Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Ein Leben für den Fisch

"Wer den Zander nicht versteht, wird ihn nicht fangen" Ein Leben für den Fisch

Veit Wilde (28) ist Zanderexperte und Redakteur der Anglerzeitschrift Blinker. Eine Vortragsserie über den begehrten Raubfisch führte den in Hamburg lebenden Profi nach Brandenburg an der Havel. Hier ein Interview mit dem Fisch-Fan - der Experte spricht über Grund- und Posenangelei, Kunstköder und eine immer komplizierter werdende Sportart.

Voriger Artikel
Wilderer erschießt Freund statt Wildschwein
Nächster Artikel
Falschgeld-Alarm

Kapitaler Fisch: Veit Wilde präsentiert einen von ihm gefangenen Zander.

Quelle: Privat

Brandenburg an der Havel. MAZ: Herr Wilde, die MAZ sucht zusammen mit dem Landesanglerverband den "Fisch des Jahres 2014". Wie groß sind die Chancen, einen Kapitalen aus den Havelgewässern der Region zu ziehen?

Veit Wilde: Sehr groß sogar. Ich habe gerade drei Hechte in der Rathenower Havel gefangen ‒ und zurückgesetzt. Will sagen: Die Rahmenbedingungen sind phantastisch. Der Fisch ist da und es gibt eine große Menge an Gewässern. Für mich ist Brandenburg eines der angelfreundlichsten Bundesländer.

Ihr Zielfisch ist der Zander. Was können die Brandenburger Angler von Ihnen lernen?

Wilde: Zum Beispiel, wie sich mit Kunstköder mehr fangen lässt. Die moderne Spinnfischerei bietet dafür viele Möglichkeiten. Aber ich sage auch, nicht alles, was heute verkauft wird, funktioniert gut.

Hat die Grund- und Posenangelei ausgedient? Sind Würmer und Köderfische von gestern?

Wilde: Nein. Aber ich stehe für die aktiven Angler, die neuen Entwicklungen offen gegenüber stehen.

Aber das Angeln wird immer komplizierter vor lauter Shads, Drop-Shots und Jerkbaits. Die Hersteller hauen uns ihre englischen Produktbezeichnungen nur so um die Ohren.

Wilde: Ich gebe Ihnen recht. Das ist ein Trend, der auch mir wenig behagt. Doch die Globalisierung macht vor Modellnamen nicht halt. Aber am Ende bleibt ein Gummifisch ein Gummifisch und ein Wobbler ein Wobbler.

Was war Ihr bisher größter Fisch?

Wilde: Ein Wels mit 1,90 Meter. Stolzer bin ich aber auf einen Zander von 1,05 Meter.

Warum bleibt für viele Angler der Zander ein unerfüllter Traum?

Wilde: Der Zander hat Eigenschaften, die ihn von anderen Fischen abheben. Wer diesen Fisch nicht versteht, wird ihn nicht fangen.

Was sind das für Eigenschaften?

Wilde: Der Zander ist lichtscheu und mag deshalb trübes Wasser. Er hat gern festen und kiesigen Boden unter sich. Und deshalb kommt er in weniger Gewässern als der Hecht vor. Weil die Havel immer sauberer wird, besser in der Dämmerung oder nachts angeln.

Womit fangen Sie Zander am besten?

Wilde: Vor allem mit Kunstköder. Das sind mit Bleiköpfen bestückte Gummifische, die zehn bis 15 Zentimeter lang sind. Der Einzelhaken wird mit einem zusätzlichen Drilling ergänzt. Wichtig: Der Kunstköder muss die natürliche Beute des Zanders besonders gut nachahmen.

Der Besuch von Hausrevieren Ihrer angelnden Leserschaft gehört für Sie zum beruflichen Alltag. Welche Gewässer sind Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?

Wilde: Da wäre zunächst der Diemelsee, eine Talsperre an der Landesgrenze zwischen Hessen und Niedersachsen. Viele Zander! Dann die Oste in Niedersachsen. Dort fing ich einen 98er-Zander. Und drittens beeindruckt mich immer wieder die Untere Havel mit ihrer tollen Landschaft und den kampfstarken Rapfen.

Was halten Sie denn von der aktuellen Diskussion um so genannte Entnahmefenster für Fische? Also die Einführung von Höchstmaßen neben den Mindestmaßen.

Wilde: Ich wäre dafür. Gerade die Kapitalen leisten mit ihrem Laich einen wichtigen Beitrag zur Bestandserhaltung. Wir wollen doch auch noch in 20 Jahren Zander fangen.

Interview: Frank Bürstenbinder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Anglerglück in Ostbrandenburg

Rund neun Kilo schwer und mehr als 90 Zentimeter groß - was für ein Brocken. Am Dienstag zog ein Fischer einen Zander aus dem Wasser des Groß Schauener Sees, der es ohne weiteres auf einer Liste der Top-Fänge 2014 einen Spitzenplatz schaffen. Nur für ganz vorne reicht es bei weitem nicht.

mehr
Mehr aus Brandenburg/Havel
5a29d74e-dc22-11e7-9eba-5da84ef1d449
Brandenburg/Havel damals und heute

Die Stadt Brandenburg an der Havel ist mehr als tausend Jahre alt. Besucher können auch heute noch viel Historisches entdecken. Die MAZ hat im Archiv gestöbert, sehenswerte Fotos gefunden und lädt hier zu einem Stadtbummel „Damals und heute“ ein.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg