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Brandenburg/Havel Wusterwitz ersteigert Kirchenorgel bei eBay
Lokales Brandenburg/Havel Wusterwitz ersteigert Kirchenorgel bei eBay
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15:58 09.02.2018
Kantor Thorsten Fabrizi (l.) und Pfarrer Holger Zschömitsch können eine frohe Botschaft verkünden: Wusterwitz hat bald wieder eine bespielbare Orgel. Quelle: Bür
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Wusterwitz

Pfarrer Holger Zschömitzsch spricht von einem „Geschenk des Himmels“. Vielleicht hatte Gott tatsächlich die Hand im Spiel, als die Wusterwitzer Kirchengemeinde vor wenigen Tagen durch einen glücklichen Umstand eine neue Orgel für ihr Gotteshaus erstand. Und das kam so: Kantor Thorsten Fabrizi war wieder einmal in den Weiten des Internets unterwegs, als er von einem Facebook-Freund auf eine Versteigerung beim Online-Marktplatz eBay aufmerksam gemacht wurde. Hinter der Offerte steckten die Baptisten der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Berlin-Schöneberg.

Die Berliner wollten sich von ihrer einmanualigen Orgel aus den 1970er-Jahren trennen, weil der Umzug in eine größere Kirche bevorstand. „Am Anfang war ich skeptisch. Doch beim genauen Studium des Angebots wurde mir klar, dass es sich um eine Orgel handelt, wie wir sie für Wusterwitz lange gesucht haben“, berichtet Kantor Fabrizi. Da lag das jüngste Gebot bei 700 Euro.

Am 19. August wird in der Wusterwitzer Kirche die ersteigerte Orgel eingeweiht. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Kirchenmusiker nahm Rücksprache mit Pfarrer Zschömitzsch, die Superintendentur in Burg wurde informiert. Die Frage war, wie weit Wusterwitz mitbieten kann. Problem: Im Haushalt des Kirchenkreises Elbe-Fläming ist aktuell kein Geld für einen Ersatz der nicht bespielbaren Orgel in der Wusterwitzer Kirche eingeplant. Und für einen Finanzierungsantrag war es zu spät. Nur noch wenige Stunden blieben bis zum Ende der Auktion. „Die Eigenmittel der Kirchengemeinde sind sehr bescheiden. Aber für eine Orgel hätten wir mit großer Kraftanstrengung rund 10 000 Euro zusammengekratzt“, sagte Pfarrer Zschömitzsch der MAZ. Eine Summe, die nur den Bruchteil eines Neukaufs oder einer Generalüberholung der 114 Jahre alten Orgel ausmachen würde.

Wettlauf mit der Zeit

Vor dem Hintergrund aller Abstimmungen, Gespräche und einer kurzfristigen Vor-Ort-Besichtigung mit einem Orgelbauer wurde die Online-Versteigerung für Kantor Fabrizi zu einem Wettlauf mit der Zeit. Vermutlich weil die kirchlichen Wege oft lang sind, gab es zumindest von dieser Seite keine weiteren Mitbewerber. Am Ende hatten die Wusterwitzer das Glück der Tüchtigen. Für 2700 Euro bekam ihr Gebot den Zuschlag. Es handelt sich um ein einmanualiges Instrument aus der Orgel-Schmiede von Karl Lötzerich in Wolfhagen-Ippinghausen bei Kassel. Die Firma existiert heute nicht mehr.

Die rund 40 Jahre alte Orgel wurde regelmäßig bespielt, gepflegt und gewartet. Unter Anleitung von Orgelbaumeister Andreas Arnold von der Firma Mecklenburger Orgelbau wurde das Instrument bereits zerlegt und in eine Werkstatt geschafft. „Dort erfolgt eine obligatorische Reinigung. Außerdem wird ein zusätzliches Register, das Salicional, eingebaut“, berichtet Kantor Fabrizi. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Pfeifen, deren streichender und romantischer Klang bestens für Kammermusik geeignet ist. Damit wird schon klar, dass die Wusterwitzer Kirche in Zukunft auch eine bedeutendere Rolle in der Veranstaltungskultur der Gemeinde einnehmen soll.

Abstimmung mit Denkmalpfleger

Vorbehaltlich einer Genehmigung durch die Denkmalpfleger soll die Orgel aus Berlin ihren Platz an einer Wand auf der Nordwestseite des Kirchenschiffs neben der Kanzel finden. Für die Aufstellung ist ein Podest und ein Stromanschluss nötig. Alles in allem kostet die Anschaffung rund 15 000 Euro. Kein Vergleich zu den sechsstelligen Summen, die für Alternativen aufzubringen gewesen wären. Von der Kommune gibt es Signale sich im Rahmen der Haushaltsaufstellung für 2018 an den Orgelkosten zu beteiligen.

Das erste Mal in Wusterwitz zu hören sein wird die Orgel am 19. August 2018 bei einem zentralen Gottesdienst für den gesamten Pfarrsprengel.

Von Frank Bürstenbinder

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