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Zauderer in eigener Sache

Kreykenbohm lässt Frage nach Kandidatur offen Zauderer in eigener Sache

Kloster Lehnins Bürgermeister Bernd Kreykenbohm (57) ist noch unentschlossen, ob er zur Bürgermeisterwahl Anfang nächsten Jahres erneut antritt. Er habe sich dazu noch keinen abschließenden Gedanken gemacht und daher auch noch nicht positioniert, sagt der parteilose Amtsinhaber, der die 11.000-Einwohner-Gemeinde seit dem Jahr 2002 regiert.

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Erneute Kandidatur? Bernd Kreykenbohm hält sich vornehm zurück.

Quelle: H. Hesse

Kloster Lehnin. Ob seine gesundheitliche Verfassung bei der Entscheidung für oder gegen eine erneute Kandidatur eine Rolle spielt, lässt Kreykenbohm offen. „Es ist an viele Dinge zu denken“, äußert er viel sagend.

Wie bei der vergangenen Wahl am 15. März 2008 wäre der parteilose Bernd Kreykenbohm auf die Unterstützung anderer Parteien und Wählergruppen angewiesen. Die wichtigsten Fraktionen – SPD, CDU, Linke und Freie Bürger – hatten vor sieben Jahren dafür gesorgt, dass er als alleiniger Kandidat mit 84 Prozent gewählt wurde.

Unterstützung könnte er nach derzeitigem Stand von der CDU erneut erwarten. Deren Fraktions chef Harry Grunert aus Grebs hält Kreykenbohm für einen der erfolgreichsten Bürgermeister des Landkreises. Die Christdemokraten hätten sich zwar noch nicht verständigt, würden aber mit aller Wahrscheinlichkeit keinen eigenen Kandidaten aufbieten. Grunert: „Kreykenbohm und seine Verwaltung arbeiten sehr gut, einen guten Kapitän wechselt man nicht während der Fahrt.“

Nicht ganz einheitlich ist das Bild bei den Sozialdemokraten. Kloster Lehnins Ortsvereins-Vizevorsitzender Berthold Satzky sagt, die SPD sei noch nicht so weit, eine Erklärung dazu abzugeben. Man habe sich zwar intern kurz über die anstehende Wahl unterhalten, werde sich aber erst im August/September ernsthaft mit dem Thema einer möglichen eigenen Kandidatur beschäftigen.

Dagegen meint Matthias Schubert, SPD-Unterbezirksvorsitzender Potsdam-Mittelmark, dass „der Kollege vor Ort der Beste ist“ und die SPD nicht die Not habe, selbst jemanden aufzustellen, um Schlimmeres zu verhindern.

Ganz andere Töne schlägt Andreas Bernig von den Linken an. Der Landtagsabgeordnete und Gemeindevertreter aus Göhlsdorf findet es an der Zeit, dass „die Ära Kreykenbohm zu Ende geht“. Da habe sich „zu viel abgeschliffen“.

Der Linken-Fraktionsvize formuliert es deutlicher: „Das System Kreykenbohm gehört abgeschafft.“ Näher ausführen möchte er den Gedanken wegen denkbarer juristischer Folgen nicht. Die Linke denkt Bernig zufolge über einen eigenen Kandidaten nach, dieser Denkprozess sei aber noch nicht abgeschlossen.

Ob sie einen anderen Kandidaten, etwa von der SPD, unterstütze, würde von der konkreten Person abhängen: „Jeden Besenstiel der SPD würden wir bestimmt nicht wählen“, versichert Bernig. Ob die Freien Bürger und Bauern dem Amtsinhaber die Stange halten oder selbst einen Kandidaten aufbieten werden, ist ebenfalls noch offen. „Dazu haben wir uns noch keine Gedanken gemacht“ sagt der Fraktionschef, Krahnes Ortsvorsteher Reinhard Siegel.

Der genaue Wahltermin steht noch nicht fest. Laut Bürgermeister und dem örtlichen Wahlleiter Stefan Arnold wird er zwischen dem 3. Februar und 3. Juli 2016 liegen. Die Kommunalaufsicht des Landkreises ist sich da nicht sicher, sie blieb in der vergangenen Woche die Antwort schuldig.

Bernd Kreykenbohm war vor seiner ersten Wahl zum Bürgermeister bereits fast zehn Jahre lang Direktor des Amtes Lehnin. Er gilt als Verwaltungsprofi, der andere für sich und seine Ziele einbinden kann. In die Kritik war Kreykenbohm, der seinen Hauptwohnsitz weiterhin in seiner niedersächsischen Heimat hat, vor zwei Jahren geraten. Denn er ließ auf seinem Grundstück in Netzen ein weiteres Haus zunächst ohne Baugenehmigung bauen. Die Bauaufsicht schluckte damals die Macht des Faktischen.

Von Jürgen Lauterbach

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