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Brandenburg/Havel Zukunft des Pfarrhauses ist noch ungewiss
Lokales Brandenburg/Havel Zukunft des Pfarrhauses ist noch ungewiss
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20:40 22.09.2016
Das Gollwitzer Pfarrhaus steht bald leer. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Jeserig/ Gollwitz

Die Zukunft des Gollwitzer Pfarrhauses, eine Landvilla inmitten eines alten Gartens mit Sanierungsbedarf, ist ungewiss. Noch wohnt Pfarrer Rasmus Gramsch in dem Altbau. Er wird aber nach seiner Pensionierung Ende Oktober ausziehen. Das bestätigte seine Ehefrau: „Wir verlassen das Haus leichten Herzens.“

Nach Angaben von Siegfried-Thomas Wisch, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg, „steht das Gebäude im Eigentum der Kirchengemeinde“. Es sei „dienstrechtlich genau geklärt“, wenn das Amt des Pfarrers beendet sei, müsse dieser „relativ zügig“ ausziehen.

Es gibt bereits Kaufinteressierte

Wie die Jeseriger Pfarrerin Christine Klußmann, die ab November auch für den Pfarrsprengel Wust und Gollwitz zuständig ist, sagt, „ruht die Sache erst einmal und die Gemeinde wird mehrere Wochen und Monate überlegen, was mit dem Gebäude passiert“. Zwar gebe es bereits Kaufinteressierte, denkbar sei aber auch, das Gebäude etwa der gegenüberliegenden Begegnungsstätte Schloss Gollwitz anzubieten. Als Pfarrhaus sei das Haus nicht mehr nötig, so Klußmann. Sie selbst werde in Schenkenberg wohnen bleiben. „Verkauft wird es höchstwahrscheinlich nicht.“ Kirchliche Immobilien seien wie Tafelsilber und sollten der Kirche bewahrt werden.

Pastorin Christine Klußmann plädiert, über die weitere Nutzung des Gollwitzer Pfarrhauses in Ruhe nachzudenken . Quelle: Volkmar Maloszyk

Jan van Lessen, Vorstand der Stiftung Begegnungsstätte Gollwitz, zeigte sich gegenüber der MAZ sehr interessiert an dem Vorschlag, dass die Einrichtung das Pfarrhaus nutzen könnte: „Es ist eine gute Idee, wir würden uns gerne vergrößern.“ Es sei denkbar, dort weitere Seminarräume und Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen. „Das Gebäude passt wunderbar in das Ensemble, auch von seiner Lage her.“ Vorstellbar sei Miete oder Kauf.

Wird ein Pfarrhaus verkauft, kommt der Erlös nicht automatisch der Kirchengemeinde zugute. Vielmehr fließt die Kaufsumme nach Angaben des Superintendenten in ein Budget der Landeskirche.

Frühere Pfarrhäuser als kirchliche Herbergen auf dem Lande

„Eine Gemeinde kann nicht einfach ein Gebäude verkaufen“, so Wisch. „Das ist ein ziemliches Prozedere.“ Zudem bedürfe es der kirchenaufsichtlichen Genehmigung des Konsistoriums der Landeskirche. Das Konsistorium ist die Oberste Verwaltungsbehörde der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Einige Kirchengemeinden würden frühere Pfarrhäuser auch vermieten, „um eine ständige Einnahmequelle zu haben“, sagt Wisch. Meist werde jedoch in solchen Fällen das Gebäude verkauft und das Grundstück per Erbpacht abgegeben.

Die Buckauerin Ute Gandow, Ehefrau des pensionierten Pfarrers Thomas Gandow, hat vor 13 Jahren eine Idee für den Kirchenkreis Elbe-Fläming entwickelt, damit Pfarrhäuser nicht verkauft werden müssten. „Durch die Aufgabe von Pfarrhäusern wird die kirchliche Präsenz im Dorf und das kirchliche Netzwerk im Ganzen geschwächt“, sagt Ute Gandow. Pfarrhäuser gehörten zu der materiellen Basis von Kirchengemeinden. „Nachdem schon kein Pfarrer mehr im Dorf ist, verlieren die Gemeinden auch noch ihr Haus und damit ihr Standbein im Dorf.“ Ihre Idee: Aus Pfarrhäusern, insbesondere wenn sie idyllisch gelegen seien, könnten mit ehrenamtlichen Helfern und bezahlten Kräften Herbergen werden als kirchliche Zentren.

Von Marion von Imhoff

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