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Zu viel Gewalt: Klinik setzt Wachschützer ein

Brandenburg an der Havel Zu viel Gewalt: Klinik setzt Wachschützer ein

Das Klinikum der Stadt Brandenburg will sein Personal wegen der gestiegenen Zahl gewalttätiger Übergriffe besser schützen. Von Oktober an werden Wachschützer rund um die Uhr in der Rettungsstelle postiert, um für Sicherheit zu sorgen. Erst kürzlich gab es einen schweren Übergriff auf Ärzte und Schwestern.

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Die Mitarbeiter der Notaufnahme haben ohnehin schon alle Hände voll zu tun. Vor einigen Tagen wurden sie in Brandenburg massiv angegriffen und bedroht.

Quelle: dpa

Brandenburg/H. Das städtische Klinikum in Brandenburg/Havel will sein Personal wegen der gestiegenen Zahl gewalttätiger Übergriffe besser schützen. Von Oktober an werden Wachschützer rund um die Uhr in der Rettungsstelle postiert, um für Sicherheit zu sorgen. Erst vor gut einer Woche hatte ein Patient Ärzte und Schwestern bespuckt und Morddrohungen gegen sie ausgestoßen.

Acht Beschäftigte des Klinikums wurden am 16. September Opfer von Robert Sch. (25), der sich nach Auskunft des Justizministeriums an jenem Freitagnachmittag zum Antritt einer zweitägigen Ordnungshaft in der JVA Brandenburg gemeldet hatte.

Bei der Aufnahme seien 0,87 Promille Alkohol festgestellt worden. Als der Mann die Hafträume erreichte, brach er laut Ministeriumssprecherin Maria Strauß plötzlich zusammen. Der Notarzt überwies ihn in die Rettungsstelle des Klinikums in der Hochstraße. Ein JVA-Beamter begleitete ihn dorthin.

Geschlagen, getreten, gespuckt, beleidigt und bedroht

Die Wartezeiten habe dem Gefangenen offenbar zu lange, da ihm die noch im Rettungswagen angelegte Flexüle Schmerzen bereitet habe, berichtet die Justizsprecherin. Als eine Krankenschwester die Kanüle entfernen wollte, sei der Gefangene plötzlich aggressiv geworden, habe geschrien, gedroht und das anwesende medizinische Personal beleidigt. Er habe um sich geschlagen und getreten.

Wie Gabriele Wolter, Geschäftsführerin des Hochschulklinikums berichtet, wurden zwischen 16 und 16.30 Uhr vier Mitarbeiterinnen und vier Mitarbeiter der Notaufnahme Opfer der Aggression. Robert Sch., der offenbar auch unter Drogeneinfluss stand, bespuckte einen Arzt. Er drohte ihm und mehreren Krankenschwestern damit, sie beziehungsweise die Tochter des Arztes zu vergewaltigen und zu töten. Er würde sich ihre Gesichter merken und wenn er aus der Haft komme, werde er herausfinden, wo sie wohnen.

JVA sah keine Flucht- oder Missbrauchsgefahr

Dass nur ein einziger JVA-Bediensteter den Transport des Gefangenen Robert Sch. im Rettungswagen begleitete, begründet das Justizministerium damit, dass keine Flucht- oder Missbrauchsgefahr gesehen wurde.

Entscheidungen über Personalstärke und Sicherungsmaßnahmen sind den Angaben zufolge immer Einzelfallentscheidungen.

Ausschlaggebend sei, wie die Flucht- und Missbrauchsgefahr und die Person des Gefangenen eingeschätzt wird.

Der JVA-Beamte wurde mit dem Wüterich allein nicht fertig. Laut Ministerium legte er dem Gefangenen Fußfesseln an und forderte Verstärkung aus der JVA-Station des Klinikums an. Dem Personal der Notaufnahme gelang es, Sch. zu fixieren und die Polizei zu rufen.

Der 25-Jährige ist seit mehr als zehn Jahren polizeibekannt

Der 25-Jährige ist seit mehr als zehn Jahren polizeibekannt wegen einer ganzen Reihe von Straftaten, vor allem Eigentums- und Drogendelikten. Die Polizei hat ihn nach Auskunft von Direktionssprecherin Jana Birnbaum inzwischen in Form einer sogenannten Gefährderansprache ins Gebet genommen, ihn also wissen lassen, dass seine Drohungen aktenkundig sind. Seit dem 18. September ist Robert Sch., der nach seinem Gewaltausbruch gegen 17.10 Uhr zurück in die JVA kehrte, wieder auf freiem Fuß.

Das Klinikum hat nach Auskunft von Geschäftsführerin Wolter Strafanzeige gegen den Mann erstattet. Die Klinikleitung registriert insgesamt eine Zunahme von gewalttätigen Übergriffen von Patienten oder Angehörigen, die sich gegen das Klinikpersonal richten.

Tätliche Übergriffe von Patienten und Angehörigen

Von Oktober an ist ein Wachschutzunternehmen mit der Überwachung rund um die Uhr beauftragt. Jeweils ein Wachschützer ist von Samstag an durchgängig in der Rettungsstelle postiert. Bisher war das nur nachts der Fall. „Die Zahl der tätlichen Übergriffe auf unsere Mitarbeiter nehmen zu und sie werden immer aggressiver“, erklärt Gabriele Wolter.

Der jüngste Fall in der Notaufnahme war nicht der Auslöser für den erweiterten Wachschutz. Die Entscheidung darüber war schon vorher gefallen. Den Übergriff von Robert Sch. will die Klinik bei der JVA-Chefin zur Sprache bringen. Denn so etwas soll sich nicht wiederholen.

Von Jürgen Lauterbach

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