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Wolfsbeauftragter trifft auf sorgenvolle Einwohner

Nach Wolfsattacke in Steinberg Wolfsbeauftragter trifft auf sorgenvolle Einwohner

Ein Wolfsbeauftragter des Landesumweltamtes hat Steinberg (Potsdam-Mittelmark) besucht. Uwe Schanz versprach, die Ängste der Einwohner ernst zu nehmen. Der Fachmann sagte die Installation von Wildkameras zu, um die weitere Entwicklung zu verfolgen. Doch das Misstrauen im Dorf gegen das Brandenburger Wolfsmanagement sitzt tief.

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Der ehrenamtliche Wolfsbeauftragte Uwe Schanz (Mitte) am Mittwochabend in Steinberg.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Steinberg. Der Wolfsbeauftragte ist da.Über 20 Männer und Frauen haben sich am Mittwochabend auf dem Spielplatz versammelt, um zu hören, was der ehrenamtliche Fachmann zu den Sorgen und Nöten der Steinberger zu sagen hat. Diese fühlen sich von Wölfen bedrängt, mehrere Kälber wurden gerissen, ein Hofhund überlebte den Angriff zwischen Zaunstäben nicht.

Uwe Schanz versucht den erregten Einwohnern des zur Gemeinde Buckautal gehörenden Ortsteiles Ängste zu nehmen. „Sie können weiter im Wald spazieren gehen und im Dunkeln das Haus verlassen. Ich wohne selbst auf dem Lande in Aktionsweite des Lehniner Rudels. Außerdem halte ich Schafe. Da ist noch nie was passiert“, sagt der Mann aus Ragösen. Mit der MAZ, die die Situation in Steinberg in dieser Woche öffentlich gemacht hat, will der vom Landesumweltamt bestellte Wolfsbeauftragte nicht sprechen.

Dafür sollen nun die Anwohner ihre Beobachtungen zu Papier bringen. „Um ihre Sorgen nachvollziehen zu können, brauchen wir ihre Unterstützung. Ich selbst habe in diesem Monitoringbereich nämlich noch keinen Wolf gesichtet. Außerdem wird es bald wieder länger heller“, meint Schanz.

Wolfsfährte auf einer Steinberger Pferdekoppel

Wolfsfährte auf einer Steinberger Pferdekoppel.

Quelle: privat

Doch die Steinberger reden Klartext. „Wir spinnen uns die Anwesenheit der Wölfe nicht aus. Auch sind wir nicht länger gewillt, diese Entwicklung länger hinzunehmen“, entgegnet Gabriele Gabriel, die das Treffen mit dem Wolfsbeauftragten organisiert hat. Es gibt Fotos von Wölfen an Grundstückszäunen, offizielle Rissprotokolle von getöteten Kälbern und zahlreiche Augenzeugen, die übereinstimmend von einem immer wieder durch die Ortslage ziehenden Wolf berichten. Ob dahinter ein möglicher Problemwolf oder eine liebestolle Fähe steckt, vermag Schanz nicht zu sagen. Darüber entscheide das Landesumweltamt. Er verspricht Wildkameras zur weiteren Beobachtung aufstellen zu wollen. Dies sei immerhin ein erster Schritt, findet Gabriele Gabriel.

Wie weiter mit dem Wolf

Wie weiter mit dem Wolf? Diskussionsrunde in Steinberg.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Das tief sitzende Misstrauen in das Brandenburger Wolfsmanagement kann Schanz jedoch nicht auflösen. Mutterkuhhalterin Sigrid Kabelitz hat inzwischen sechs Kälber durch Risse verloren. Alle Fälle wurden dem vom Land Brandenburg bestellten Rissgutachter gemeldet. Doch eine Lösung ist nicht in Sicht. Der Wolf ist und bleibt eine streng geschützte Tierart und kann sich ungehindert vermehren.

Als der Wolfsbeauftragte den Steinbergern rät, Kinder unter Aufsicht im Freien spielen zu lassen, erntet er Widerspruch. Dies sei über Generationen im Dorf nicht nötig gewesen. „Wir konnten uns überall austoben“, sind sich die Teilnehmer der Freiluft-Bürgerversammlung einig. Jana Pokorny stellt klar, dass es den Steinbergern nicht um das Abschießen der Wölfe geht, sondern um Sicherheit für die Dorfbewohner und ihre Nutztiere. Sie selbst hat ihre Pferdezucht aus Angst vor Wolfsangriffen aufgegeben. Für Ortsvorsteher Mike Pokorny steht fest, dass es nicht reicht die Probleme klein zu reden: „Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir etwas zur Vergrämung der Wölfe tun können.“ Doch davon kann auch nach dem Besuch des Wolfsbeauftragten keine Rede sein.

Von Frank Bürstenbinder

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