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Brandenburg/Havel Zug verspätet, Bus weg – Bahn reagiert hilflos
Lokales Brandenburg/Havel Zug verspätet, Bus weg – Bahn reagiert hilflos
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00:18 19.02.2017
Auch an diesem Junitag 2016 waren viele Züge am Hauptbahnhof in Brandenburg/Havel verspätet, wie auf der Anzeige zu sehen. Quelle: Jürgen Lauterbach
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Brandenburg an der Havel

Ralf Lehmann, der an einem eiskalten Januar-Abend mit seinem elf Jahre alten Sohn auf dem Hauptbahnhof Brandenburg strandete, hätte ein Anrecht auf eine Taxifahrt zu seinem Ziel in Marzahne gehabt. Doch obwohl er dafür nicht genügend Bargeld bei sich hatte, sah die Bahnmitarbeiterin keine Möglichkeit, Vater und Sohn weiterzuhelfen. Beide mussten stundenlang warten, das Abendessen in Marzahne fiel aus.

Nach einem Schulausflug des Jungen wollten Vater und Sohn den Regionalexpress von Potsdam nach Brandenburg/Havel nehmen und von dort mit Bahn und Bus über Pritzerbe nach Marzahne gelangen.

Das hätten die beiden geschafft, wenn der Zug halbwegs pünktlich um 16.57 in Brandenburg/Havel eingetroffen wäre. Doch wegen einer Türstörung kam der Regionalzug 20 Minuten zu spät in Brandenburg an. Der letzte öffentliche Anschluss war damit verpasst.

Die Bahn-Mitarbeiterin nickte zwar, gab aber keine Antworten

Ralf Lehmann schildert, wie es dann gegen 17.30 Uhr im Reisezentrum der Bahn weiter-, beziehungsweise nicht weiterging. Die Mitarbeiterin habe auf das Taxi verwiesen und die Möglichkeit, sich das Geld dafür im Nachhinein erstatten zu lassen.

Da der Fahrgast nicht genügend Bargeld dabei hatte und er im Taxi nicht mit EC-Karte hätte bezahlen können, fragte er „nach realistischen Möglichkeiten“, das Ziel in angemessener Zeit zu erreichen. Die Mitarbeiterin druckte ihm die nächste Verbindung aus: Abfahrt in Brandenburg am nächsten Morgen um 5.32 Uhr, Ankunft in Marzahne: 6.20 Uhr. Ralf Lehmann erzählt: „Ich guckte leicht desorientiert und sagte, dass wir dann hier übernachten müssten, was von der Frau am Schalter mit einem Nicken abgetan wurde. Ich bemerkte, dass es sicher kalt werden würde und erhielt dieselbe Antwort. Ich bemerkte, dass meine Frau mit dem Auto zur Spätschicht in Potsdam sei, die Schicht nicht abgebrochen werden kann, Nicken als Antwort.“

Pressesprecher der Bahn bedauert den Vorfall

Die Mitarbeiterin habe dann telefoniert, anschließend wiederholte der Kunde seine Feststellungen, weil er „immer noch meinte, nicht wegen anderer Leute Verschulden um Abendessen und Übernachtung im warmen Bett gebracht werden zu dürfen“. Doch sei es bei dem Ausdruck der Zugverbindung zwölf Stunden später und der Bemerkung geblieben, noch andere Kunden bedienen zu müssen. „Meinen Sohn hat die unmenschliche Behandlung noch mehr fertig gemacht als mich“, sagt der Familienvater, den seine Frau nach ihrer Spätschicht einsammelte und nach Hause fuhr. Das Abendessen in Marzahne fiel aus.

Der Pressesprecher der Bahn bedauert den Vorfall und versichert, dass die Unannehmlichkeiten auch der Mitarbeiterin am Schalter leid täten. Wenn, wie in diesem Fall, wegen der Verspätung des Zuges die letzte Verbindung platzt, dann erstatte die Deutsche Bahn die Taxikosten zum Zielort. Der Kunde hätte den Betrag allerdings vorstrecken müssen, um ihn anschließend auf dem Fahrgastrechteformular einzufordern und erstattet zu bekommen.

Leider sei zum fraglichen Zeitpunkt kein Bahnangestellter am Brandenburger Bahnhof anwesend gewesen, der einen Taxigutschein hätte ausstellen können. Die Frau am Schalter habe das nicht gedurft.

Von Jürgen Lauterbach

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