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Brandenburg/Havel Der Zauber alter Schriften: Zu Besuch in der Büchersprechstunde beim Domarchivar
Lokales Brandenburg/Havel Der Zauber alter Schriften: Zu Besuch in der Büchersprechstunde beim Domarchivar
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05:03 14.07.2018
Domarchivar Uwe Czubatynski erläutert Heidrun Jänchen alles zu ihrem Brockhausband von 1901. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Heidrun Jänchen ist der Einladung des Brandenburger Domarchivars gefolgt und hat zur Büchersprechstunde am Donnerstagabend ein Exemplar ihrer 13-bändigen Brockhaus-Ausgabe von 1931 mitgebracht. Dieser Band hat, wie auch alle anderen Bände, am Lederbuchrücken einen typischen Schaden, den Archivleiter und Buchexperte Uwe Czubatynski als „Graus der Bibliothekare“ bezeichnet hat. Der Einband löst sich oben vom Buchrücken ab, was dadurch passiert, dass die Bücher direkt oben am Rücken aus den Regalen gezogen werden – wie dies die meisten Menschen tun.

Restaurierungen sind teuer

„Die fachgerechte Restaurierung der Buchrücken wäre aufwändig und auch nicht ganz billig“, erklärt der Domarchivar. Das hatte Heidrun Jänchen auch schon recherchiert. „Ich werde die Bücher erst einmal so lassen, wie sie sind“, sagt sie. Da einige Rücken sich schon ganz abgelöst haben, wie sie erzählt, empfiehlt ihr der Domarchivar, einen Streifen Stoff um die Bücher zu wickeln, damit sie nicht ganz auseinanderfallen.

Diesen Vorschlag greift Heidrun Jänchen dankbar auf, denn sie will die Brockhausbände unbedingt behalten, obwohl das Wissen darin längst überholt ist. „Aber sie sind ein wertvoller Schatz für mich, denn sie gehörten einst meinem Vater, der noch vor meiner Geburt im Krieg gefallen ist.“

Zuvor hatte Czubatynski in einem Vortrag die Zuhörer über Details der Kunst des Buchbindens informiert. „Die Einbandkunde ist eine Wissenschaft für sich“, erklärte der Domarchivar. Bereits vor Erfindung des Buchdrucks habe man Handschriften zu Büchern gebunden.

Alte Handschriften in Leder gebunden

Er zeigt aus dem Domarchiv ein besonders schön gebundenes Exemplar mittelalterlicher Handschriften. Mehrere Lagen verschiedener juristischer und theologischer Handschriften sind 1468 in einem Einband aus rotem Leder auf Eichenholzdeckeln zusammengefasst worden. Metallnieten auf dem Einband und Metallecken dienen der Stabilisierung. Eine sogenannte Mittelschließe hat das elegante Buch vor Verformung geschützt.

Ohne Reformation kein Buchdruck und ohne Buchdruck keine Reformation. Die Reformation hat eine neue Öffentlichkeit geschaffen, die durch den Buchdruck – vor allem Flugschriften und Predigten – europaweit zügig informiert werden konnte.

Verbrennung scholastischer Schriften in der Reformation

Ein spektakuläres Ereignis war 1520 eine Bücherverbrennung alter scholastischer Schriften an der Universität Wittenberg, um zu demonstrieren, dass die herkömmliche Theologie nur noch Altpapier ist. Martin Luther kam dazu und warf den Druck der päpstlichen Bulle in die Flammen, mit der über ihn ein Bann verhängt worden war.

Martin Luther war kein Büchersammler

„Für Martin Luther waren Bücher lediglich Arbeitsmittel, gesammelt hat er sie nicht“, erklärte Uwe Czubatynski. „Trotzdem hat er 1524 zu Bibliotheksgründungen aufgerufen.“ Man solle gute Bücher mehrmals lesen und ihren Inhalt kritisch überprüfen, habe Luther gefordert.

Czubatynski vermittelte interessante Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten, die Buchdeckel zu gestalten, wie beispielsweise die Blindprägung in Schweinsleder. Auch über den Aufbau eines Buches und die verschiedenen Formate erfuhren die Zuhörer einiges.

Zum Schluss stellte der Domarchivar fünf Exemplare aus dem Domarchiv vor. Darunter zwei Gesangsbücher von 1890 und 1911 mit aufwändig gestalteten Buchdeckeln, sowie einen Ratgeber für Frauen von 1892.

Von Ann Brünink

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