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Brandenburg/Havel Zehn neue Straßenbahnen für Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Zehn neue Straßenbahnen für Brandenburg
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16:01 26.02.2018
Nur kurze Zeit führte in Brandenburg an der Havel eine Straßenbahnlinie vom Altstädtischen Markt am Rathenower Torturm vorbei zum Sportplatz an der Brielower Straße. Quelle: Repro: Sammlung Hesse
Brandenburg/H

Demnach soll der gesamte Öffentliche Personennahverkehr gefördert werden, besonders aber die so genannten spurgebundenen Verkehrsmittel: Straßenbahnen und Oberleitungsbusse. Insgesamt werden bis zum Jahr 2022 48 Millionen Euro zusätzlich ausgereicht.

Zuvor hatte es einen langen Kampf gegeben, sagt VBBr-Geschäftsführer Jörg Vogler: „Die betroffenen Kommunen haben enormen Druck aufgebaut auf die Landesregierung, entscheidend war wahrscheinlich der Aktionstag ,Straßenbahn’ am 4. Mai im Potsdamer Mercure-Hotel, als wir klar gemacht haben, wie vernachlässigt wir uns als Straßenbahn-Städte fühlen.“ Neben den Protestlern sitzen dem Land auch Termine im Nacken: 2012 haben Bundestag und Bundesrat das Personenbeförderungsgesetz geändert und haben eine Frist gesetzt von zehn Jahren bis 2022. Dann sollen alle öffentlichen Verkehrsmittel behindertengerecht gebaut sein.

Für reine Busunternehmen ist das in den meisten Fällen kein Problem. Ein Bus hat eine Lebensdauer von rund zehn Jahren – also kann bei planmäßigen Ersatzbeschaffungen gleich auf die Behindertenfreundlichkeit geachtet werden. In zehn Jahren kann ein Unternehmen als die komplette Flotte erneuert haben.

Preis pro Straßenbahn: 2,5 bis 3 Millionen Euro

Doch Straßenbahnen leben länger und sie sind viel teurer. Ein Bus kostet maximal 600.000 Euro, eine Straßenbahn kostet 2,5 bis drei Millionen Euro. Deshalb sind die „Umlaufzyklen“ bis zum Ersatz viel länger. Bekanntlich ist die VBBr-Straßenbahnflotte im Durchschnitt 40 Jahre alt, die allermeisten Fahrzeuge haben jeweils mehr als eine Million Fahrkilometer absolviert.

Das Land Brandenburg gibt aber nicht einfach so jeder Stadt eine bestimmte Summe, sondern es geht nach dem altbekannten Gießkannenprinzip und nach verschiedenen Verteilungsschlüsseln (siehe Infokasten). So fließen in den Jahren 2017 bis 2022 etwas mehr als sechs Millionen Euro zusätzlich in die Stadt Brandenburg. Sie spart das für die VBBr an – das ist fördertechnisch zulässig. In den folgenden acht Jahren von 2023 bis 2030 kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch 7,5 Millionen Euro hinzu, so dass es 14 Millionen werden. Den gleichen Betrag gibt dann die Stadt hinzu, so dass die für zehn Bahnen nötigen 28 Millionen Euro zusammenkommen.

Komplizierte Verteilung des Geldes

Die 48 Millionen Euro Fördermittel für den Öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV werden nach einem komplizierten Schlüssel verteilt.

Elf Millionen Euro werden an alle Städte und Landkreise mit ÖPNV ausgeschüttet, 2017 eine Million, von 2018 bis 2022 jeweils zwei Millionen Euro. Brandenburg an der Havel bekommt so etwa 500.000 Euro.

Die restlichen 37 Millionen gehen an die Straßenbahn- und O-Bus-Städte. In diesem Jahr zwei, 2018 acht und 2019 neun Millionen Euro, von 2020 bis 2022 jeweils sechs Millionen Euro.

Davon bekommt die Stadt jeweils gut 15 Prozent – also in Summe 5,55 Millionen Euro.

Von 2023 bis 2030 sollen weitere sechs Millionen pro Jahr folgen.

Weil die Züge aber schon 2024/25 beschafft werden, müssen die Restsummen über Kredite finanziert werden, die dann aus der weiter eintrudelnden Förderung bedient werden können. So ist das Verfahren im Wirtschaftsplan der VBBr nebst mittelfristiger Finanzplanung festgeschrieben, der Hauptausschuss hat die Papiere bereits bestätigt.

Der Traum vom Ausbau des Straßenbahnnetzes

Allerdings wecken die Zusatzmillionen auch andere Begehrlichkeiten: „Endlich bekennt sich auch das Land eindeutig zu den Straßenbahnen. Gerade in Zeiten der Elektromobilität ist die Straßenbahn hochmodern. Jetzt sollte auch nachgedacht werden, ob unsere wachsende Stadt zukünftig wieder neue Bahnstrecken – etwa nach Nord – bekommen soll“, schlägt der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher vor. In der Tat fuhr bereits in den 1920er-Jahren eine Straßenbahn zur Brielower Straße.

Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) kontert den Holzschuher-Vorstoß ironisch: „Dann will ich eine Straßenbahn zur Scholle.“ Auch das ist nicht neu, es gab schon eine Linie bis zur Bahn an der Wilhelmsdorfer Landstraße. Ernsthaft fügt Scheller hinzu: „Wenn wir die Ziele des Personenbeförderungsgesetzes erreichen wollen, müssen wir in erster Linie in Fahrzeuge und barrierefreie Haltestellen investieren. Das kostet schon genügend Kraft.“

Vogler gibt zu bedenken: „Bei solchen Vorschlägen muss man eine Vorstellung davon haben, was es bautechnisch kostet. Zudem braucht man zusätzliche Bahnen, wenn man die neue Linie nicht zu Lasten der bestehenden betreiben will.“

In der Landeshauptstadt Potsdam wird gerade eine Linie verlängert, nach beinahe 20 Jahren zum ersten Mal. Zur Bundesgartenschau 2001 war die Linie zum Buga-Volkspark und zu den Grauen und Roten Kasernen errichtet worden. Diese Trasse soll nun in Richtung Krampnitz weitergeführt werden, weil in der boomenden Stadt dort große Wohngebiete entwickelt werden. Allein die rund drei Kilometer lange Etappe kostet einen zweistelligen Millionenbetrag – ohne Fahrzeuge.

Auch ein Umstellen des Brandenburger Tram-Systems auf O-Busse würde schwierig sein – an vielen Stellen würde der Begegnungsverkehr nicht mehr funktionieren, auf den Strecken zum Quenz oder über den Görden fehlen Fahrbahnen – insgesamt wäre auch der Flächenbedarf viel höher.

Von André Wirsing

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