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Zentrales Wohnheim ist bald bezugsfertig

Flüchtlinge in Brandenburg an der Havel Zentrales Wohnheim ist bald bezugsfertig

Weil die kurzfristig geschaffenen Notunterkünfte für Flüchtlinge an der Regattastrecke und in der Nicolaischule dringend für Bauvorhaben gebraucht werden und die Betriebsgenehmigung für Objekte wie in Kirchmöser ausläuft, muss in der Stadt Brandenburg ein neues zentrales Übergangswohnheim her - die Rolandkaserne ist zum 1. März fertig.

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Früher wohnten hier Bundeswehrangehörige, Anfang März ziehen Flüchtlinge und Asylsuchende in die Rolandkaserne.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes wird das neue Übergangswohnheim für Flüchtlinge und Asylbewerber in der Rolandkaserne bis Ende 2017 betreiben, wenn der Hauptausschuss in seiner nicht öffentlichen Sitzung am Dienstagabend der eindeutigen Empfehlung der Verwaltung gefolgt ist.

Am 1. März soll die Einrichtung in Betrieb gehen, vorerst soll sie bis zu 650 Menschen beherbergen. Dafür sind die ersten beiden Blocks mit den früheren Offizierswohnungen hergerichtet worden. In einer zweiten möglichen Ausbaustufe mit dem dritten Block könnte die Kapazität auf gut 1000 Plätze erweitert werden.

Aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, dass das DRK für die ausgeschriebenen 22 Monate Betriebsführung einen Gesamtpreis von etwas mehr als 3,2 Millionen Euro aufgerufen hatte, der unterliegende Bieter - wohl der Internationale Bund IB - wollte für die gleichen Leistungen schon 4,1 Millionen Euro.

Am 1. März ist Betriebsstart

Die Verwaltung hatte trotz des großen finanziellen Volumens auf eine große Ausschreibung verzichtet, weil das Vorhaben „Vergabe der Betriebsführung“ ein dringliches ist. Die pauschale Dringlichkeit für alle Maßnahmen zum Unterbringen der Flüchtlinge und Asylbewerber hat das Potsdamer Innenministerium bis zur Jahresmitte allen Kommunen und Landkreisen bescheinigt. An fünf potentielle Bewerber wurden die Angebotsunterlagen verschickt, vier wollten sich beteiligen, drei kamen zur Ortsbesichtigung, danach blieben nur die beiden Bieter übrig.

Schon vor dem Verfahren hatte DRK-Vorstand Andreas Griebel immer betont: „Wir haben seit Jahren Erfahrungen mit dem Betreiben von Heimen und mit dem Abrechnen gegenüber der Stadt, deswegen kalkulieren wir immer mit dem spitzen Stift.“ Das dürfte die richtige Entscheidung gewesen sein, denn die Verwaltung hat sich ebenfalls der Vergleichszahlen bedient: Das Rathaus überweist pro Jahr 460.000 Euro Fixkosten an das DRK für das Übergangswohnheim Flämingstraße. Dazu schlägt sie 20 Prozent drauf und hat eine Zahl für einen Rolandkasernen-Block. Das Ganze multipliziert mal zwei, umgerechnet auf 22 Monate plus 220.000 Euro Bewachungskosten ergibt einen Betrag von etwas mehr als 3,1 Millionen Euro.

Offensichtlich hat das Griebel-Team vom DRK genauso kalkuliert und beinahe eine „Punktlandung“ hingelegt.

53 400 Euro Monatsmiete

Das Areal der Rolandkaserne ist 38,5 Hektar groß, die Stadt mietet eine Fläche von 60.000 Quadratmetern – also sechs Hektar.

Die Kommune überweist dafür 53.400 Euro je Monat an die Besitzer, die Brüder Frank und Ingo Westphal.

Diese hatten das gesamte Kasernen-Objekt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für knapp drei Millionen Euro erworben, betreiben dort ihre eigene Firma „Oskar Kinderland“, vermieten zudem Hallen und Gebäude an andere Unternehmen.

Vom Land gab es 2300 Euro für jeden geschaffenen Wohnheimplatz, das Geld wird zum Herrichten der alten Kasernenblocks verwendet. Derzeit wird um die drei Gebäude auch ein Zaun errichtet.

Die Gebäude waren noch in einem guten Zustand, es mussten aber erweiterte Kapazitäten im Sanitärbereich geschaffen und gestiegene Anforderungen im Brandschutz erfüllt werden.

Gemietet sind vorerst zwei Blocks, Optionen zur weiteren Anmietung des dritten Blocks sowie des Stabs- und Sanitätsgebäudes sind vertraglich vereinbart.

„Wir sind mit der Rolandkaserne voll im Zeitplan und können dementsprechend in der nächsten Zeit beginnen, die Notunterkünfte geordnet in die Rolandkaserne zu überführen, das betrifft insbesondere die Regattastrecke und das alte Nicolaischulgebäude“, hatte Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) jüngst vor den Stadtverordneten gesagt. Dort sind derzeit zusammen etwa 130 Menschen untergebracht, zudem gab es noch eine Notunterkunft in Kirchmöser mit 75 Plätzen.

Derzeit gebe es seit etwa drei Wochen keine neuen Zuweisungen von Eisenhüttenstadt aus nach Brandenburg an der Havel, dadurch werde die Situation etwas entspannt, doch nun gelte es, die Umzüge zu organisieren. „Wir können nun beispielsweise an der Regattastrecke pünktlich mit den Vorbereitungen zur Ruder-Europameisterschaft 6. bis 8. Mai beginnen.“ Auch stehe der Umbau der Nicolaischule zur Medizinischen Hochschule MHB noch in diesem Jahr auf dem Programm.

Von André Wirsing

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