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Zeit und Wetter waren gegen Störche

Weniger Jungvögel geboren Zeit und Wetter waren gegen Störche

In Rogäsen fesselten sich zwei Jungstörche selbst, weil sie in Bindegarn geraten waren. Ein Vogel überlebte das Drama nicht. 2016 war rund um Brandenburg ein maues Storchenjahr. Die Vögel kamen zu spät aus dem Süden. Und es fehlte im trockenen Frühjahr an Nahrung.

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Unbeeindruckt von den Rindviechern schreitet dieser Weißstorch selbstbewusst bei Wusterwitz über eine Weide.

Quelle: Martina Böttcher

Mittelmark. „Es war ein maues Storchenjahr. Sie sind spät gekommen, dadurch gab es Horstkämpfe. Das Frühjahr war zu trocken, es herrschte Nahrungsmangel“, fasst Christian Kurjo die Situation im Altkreis Brandenburg zusammen. Er ist ehrenamtlicher Storchenbetreuer und gleichzeitig Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Insgesamt brüteten 37 Storchenpaare, davon haben allerdings nur 27 Paare ein Junges großgezogen. Im Vergleich zu 2014 sind es 16 Jungvögel weniger. Zehn Jahre zuvor waren es gar 112 Jungstörche.

„In der Tendenz sinkt die Population“, stellt Kurjo nüchtern fest. In seinem Heimatort Trechwitz gab es schon das vierte Jahr im Folge keinen Nachwuchs, obwohl ein Paar das Nest auf dem Schornstein belegt hatte. „Ein Altvogel ist verschwunden, da hat dann der andere nicht weiter gebrütet und aufgegeben“, so Kurjos Beobachtung. Der Artenschützer ist ein genauer Beobachter. Ihm ist es zu verdanken, dass in Rogäsen zumindest ein Jung-Adebar überlebt hat.

In Rogäsen musste  die Feuerwehr eingreifen

In Rogäsen musste die Feuerwehr eingreifen. Zwei Störche verhedderten sich in einer Schnur. Nur ein Jungvogel überlebte.

Quelle: Privat

Kurjo fiel die unnatürliche Haltung der Störche auf. „Ich hatte ein Fernglas dabei und sah, dass sie gefesselt waren“, berichtet der Naturschützer. Mit Hilfe der herbeigerufenen Freiwilligen Feuerwehr Ziesar und des Ortsvorstehers konnte er die Brut von Bindegarn befreien. Sie hatten sich damit selbst gefesselt und es verschluckt. Die Störche wurden in die Naturschutzstation Krugpark gebracht. und untersucht. Am zweiten Tag spuckte der eine das Gewölle raus und wurde zurückgebracht, wo ihn die Eltern wieder annahmen. Der andere Storch verendete trotz der Hilfe.

Ein Naturschauspiel bot sich den Weißstorchfreunden in Golzow. Statt den Horst zu belegen, nisteten die Adebare in einer Kastanie. „Das kommt zwar manchmal noch im Spreewald vor, bei uns eigentlich nicht“, staunte Kurjo nicht schlecht als er die Nachricht erhielt. Die Weißstörche sind Kulturfolger und bevorzugen Nester auf Masten oder Schornsteinen. In Hohenferchesar ist es zu einem Kampf um das Nest gekommen, dabei wurden alle vier Eier zerstört. An einigen Standorten konnte man jedoch zufrieden sein. In Bücknitz, Müggenburg, Marzahne, Roskow, Weseram und Zitz sind drei Jungvögel flügge geworden. So ebenfalls in Gortz. Hier hat es sich ausgezahlt, dass im März der Horst saniert worden ist. Es glich einem Hochhaus mit mehreren Etagen, die abgetragen worden sind.

In Jeserig waren die Störche nur zu Besuch. Vielleicht staunten sie, dass ihr alter Holzmast nicht mehr da war. Der Specht hatte ihm so zugesetzt, dass er durch einen Betonmast ersetzt werden musste. Neue Betonmaste gab es auch in Butzow. Dort mit Erfolg, denn zwei Jungvögel sind groß geworden. Gollwitz blieb leider ohne Brut. In Schmerzke wurden beide Holzmasten ersetzt. Einer stürzte bei einem Unwetter um, das Gelege wurde zerstört. Von den 62 Horsten im Altkreis Brandenburg und den Ortsteilen der Domstadt wurden 16 gänzlich verschmäht, hier zeigte sich kein einziger Rotschnabel. Fünf weitere Dörfer konnten sich immerhin über einen Storchenbesuch freuen. Christian Kurjo hofft, dass im nächsten Jahr der Trend gestoppt wird und wieder mehr Brutpaare den Weg in die Region zwischen Zauche und Havelland finden.

Von Andreas Koska

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