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Brandenburg/Havel Zeitzeugen für Euthanasie-Morde gesucht
Lokales Brandenburg/Havel Zeitzeugen für Euthanasie-Morde gesucht
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00:31 22.05.2015
Ermordet: Inge Harbrecht (l.), hier mit ihrem Bruder. An das Mädchen erinnert eine Stele vor der Gedenkstätte. Quelle: Jast
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Brandenburg an der Havel

Was haben Brandenburger gewusst von den Euthanasie-Morden 1940 inmitten ihrer Stadt, bei denen mehr als 9000 Menschen durch Gas getötet worden sind? Dieser Frage gehen vier Elftklässler des Brecht-Gymnasiums nach. Sie suchen Zeitzeugen, die von ihren Beobachtungen damals berichten können.

Jennifer Matz, Niklas Stieger, Anja Ganneck und Sylvia Hofrichter möchten mit Menschen sprechen, die vielleicht als Kinder auf dem Weg zur Nicolai-Schule am Ort der Krankenmorde vorbeikamen und sich erinnern. „Wir wenden uns an frühere Schüler der Nicolai-Schule, weil man von den oberen Etagen des Gebäudes auf das Gelände blicken konnte“, sagt Petra Oelsner. Sie ist Geschichtslehrerin am Brecht-Gymnasium, Lehrerin an der Euthanasie-Gedenkstätte und begleitet das Projekt: „Auch Saldria-Schülern ist vielleicht etwas aufgefallen. Auch sie kamen dort auf ihrem Schulweg vorbei. Es ist der letzte Moment, solche Fragen zu stellen. In einigen Jahren ist es zu spät.“

Vielleicht gebe es zudem Brandenburger, die sich an die Schilderungen der Eltern erinnern können. „Auch Berichte aus zweiter Hand sind wichtig“, so Petra Oelsner.

Vor 75 Jahren wurden auf dem Gelände des Alten Zuchthauses am Nicolaiplatz binnen zehn Monate mehr als 9000 psychisch kranke und behinderte Menschen umgebracht und in der ersten Zeit dort auch verbrannt, bis sich Anwohner über den Rauch beschwerten. Zu den Ermordeten zählte auch die siebenjährige Inge Harbrecht. Sie war eines von 57 Kindern, die am 28. Oktober 1940 getötet worden sind. „Sie wurden ermordet, um an ihre Gehirne zu kommen. Mord aus Forschungszwecken“, sagt Petra Oelsner. Inge starb am letzten Tag der Euthanasiemorde in Brandenburg. mai

Zeitzeugen können sich an das Brecht-Gymnasium unter 03381/300314 wenden.

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