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Brandenburg/Havel Ziesars Amtsdirektor für Austritt aus Naturpark
Lokales Brandenburg/Havel Ziesars Amtsdirektor für Austritt aus Naturpark
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15:35 16.11.2016
Auch der Radweg zwischen Ziesar und Görzke führt durch den Naturpark Hoher Fläming. Quelle: Silvia Zimmermann
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Amt Ziesar

Müssen die Grenzen des Naturparks Hoher Fläming neu gezogen werden? Zumindest sorgt ein Tagesordnungspunkt auf der nächsten Kuratoriumssitzung für Aufregung. Am 24. November berät der Stiftungsrat über einen Antrag aus dem Amt Ziesar auf Austritt aus dem 1997 gegründeten Naturpark. Einreicher ist Verwaltungschef Norbert Bartels. Eine Nachricht, die am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung von Ziesar einschlug wie eine Bombe.

Von den Abgeordneten war niemand über den Vorstoß des Amtsdirektors informiert. „Wir können doch nicht sang- und klanglos dem Naturpark den Rücken kehren“, meinte Manfred Geserick. Weil die Gründe für Bartels Überlegungen völlig im Dunkeln liegen, schlug Geserick vor, Vertreter des Naturparks zu einer Stadtverordnetenversammlung einzuladen. Gegenüber der MAZ sprach der Vorsitzende des Kultur- und Tourismusausschusses von einem „völligen Alleingang“ des Verwaltungschefs. Auch Bernd Gobel regte an „Licht ins Dunkel“ zu bringen. Der Amtsdirektor, der als Privatmann größere Ländereien im Naturpark besitzt, kann nicht befragt werden. Er befindet sich im Urlaub.

Aushängeschild für den Tourismus

Teilbereiche des Landkreises Potsdam-Mittelmark wurden 1997 zum Naturpark „Hoher Fläming“ erklärt. Der Naturpark umfasst laut damaliger Bekanntmachung Teile des zentralen Flämings, des Burg-Ziesarer Vorflämings, der westlichen Fläminghochfläche, des Belziger Vorflämings und des Baruther Urstromtales.

Im Naturpark gibt es mehrere Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Der Erhalt und die Förderung der landschaftlichen Eigenart und Schönheit gehört zu den Hauptzwecken des Naturparks. Außerdem wird dem Schutz der Lebensräume von Tier -und Pflanzenarten große Aufmerksamkeit geschenkt.

Der Naturpark ist zu einem Aushängeschild für den Tourismus geworden. Das Naturparkzentrum befindet sich in Raben. Das Amt Ziesar macht den nordöstlichen Teil des Schutzgebietes aus. Darunter sind unter anderem Görzke, Hohenlobbese, Dretzen, Buckau, Rottstock, Köpernitz, Steinberg, Gräben, Dahlen und Grebs.

Auch im Amtsausschuss war ein möglicher Austritt aus dem Naturpark bislang kein Thema. „Ich habe so etwas noch nie gehört“, sagte Görzkes Bürgermeister Jürgen Bartlog der MAZ am Mittwoch auf Nachfrage. Zwar sei auch er nicht mit allen Entscheidungen der Naturparkverwaltung einverstanden, doch in einem Austritt würde er keinen Vorteil für seine Kommune erkennen, so Bartlog. Andererseits warnte er davor aus der Kuratoriumssitzung voreilige Schlüsse zu ziehen. Sollte sich der Amtsdirektor lediglich über die Modalitäten eines möglichen Austrittsszenarios informieren wollen, sei dies kein Drama, so Bartlog. Görzke ist 2017 Jahr Gastgeber für den Naturparkwandertag.

Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels stellt die Mitgliedschaft im Naturpark Hoher Fläming in Frage und sorgt damit für Aufregung. Quelle: Frank Bürstenbinder

Das Amt Ziesar ist mit den südlich der Autobahn gelegenen Gemarkungen der amtsangehörigen Kommunen Ziesar, Gräben, Wollin, Buckautal und Görzke Bestandteil des Naturparks. Die Fläche macht rund ein Fünftel des 827 Quadratkilometer großen Schutzgebietes aus. „Wir werden mit Herrn Bartels über die Gründe des Antrages diskutieren. Doch eine Entscheidung ist vom Kuratorium nicht zu erwarten. Denn der Naturpark ist eine Einrichtung des Landes“, teilte dessen Vorsitzender Thomas Griesbach mit.

Wie Griesbach ist Hartmut Kretschmer wenig erfreut über die schlagzeilenträchtige Tagesordnung der Kuratoriumssitzung. Der Abteilungsleiter für Großschutzgebiete und Regionalentwicklung im Landesumweltamt hält das Gremium für einen vernünftigen Ort, um alle Mitglieder über das Ansinnen aus dem Amt Ziesar zu informieren. „Gleichzeitig soll Herr Bartels Gelegenheit bekommen über seine Probleme mit dem Naturpark zu sprechen“, so Kretschmer. Einen Austritt kann nur Umweltminister Jörg Vogelsänger bestätigen. Es wäre bei elf Naturparks in Brandenburg ein bislang einmaliger Fall.

Von Frank Bürstenbinder

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