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Brandenburg/Havel Zehnmal so viele Schulbegleiter wie 2012
Lokales Brandenburg/Havel Zehnmal so viele Schulbegleiter wie 2012
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02:15 19.05.2017
Schulbegleiter gehören auch in Brandenburgs Schulen zum Unterrichtsalltag. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Der Bedarf an Schulbegleitung ist in den vergangenen Jahren in der Stadt Brandenburg an der Havel erheblich gestiegen. Inzwischen sind 63 Schulbegleiter an 16 städtischen aktiv und unterstützen das Leben und Lernen von 73 behinderten Schülern. 2012, als das Pilotprojekt „Inklusive Schule“ ins Leben gerufen wurde, waren es nur fünf Begleiter für fünf Schüler gewesen. Das gemeinsame Lernen kostet die Stadt in diesem Jahr etwa 2,1 Millionen Euro.

Die Krugparkschule ist eine von neun städtischen Grundschulen, an denen Schulbegleiter mit 30 Wochenstunden beschäftigt sind. „Es ist eine Bereicherung für die Kinder“, versichert Elke Eichler, eine von fünf Schulbegleiterinnen an der Krugparkschule.

Sie reagiert immer dann, wenn ihr Schützling im Unterricht stört oder damit überfordert ist. Allein die Tatsache, dass Elke Eichler anwesend ist, wirkt beruhigend.

Behinderte Kinder können viele gute Unterrichtsstunden hintereinander haben und dann plötzlich doch aus dem Gleichgewicht geraten. Ihre Begleiter fangen sie in solchen Momenten auf, verlassen wenn nötig den Klassenraum mit ihrem Schützling. „Wir sind sehr froh über unsere Schulbegleiter“, sagt Schulleiterin Birgit Dittrich.

Qualifiziertes Personal ist schwer zu finden

Von den 63 Schulbegleitern werden 19 Stellen von Beschäftigten des Bundesfreiwilligendienstes und des Freiwilligen Sozialen Jahres abgesichert.

Wegen der längeren Unterrichtszeit wurden die Stunden erhöht, in den Grundschulen auf 30, in den weiterführenden Schulen auf 40 Wochenstunden.

Probleme erkennt die Verwaltung inzwischen darin, noch qualifiziertes Personal zu finden.

Die Qualifizierung richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem Anforderungsprofil. Die Grundqualifizierung ist der Beruf des Heilerziehungspflegers oder vergleichbarer Abschlüsse.

Für die Schulbegleitung stellt die Kommune derzeit 2,1 Millionen Euro zur Verfügung, allerdings nicht ganz freiwillig. Denn laut Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann müsste eigentlich das Land die Kosten erstatten.

Vor zweieinhalb Jahren kam der erste Schulbegleiter an die Krugparkschule, das war damals dringend notwendig. Die Aufgaben sind unterschiedlich, richten sich nach dem einzelnen Kind, seinen geistigen oder auch körperlichen Möglichkeiten und Behinderungen.

„Die Chemie zwischen den Betreuern und den Schülern muss stimmen, sonst können sie nicht zusammen arbeiten und der Schüler macht keine Fortschritte“, erklärt Birgit Dittrich. Wenn es nicht anders geht, müssen Betreuer ausgetauscht werden.

Bei Kindern, die sehr unruhig sind, aggressiv werden können oder keine Lust verspüren mitzumachen, versuchen die Begleiter Konflikte innerhalb der Klasse zu vermeiden. Sie beruhigen die Kinder beruhigen, verabreichen ihnen, wenn nötig, ihre Medikamente.

Schüler, die schüchtern oder zurück geblieben sind, werden motiviert, aufgemuntert. Körperlich erkrankte Kinder benötigen eine wieder andere Zuwendung. Wenn nötig, helfen die Begleiter ihnen, manchmal nur indem sie anfassen und tragen.

Die Leiterin der Krugparkschule kann und möchte auf die Unterstützung von außen nicht mehr verzichten. „Jeder zieht einen Vorteil aus den Schulbegleitern, Lehrer, Schüler und die ganze Klasse““, versichert die Pädagogin.

Die Schulbegleiter sind den ganzen Schultag für die Kinder erreichbar, im Unterricht sowie in den Pausen. Im Idealfall betreuen sie ihre Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse. Alle zwei Jahre gibt es einen Förderausschuss, der entscheidet, ob das jeweilige Kind noch einen Schulbetreuer braucht oder mittlerweile allein zurecht kommt.

Die Schulverwaltung hat der CDU-Stadtverordneten Ute Taege zur vergangenen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) den Umfang und Bedarf der Schulbegleitung erläutert. Bis zum laufenden Jahr stieg der Bedarf seit 2012 um 10 bis 15 Schüler pro Schuljahr. In etwa entsprechend stieg auch die Zahl der Schulbegleiter, die bei zwei Trägern beschäftigt sind: der Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam und dem Internationale Bund.

Anfangs hatte sich der Bedarf auf die neun städtischen Grundschulen konzentriert, wo aktuell 46 Schüler von 38 Kräften begleitet werden. Seit 2014 arbeiten Schulbegleiter auch an den drei Oberschulen, acht an der Zahl, sowie je einer an den beiden städtischen Gymnasien. 15 sind es an den Förderschulen.

Von Lilli Haase

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