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Brandenburg/Havel Wusterwitzer Schleuse bleibt ein Pflegefall
Lokales Brandenburg/Havel Wusterwitzer Schleuse bleibt ein Pflegefall
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16:41 13.01.2017
Die Wusterwitzer Schleuse aus der Luft. Wegen diverser Betonschäden kann die neue Südkammer (l.) auch in diesem Jahr nicht in Betrieb gehen. Quelle: Dirk Fröhlich
Wusterwitz

Eine Freigabe der neuen Wusterwitzer Schleuse ist auch nach vierjähriger Verspätung noch immer nicht in Sicht. Das hat Burkhard Knuth der MAZ auf Nachfrage bestätigt. „Wenn es gut läuft, wird bis Ende 2017 ein Gutachter seinen Bericht über die Bauschäden, deren Ursachen und Möglichkeiten einer Sanierung vorlegen“, sagte der Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Magdeburg (WNA). Der Gutachter nahm im vergangenen Jahr seine Arbeit im Rahmen eines selbstständigen Beweissicherungsverfahrens auf, das beim Landgericht Bonn anhängig ist.

Erster Spatenstich 2008

Das 1992 gegründete Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Magdeburg hat die Aufgabe im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 den Ausbau des Elbe-Havel-Kanals, des Rohtenseer Verbindungskanals und von Teilen des Mittellandkanals ab Magdeburg durchzuführen.

Nach dem Ausbau können künftig Großmotorgüterschiffe bis 2000 Tonnen sowie 185 Meter lange Schubverbände bis 3500 Tonnen Nutzlast die Ost-West-Verbindung befahren. Dazu hört auch das Ziel eines uneingeschränkten zweilagigen Containertransport bis zum Westhafen Berlin.

Die neue Wusterwitzer Südkammer ist 12,50 Meter breit und hat eine Länge von 190 Meter. Die erstmals ohne Dehnfugen errichtete Massivbauschleuse überwindet einen maximalen Höhenunterschied von 4,75 Meter. Erster Spatenstich war am 27. Oktober 2008. Eine Inbetriebnahme ist derzeit nicht in Sicht.

Im Kern geht es dabei immer noch um die Frage, was der Grund für die massiven Betonschäden an der Südkammer ist. Im Zusammenhang damit muss geklärt werden, wer für die Sanierung des verpfuschten Neubaus aufkommt. Betoniert hatte die Firma Heitkamp IKB aus Herne, die schon andere Schleusen in Berlin und am Mittellandkanal gebaut hat. Die in Wusterwitz angewandte vollmonolithische Bauweise unter Verzicht auf Dehnungsfugen dürfte nach Ansicht von WNA-Leiter Knuth nicht das Problem sein. Die Technologie sei nicht neu. Auch beim Neubau der Zerbener Schleuse sei diese Bauweise mit Luftporenbeton angewandt worden – und zwar ohne Probleme, so Knuth.

Die alte Nordkammer von 1930 hat noch nicht ausgedient. Quelle: Frank Bürstenbinder

Irgendetwas muss jedoch die 1000 über die gesamte Kammer verteilten Abplatzungen von bis zu drei Metern Länge verursacht haben. Im Rahmen der schon vor über zwei Jahren angelaufenen Ursachenforschung wurde nach mehreren Bohrungen festgestellt, dass der Kern des sechs Meter starken Kammerbetons wohl in Ordnung ist. Dagegen hat offenbar die Mischungsstabilität an der Oberfläche versagt.

Die 60 Millionen Euro teure Südkammer sollte eigentlich 2012 für den Verkehr freigegeben werden. Doch hatte zunächst ein Problem mit den Toren für Verzögerungen gesorgt. Der Neubau ist als Ersatz für die 1930 in Betrieb genommene Nordkammer geplant. Nun muss die alte Anlage wohl auch noch in den nächsten beiden Jahren den Schiffsverkehr zwischen Berlin und Hannover bewältigen. Problem: Bei größeren Störungen oder Havarien muss die seit einigen Jahren vom Bund gesperrte Untere Havel als Umfahrungsmöglichkeit für den gesperrten Bereich des Elbe-Havel-Kanals freigegeben werden.

Am Elbe-Havel-Kanal sind die Vorarbeiten für ein letztes Ausbaustück gelaufen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Für dieses Jahr angekündigt ist der Ausbau eines letzten Teilstückes des Elbe-Havel-Kanals zwischen der Wusterwitzer Schleuse und der Einmündung zum Wendsee als unterer Vorhafen, der einschiffig ausgelegt wird. Dabei wird es sich vor allem um Erdarbeiten und Steinschüttungen handeln. Vorbereitende Arbeiten sind bereits erfolgt. Zahlreiche Bäume wurden zu beiden Seiten des Ufers gefällt. Die Ausbauarbeiten sollen planmäßig etwa ein Jahr dauern.

Neben Wusterwitz gibt es in Zerben zwischen Burg und Genthin eine zweite Kanalstufe. Auch die Zerbener Schleuse von 1938 erhält gerade eine neue parallele Schleusenkammer, für die im März 2013 der erste Spatenstich vollzogen wurde. Die Schleuse Zerben, ebenfalls ein 60-Millionen-Euro-Projekt, sollte eigentlich im Frühjahr in 2017 in Betrieb gehen. „Wir liegen nicht ganz im Plan. Ein konkreter Eröffnungstermin ist daher noch unklar“, so WNA-Chef Knuth.

Von Frank Bürstenbinder

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