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Wusterwitz: Wildmenü und Weihnachtsdeko

Weihnachtssammler Wusterwitz: Wildmenü und Weihnachtsdeko

Der Wusterwitzer Ralf Becker öffnet die von ihm gepachtete Hofgaststätte in Herrenhölzer jetzt auch außerhalb der Spargelsaison für Gesellschaften. Während der 54-Jährige passionierter Jäger ist, hat seine Lebensgefährtin Veronika Böttcher eine stattliche Weihnachtsammlung.

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In der Hofgaststätte: Veronika Böttcher, Hündin Basra und Herrchen Ralf Becker.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Wusterwitz/Bensdorf. Der Wusterwitzer Ralf Becker hat eigentlich immer einen Plan B. Da er sich beim Termin des 20. Weihnachtsmarktes vertan hatte, stand Lebensgefährtin Veronika Böttcher mit Tochter Patricia am vergangenen Wochenende in Wusterwitz am Bierwagen, während er in Herrenhölzer zwei Weihnachtsfeier-Gesellschaften mit seinem Wildmenü bewirtete.

Weihnachtsschmuck auf dem Fensterbrett

Weihnachtsschmuck auf dem Fensterbrett.

Quelle: MALO

Becker ist seit 2011 Pächter der Hofgaststätte des Gutes und hatte bisher nur in der Spargelsaison geöffnet. Jetzt will er auch in der übrigen Jahreszeit die Tür für Feierlichkeiten auf Vorbestellung aufschließen und übernimmt als nächstes bei der Weihnachtsfeier der Mönich & Streit GbR die gastronomische Versorgung. Eine gemeinsam mit dem Vermieter eingebaute hölzerne Zwischendecke nebst Isolierung und Zentralheizung machen es möglich. „Die Idee reifte eigentlich im Frühjahr, denn im April ist es mitunter noch recht kalt und ältere Leute kamen mit Mützen zum Spargelessen, was wir ihnen nicht länger zumuten wollten“, erklärt er.

Auch in der Weihnachtszeit offene Türen

In der Nebensaison ist Becker mit seinem Pick-up rund um Brandenburg auf Achse, um selbst geschossene und nach dem Rezept seiner 81-jährige Mutter Ingeborg selbst zubereitete Wildspezialitäten außer Haus zu liefern. Zuvor hatte er 19 Jahre lang die Gaststätte „Bootshaus“ am Wusterwitzer See betrieben. Zu DDR-Zeiten ließ er sich zum Instandhaltungsmechaniker, Tankwart und Verkaufsstellenleiter ausbilden und verwaltete bis zur Wende die BHG-Tankstelle in Wusterwitz. Nur einmal hatte der 54-Jährige keinen Plan B: Als er Ende Mai dieses Jahres in der Hofgaststätte beim Kassieren ausrutsche und sich einen Oberschenkelhalsbruch zuzog, war die restliche Saison futsch.

Ein Traum von Weihnachtsschmuck

Ein Traum von Weihnachtsschmuck.

Quelle: Maloszyk

Schweren Herzens musste der passionierte Jäger, dem in Finnland sogar schon mal ein kapitaler Elch vor die Flinte lief, auch bei seinem Hobby eine längere Zwangspause einlegen. Seit 16 Jahren ist Becker einer von etwa einem halben Dutzend Stadtjägern. „Neben dem Erfolg sind Ruhe und Natur ein schöner Ausgleich zum hektischen Alltag“, sagt er. 406 Hektar Stadtwald habe er gepachtet. Sein Revier reiche von Plauerhof bis Gördensee und „Totenkopf“. „Ich werde aber auch gerufen, wenn im Stadtgebiet Fuchs oder Reh von Autos angefahren werden oder Raubwild zur Strecke gebracht werden muss.“ So hätten Waschbären besonders im vorigen Jahr in der Walzwerksiedlung ihr Unwesen getrieben.

Des Waidmanns ganzer stolz ist seine 16 Monate alte zweite Deutsch-Drahthaar-Hündin „Basra". Sie habe die Herbstzuchtprüfung des Verbandes mit voller Punktzahl absolviert, was sehr selten sei. Wegen Beckers Beinbruch hatte sein alter Jagdfreund Klaus Weigel aus Warchau „Basra“ ausgebildet. „Er gilt als Hundepapst, der mit seinem Vater schon zu DDR-Zeiten etliche Meistertitel in der Ausbildung von Vierbeinern errungen hat“, erzählt der Wusterwitzer, der auch dem Meeresangeln in Skandinavien frönt und seine Lebensgefährtin mit diesem Virus angesteckt hat.

Prüfung mit voller Punktzahl bestanden

Während Beckers rund 150 Jagdtrophäen in Haus und Hofgaststätte ganzjährig hängen, holt Veronika Böttcher ihre seit der Wende gesammelte Weichnachtsdeko immer nach Totensonntag vom Boden. Inzwischen sind es allein 50 Räuchermännchen, 32 Nussknacker und 16 Pyramiden. Edle, handgemachte Stücke aus dem Erzgebirge sind dabei, aber auch Schnäppchen vom Discounter oder Baumarkt. Keine Figur gleicht der anderen. Die 48-Jährige würde sich nie von einer trennen.

Jedes Jahr kommen Neuerwerbungen dazu. „Ich finde es einfach schön, wenn man dekoriert. Außerdem gehört es zu Weihnachten“, sagt sie. Diesmal hatte sie die Hofgaststätte extra für die Feiergesellschaft mit viel Liebe zum Detail mit ihrer Sammlung geschmückt. Inzwischen steht sie da, wo sie hingehört – in der guten Stube in Wusterwitz. Nach dem Fest kommt alles wieder gut verpackt auf den Boden, damit ihre Weihnachtsschätze nicht einstauben.

Von Claudia Nack

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