zum Monatsende abgemeldet“, teilt auf Anfrage der Beigeordnete Michael Brandt (CDU) mit.

In Nachbarschaft zu jungen Familien

Mehrere Wochen lang herrschte reger Verkehr in der Klosterstraße 5 und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei jungen Familien mit Kindern. Eine der Mütter beklagt, dass ihre Straße wegen des „illegalen Bordells“ laufend mit Autos, die überwiegend nichtdeutsche Kennzeichen tragen, so zugeparkt sei, dass keine Rettungswagen durchkämen. Diese Autos beziehungsweise ihre Fahrer kämen, um Prostituierte auszutauschen.

Die jungen Familien beobachten eine „sehr hohe Fluktuation von Damen und Herren“, wie sie den Kommunalpolitikern in ihrer Petition darlegen. Sie haben ihren Hilferuf abgesetzt, weil Anzeigen und Hinweise beim Ordnungsamt und der Polizei keinen Erfolg gebracht hätte.

Anwohnerin Bettina Hildebrandt ist sich sicher, dass es sich um einen Bordellbetrieb handelt und nicht um häusliche Prostitution. Denn die Frauen wechselten und genutzt würden mehrere Zimmer in mindestens zwei Wohnungen. Sie und ihre Nachbarn weisen darauf hin, dass ein Bordellbetrieb in einem Wohngebiet nicht gestattet sei.

Womöglich müssen sich die Stadtverordneten wenig bis gar nicht mehr um die käufliche Liebe in der Klosterstraße 5 kümmern. Denn der Verwaltung liegt bezogen auf diese Adresse die Gewerbeabmeldung vor, teilt der Ordnungsbeigeordnete Michael Brandt mit. Ob der Vermieter tätig geworden ist und gekündigt hat, entziehe sich seiner Kenntnis.

Angemeldet als „Terminwohnung“

Brandt erwartet, dass sich das Thema damit erledigt haben könnte. Allerdings habe es sich an der Adresse nicht um einen Bordell gehandelt. Angemeldet worden sei das Gewerbe als „Terminwohnung“. Diese Nutzung liegt irgendwo zwischen Prostitution in der eigenen Wohnung und einem Bordellbetrieb, zu dem in aller Regel ein Einlass- und Bewachungsdienst gehören sowie Dinge wie Getränkeausschank und Bettwäscheservice.

Als Terminwohnungen gelten Adressen, an dem wechselnde Damen und gegebenenfalls auch Herren eine Wohnung zum Zwecke der Prostitution nutzen. Das ist nicht von vornherein verboten. Solche Adressen finden sich für jede größere Stadt auf einschlägigen Internetseiten, die ohne große Probleme im Netz zu finden sind.

Weitere Rotlicht-Adressen in Brandenburg

Rotlicht-Etablissements dieser Art befanden oder befinden sich außer in der Klosterstraße, wo nach letztem Stand eine gewisse Cora logierte, auch zum Beispiel in der Neuendorfer Straße, der Pauliner Straße, der Steinstraße, der Upstallstraße und der Wilhelm-Weitling-Straße.

Selbst wenn das unmittelbare Problem in der Klosterstraße nun tatsächlich verschwindet, kommt in der Petition eine deutliche Unzufriedenheit der jungen Familien mit der amtlichen Bearbeitung zum Ausdruck. Die besorgten Bürger wurden demnach sozusagen von Pontius zu Pilatus geschickt.

Eine einheitliche übergreifende Bearbeitung des Problems schien der Verwaltung nach Erfahrung der betroffenen Bürger unmöglich. Als hätten sie nichts weiter zu tun, sollten sie sich durch die verschiedenen Bereiche – Gewerbeamt, Ordnungsamt, Baumt und Gesundheitsamt – durchwurschteln.

Von Jürgen Lauterbach und André Wirsing

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg