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Zander bewacht Fischlehrpfad

Brandenburg an der Havel Zander bewacht Fischlehrpfad

Was macht ein Zander an Land? Auf dem Margaretenhof bewacht ein 1,30 Meter langer Raubfisch aus Bronze den neuen Fischlehrpfad. Auftraggeber ist die Fischereischutzgenossenschaft „Havel“. Die Skulptur entstand unter den Händen von Bildhauer Udo Jan van Ziörjen. Der Künstler selbst greift nicht zur Angel.

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Der Zander aus Bronze ist ein Schmuckstück des neuen Lehrpfades – geschaffen von dem Bildhauer Udo Jahn van Ziörjen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Ein Zander von 1,30 Meter Länge ist ein ganz seltener Fall. Für Angler bleibt er ein Traum. Berufsfischer stricken aus dem Fang ihres Lebens Geschichten für die Enkel. Und doch gibt es den stattlichen Raubfisch mit einem Maul voller Fangzähne neuerdings jeden Tag zu sehen – aus Bronze auf einem Findling.

Interessenvertreter

Die Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ (FSG) mit Sitz auf dem Margaretenhof im Brandenburger Stadtteil Plaue vertritt die Interessen von gegenwärtig noch etwa 40 selbstständigen Berufsfischern zwischen Ketzin und Strodehne.

Die Fischer bewirtschaften in der Region insgesamt eine Wasserfläche von rund 8000 Hektar.

Mit nur einer Angelkarte können alle Reviere der FSG beangelt werden.

Es handelt sich um eines der größten zusammenhängenden Angelgebiete im Binnenland Mitteleuropas.

Es gibt Jahresangelkarten und zeitlich begrenzte Karten. Neu ist der Online-Erwerb. Digitale Angelkarten für alle Kategorien gibt es sofort aufs Handy.

Die Ausübung des Angelns ist nur erlaubt, wenn eine Fischereiabgabe entrichtet wurde.

Ein Sofortkauf ist derzeit noch nicht möglich. Die Fischereiabgabe kommt der Förderung des Fischereiwesens zugute.

Unter anderem für Besatzmaßnahmen, Fischtreppen und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Fischereischutzgenossenschaft Havel Brandenburg befindet sich am Margaretenhof 5 in 14774 Brandenburg an der Havel.

Der in Brandenburg lebende Bildhauer Udo Jahn van Ziörjen (Flamenco-Tänzerin im Theaterpark) hat das dem Original ziemlich nahe kommende Abbild eines Zanders im Auftrag der Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ (FSG) geschaffen. Die in seinem Bensdorfer Atelier entstandene Skulptur schmückt den Eingang zum Betriebsgelände auf dem Margaretenhof. Als Vorlage für das Modellieren eines solchen Ausnahmeexemplars dienten dem Künstler, der selbst keine Angel in die Hand nimmt, lebensechte Illustrationen. In Bronze gegossen wurde das Werk schließlich in der Köpernitzer Kunstgießerei von Klaus Cenkier.

So sehen die Informationstafeln entlang des Lehrpfades aus

So sehen die Informationstafeln entlang des Lehrpfades aus.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Für die Auftraggeber hat der Zander gleich eine dreifache Bedeutung. Er zählt zu den wertvollsten Speisefischen unserer Heimat. Die Fischer von Potsdam bis Havelberg führen den Zander sogar im Firmenlogo ihrer Genossenschaft. Und seit wenigen Wochen wacht der Räuber mit dem spindelförmigen Körper über den neuen Fischlehrpfad, den die FSG auf dem Margaretenhof anlegen ließ. „Die Arbeit am Zander hat mir Spaß gemacht. Er steht symbolisch für den interessanten Lehrpfad, der das Gelände sichtbar aufwertet“, findet Bildhauer Jahn van Ziörjen. Seine Spuren auf dem Traditionsstandort der Fischerei hat auch der Fassadenkünstler Tobias Silber hinterlassen, der einen Fischschwarm über eine Giebelwand ziehen lässt.

So verläuft der Fischlehrpfad auf dem Margaretenhof

So verläuft der Fischlehrpfad auf dem Margaretenhof.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Zum Lehrpfad gehören 30 in nichtrostende Stahlrahmen eingesetzte Tafeln, die den Betrachter mit auf einen Exkurs in die Fischwelt nehmen. Alle Ständer sind mit Solarlampen versehen, die die Fischportraits in der Dunkelheit dezent beleuchten. „Einerseits wollen wir mit dem Lehrpfad den Margaretenhof attraktiver machen. Anderseits sollen den vielen Besuchern und Touristen, die sich auf dem Gelände bewegen, die Fischarten unserer Binnengewässer näher gebracht werden“, erklärt FSG-Vorsitzender Ronald Menzel das Aufstellen der Info-Tafeln entlang eines Weges, der sich von der Einfahrt bis nahe ans Havelufer erstreckt.

Eine große Tafel gibt den Besuchern einen Gesamtüberblick über die heimische Fischwelt

Eine große Tafel gibt den Besuchern einen Gesamtüberblick über die heimische Fischwelt.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Vorgestellt werden insgesamt 42 Fischarten, von denen dem Laien längst nicht alle geläufig sein dürften. Wer kennt schon den Unterschied zwischen Aland und Hasel? Auch Zährte und Zope gehören eher zu den unbekannten Vertretern. Plötze, Hecht und Karpfen sollten dagegen zum Allgemeinwissen gehören. Schülergruppen haben den Fischlehrpfad bereits für sich entdeckt. Auch der eine oder andere Petrijünger, der sich auf dem Margaretenhof mit einer Angelkarte versorgt, frischt bei einem Rundgang sein Wissen über Quappe, Äsche und Giebel auf. „Unser Gelände ist frei zugänglich. Niemand muss sich für einen Besuch anmelden“, sagte FSG-Vorsitzender Menzel. Angelegt wurde der Lehrpfad im Rahmen einer Projektförderung hauptsächlich mit Geldern aus der Fischereiabgabe des Landes, die zur Förderung des Fischereiwesens von jeder angelnden oder fischenden Person zu entrichten ist.

Von Frank Bürstenbinder

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