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Brandenburg/Havel Ziegeleifreunde stellen im Pauli-Kloster aus
Lokales Brandenburg/Havel Ziegeleifreunde stellen im Pauli-Kloster aus
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16:40 23.10.2016
Sven Kornisch (l.) und der Päwesiner Ortschronist Frank Brademann. Quelle: Jürgen Krumnow
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Päwesin

Von den Freunden der Ziegeleigeschichte wird eine erste gemeinsame Ziegelausstellung im Archäologischen Landesmuseum im Paulikloster vorbereitet. Darüber verständigten sie sich am Samstag bei einem Treffen im Restaurant „Zur Bauernstube“ in Päwesin.

„Die Ausstellung wird von Oktober nächsten Jahres bis Januar 2018 im Kreuzgang des Pauliklosters zu sehen sein“, teilte Sven Kornisch mit. Er ist einer der federführenden Freunde der Ziegeleigeschichte und engagiert sich überdies auch im Arbeitskreis Stadtgeschichte im Brandenburgischen Kulturbund e. V. und als Redakteur der „Heimatkundlichen Blätter“.

Den aus Premnitz, Berlin, Ketzin, Rathenow, Klein Kreutz, Deetz, Zehdenick und anderen ehemaligen Standorten von Ziegeleien angereisten Freunden der Ziegeleigeschichte steht damit eine arbeitsreiche Etappe bevor. Angesichts ihrer Erfahrungen bei der Vorbereitung örtlich begrenzter Ausstellungen wollten sie keine Zeit verstreichen lassen. Mit Blick auf die Gäste sprach jemand von der hier versammelten geballten Kompetenz über die Ziegeleigeschichte.

Ihre siebte Zusammenkunft innerhalb der vergangenen drei Jahre nutzten sie daher zur Bildung von Arbeitsgruppen, die sich über die darzustellenden Orte und die einzelnen Themen verständigten. So werden sich beispielsweise Ketzin, Zehdenick, Parey (Elbe), die Region Mittenwalde, Rathenow oder die Region Deetz, Götz und Schmergow darstellen können. Für Überraschung sorgte selbst in diesem Kreis Sven Kornisch mit der Mitteilung, dass im Jahr 1878 in der Stadt Brandenburg 24 Ziegeleien angemeldet waren, wie das aktuelle Recherchen ergaben. Allein aus der Stadt Brandenburg seien 1902 die gewaltige Menge von 254 Millionen Ziegeln nach Berlin verschifft worden. Aber nicht nur die Ziegel und ihre Herstellung oder die Arbeitsbedingungen sollen dargestellt werden.

Wie Jörg Kappe aus Briest mit einem nun digitalisierten Film zeigte, haben auf den Ziegeleien überraschend viele Frauen gearbeitet. Sein Vater Wilhelm hatte als Hauptbuchhalter mit einer 8-Millimeter-Kamera um 1960 den Film auf einer der 14 Ziegeleien in Päwesin gedreht. Auch Krankheiten der Arbeiter und die Kinderarbeit bis Ende des 19. Jahrhunderts werden thematisiert. Verschiedene Schulleiter hätten bereits jetzt ihr Interesse an der Ausstellung bekundet, so Sven Kornisch.

Von Jürgen Krumnow

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