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Brandenburg/Havel „Zimmer frei“: Das Kiju macht Theater
Lokales Brandenburg/Havel „Zimmer frei“: Das Kiju macht Theater
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02:15 16.07.2017
Die jungen Schauspieler in Aktion. Quelle: J. Steiner
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Brandenburg/H

Die Studiobühne des Theaters tobt. Anlässlich der Schultheatertage führte die Gruppe um den Studenten Kevin Adam am Donnerstagnachmittag eine gekürzte Form des Stückes auf. Mit einem gemeinsamen „toi, toi, toi“, startet das Schauspiel „Zimmer frei“.

Nun wird es dunkel im Saal, während sich die Schüler noch unterhalten, flackern von der Bühne aus Taschenlampenlichter durch den Raum. Aus dem Dunkel erschallen Parolen. „Ich bin für alles bereit, doch zu nix zu gebrauchen“, ruft es dem Publikum entgegen. Bevor der letzte Lacher verstummt, holen sich die Protagonisten Freiwillige auf die Bühne. Sie bekommen eine Taschenlampe und müssen mit dieser Antworten auf die Fragen der Schauspieler geben. Neben „Wem geht es gut?“, wird auch gefragt:

Die Zuschauer in der Studiobühne. Quelle: J. Steiner

„Wer findet das wir zu viele Flüchtlinge aufgenommen haben?“.

Das gesamte Stück ist ein bunter Mix aus eingespielten Videos, Musik, Licht und den Jungdarstellern des Kinder- und Jugendklubs Kiju, die sich in ihrem Schauspiel in Alltagszene begeben und dabei merken, dass sie nicht sie selbst sind. Aufgezwungene Werte und Ängste werden ebenso thematisiert wie der Wunsch, glücklich zu sein. Die Frage: „Was bin ich und was zeichnet mich aus?“ rückt immer mehr in den Vordergrund.

Zum Ende der Show, malen die Protagonisten sich ein eigenes Land, manchmal hat es einen Namen, manchmal auch nicht. Aber eins haben sie alle gemeinsam, die Menschen die dort leben, sind glücklich. Mit den unzähligen Eindrücken der vergangen Stunde, wird der Zuschauer nun allein gelassen. Es regt zum Nachdenken an. Über andere, über Schubladen, in die wir sie stecken, und nicht zuletzt über sich selbst.

Nachdem sich alle Mitwirkenden vor dem Publikum verneigen, folgt ein Akt, der von Kevin nicht vorgesehen war. Die Kinder bedanken sich bei ihm für sein Engagement und überreichen ihm rote Rosen als Zeichen der Dankbarkeit.

Die Meinung des Publikums nach dem Stück sind eindeutig. Birgit Schiller, Schulleiterin der Städtischen Grundschule „Gebrüder Grimm“ sagte zur MAZ: „Ich bin ganz begeistert, von dem, was hier mit den Kindern auf die Beine gestellt wurde.“ Auch den jüngeren Besuchern gefiel es. „Ich hab Gänsehaut“, sagte Ian (13). „Sehr aufregend und bewegend“, fügte Lisa-Marie (14) hinzu.

Das Bühnenprogramm erreicht mit „Zimmerfrei“ vorerst seinen Höhepunkt. Die MAZ-Sterntaler-Aktion unterstützt das im November 2016 gegründete Theaterprojekt und freut sich über den großen Zuspruch, den die kleinen und großen, starken und schwachen, hilfsbereiten und hilfebedürftigen Schauspieler erhalten.

Von Björn Kapfer

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