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Brandenburg/Havel Ziesars Schule ist im Ganztagsmodus
Lokales Brandenburg/Havel Ziesars Schule ist im Ganztagsmodus
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15:14 13.10.2016
Ganztagskoordinator Philipp Kikels und Schulleiterin Kerstin Riemer im Leseraum. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Ziesar

Hinter einer Tür verbirgt sich eine provisorische Theaterbühne aus Paletten, in einem anderen Raum schlagen die Herzen kleiner Baumeister höher. Ein drittes ehemaliges Unterrichtszimmer soll bald zu einem Snoezelraum für Kinder werden, die einfach mal abschalten wollen. Ziesars Thomas-Müntzer-Schule ist gerade dabei ein neues Raumkonzept für das Haus der früheren Grundschule mit Leben zu erfüllen.

Mit der Einführung der Ganztagsbetreuung für die Primastufe erlebt das 1913 als Amtsgericht errichtete Backsteingebäude eine neue Nutzung. Dort werden nur noch Erst- und Zweitklässler unterrichtet, während die älteren Grundschüler ihre Klassenräume jetzt im Oberschulteil bezogen haben. Die nach dem Umzug frei gewordenen Kapazitäten werden zu Themenräumen für eine attraktive Ganztagsbetreuung hergerichtet. Damit ist der Nachwuchs in einem Zeitband von 6 bis 17 Uhr an einem Standort in guten Händen.

Vorbereitung auf den Beruf

Die Thomas-Müntzer-Oberschule mit Grundschule versteht sich schwerpunktmäßig als Partner für die Berufsvorbereitung. Die Berufsorientierung beginnt mit der 7. Klasse. Ab der 8. Klassenstufe werden Betriebspraktika absolviert. Ab der 7. Klasse erhält jeder Schüler einen PC in Tabletformat.

Die Ganztagsangebote beginnen nach dem regulärem Unterricht. Zur Tagesbetreuung im Grundschulalter gehört eine Pflichtstunde zur Erledigung der Hausaufgaben. Die Arbeitsgemeinschaften werden mit Lehrern, Erziehern und externen Partnern realisiert. Die Betreuung der Kinder auf dem Campus Ziesar ist von 6 bis 17 Uhr möglich.

Unterstützt wird die Schule von einem 2004 gegründeten Förderverein. Mit Geld- und Sachspenden wird die Ausstattung des Hauses ergänzt. Außerdem werden kulturelle Veranstaltungen gefördert.

Den klassischen Hort, der bisher in Ziesars Kita angesiedelt war, gibt es nicht mehr. Damit sind auch die täglichen Wege der Hortkinder durch die Stadt entfallen. Vorteil für die Eltern: Im Gegensatz zum Hort ist die Ganztagsbetreuung kostenlos. Verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der unterrichtsfreien Zeit ist Philipp Kikels. Zuvor absolvierte der Pädagoge Praktika in den Kitas Wollin, Ziesar und Görzke. Das Amt Ziesar als Schulträger hat den Diplompädagogen nun als Ganztagskoordinator angestellt. Ihm zur Seite stehen die frühere Hortbetreuerin Kerstin Seger, die Erzieherin Stefanie Ladewig und der Heilerziehungspfleger Andreas Giese.

Kikels Ganztagsteam meisterte bereits in den Sommerferien zusammen mit Stadtarbeitern und Lehrern einen Umzugsmarathon, um die räumlichen Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb zu schaffen. „Wir haben uns vorgenommen den Kindern attraktive Angebote für den Freizeitbereich zu machen. Gleichzeitig gehört die Erledigung der Hausaufgaben unter pädagogischer Aufsicht zu den Standards der Pflichtstunde bis 13.30 Uhr. Die Zeit danach bleibt den Arbeitsgemeinschaften und Rückzugsmöglichkeiten wie dem Lesezimmer vorbehalten“, berichtet Ganztagskoordinator Kikels.

Die Schulhofneugestaltung auf dem Campus Ziesar steht vor dem Abschluss. Quelle: Frank Bürstenbinder

Über 20 verschiedene Kurse hat die Thomas-Müntzer-Schule auf die Beine gestellt. Diese reichen vom Tischtennis bis zur Fahrradwerkstatt und vom Theaterspiel bis zu „Besser in Deutsch“. „Für neue Ideen sind wir immer offen. Hilfe wünschen wir uns für die weitere materielle Ausgestaltung unserer Themenräume. Zum Beispiel ist so mancher Baukasten in die Jahre gekommen“, so Kikels. Der nächste Kurs steht unmittelbar bevor. Ab 1. November werden Fünft- und Sechstklässler zusammen mit Radio Fritz eine Medienwerkstatt ins Leben rufen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft ist für das Ganztagsteam selbstverständlich. Denn eine anspruchsvolle Tagesbetreuung soll zum Qualitätsmerkmal der Thomas-Müntzer-Schule werden, wo von der 1. bis zur 10. Klasse unter einem organisatorischen Dach gelernt wird.

Schulleiterin Kerstin Riemer freut sich vor den am Montag beginnenden Herbstferien über den guten Start des Projektes: „Es bleibt noch einiges zu tun. Doch bei den Eltern kommt die Ganztagsbetreuung gut an. Von rund 150 Grundschülern sind 130 Mädchen und Jungen für die Teilnahme angemeldet.“ Die nach der Wende eingeführte Trennung in Grund- und Oberschule war vor einigen Jahren wieder abgeschafft worden. Für die Klassen 7 bis 10 gehört der Ganztagsbetrieb schon seit geraumer Zeit zum Schulalltag.

Von Frank Bürstenbinder

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