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Zukunft des Stadtmuseums bleibt weiter offen

Trotz fertigen Konzepts Zukunft des Stadtmuseums bleibt weiter offen

Das Brandenburger Stadtmuseum erfüllte bislang alle Klischees: Alles verkramt, verwinkelt, die Schau wirkte angestaubt und ermüdend. Jetzt gibt es ein modernes und flottes Konzept, aber bislang weder Geld noch Räumlichkeiten, es auch richtig zu inszenieren. Jetzt wird fieberhaft nach Alternativen gefahndet.

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Nur selten war das Museum in den vergangenen Jahren gut besucht – alles zu verstaubt und verkramt.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Es gibt nun ein Konzept für eine künftige Dauerausstellung im Heimatmuseum der Stadt, doch gibt es weder Geld noch Räumlichkeiten, um dieses auch umzusetzen. Das gibt selbst der kommissarische Museumschef Tim Freudenberg in seiner Berichtsvorlage zum Konzept zu, welches an diesem Donnerstag den Mitgliedern des Kulturausschusses präsentiert wird.

„Die Investitionsbedarfe nüchtern betrachtet, stellt sich zwangläufig auch die Frage, ob der aktuelle Museumsstandort im Frey-Haus auch für die Zukunft wirklich als der am besten geeignete Standort erscheint oder ob man auch bessere Museumsstandorte in zentraler Innenstadtlage in Betracht ziehen sollte, die unter Abwägung von Kosten und Nutzen tatsächlich zukunftsweisendere Alternativen bieten.“ Freudenberg schreibt von einem „möglicherweise überregional strahlenden Entwicklungsprojekt“, das gleichzeitig die Probleme Depotstandort sowie aus dem Brennabor ausgelagerter Kunsthalle lösen könnte.

Fast drei Millionen Euro benötigt

Mindestens 2,8 Millionen Euro wären nötig, um das Museum in der Ritterstraße umzubauen – dazu müssen das Hofgebäude saniert, das Dachgeschoss ausgebaut und neue Haustechnik installiert werden. Hinzu kommen Kosten von rund 800 000 Euro für die Ausstellung selbst.

„Ich halte das neue Konzept nun nach der kritischen Diskussion für gelungen. Eine solche Dauerausstellung passt aber nicht in die beengten Räume. Wir können das Frey-Haus mit viel Geld für die Schau umbauen, haben dann aber immer noch nicht das Problem des fehlenden Depots gelöst“, sagt Kulturausschussvorsitzender Udo Geiseler (SPD).

Bereits 2011 hatten die Stadtverordneten billigend zur Kenntnis genommen, dass eine neue Dauerausstellung gebraucht wird. Vor drei Jahren beschlossen sie, die alte Dauerausstellung abzubauen und eine neue zu entwerfen. Das geschah auch mit Hilfe eines wissenschaftlichen Beirats. Die Diskussion entspann sich um die Frage, ob es eine große thematische Schau werden sollte, oder ob es einen chronologischen Abriss der Stadtgeschichte gibt. Am Ende steht nun ein Kompromiss. Chronologie ja, aber nur in acht Schlaglichtern von Themen, welche die Stadt prägen (siehe Infokasten).

Offen bleibt dabei aber noch die Forderung aus dem Beirat nach deutlich größeren Ausstellungsmöglichkeiten. Also schreibt Freudenberg lakonisch: „Man wird sich also auf bestimmte Themen und historischen Ereignisse konzentrieren müssen und andere wiederum überspringen beziehungsweise nicht weiter erwähnen.“

Die acht Schlaglichter

I: Fluss und Seen – Siedlungsgeschichte

II: Burg und Inselstädte

III: Brandenburgs Blütezeit: Das Mittelalter

IV: Reformation und Dreißigjähriger Krieg

V: Preußischer Absolutismus und Garnison in Brandenburg

VI: Wiener Kongress bewirkt Vormärz. Bürgerliche Revolution. Deutsches Kaiserreich

VII: Zeitenwende: Kaiserreich. Beginn Erster Weltkrieg

VIII: Das 20. Jahrhundert – geprägt von Zäsuren: Erster Weltkrieg – Weimarer Republik – Nationalsozialismus – Zweiter Weltkrieg – DDR – Vereintes Deutschland.

Jedes Schlaglicht wird in Etappen und Episoden unterteilt, zudem sind Schwerpunktebenen eingezogen, bei denen es um das jeweilige Charakteristikum für die Stadt geht. „Um die Themen noch greifbarer werden zu lassen, soll sich darüber hinaus probater Mittel aus anderen kulturgeschichtlichen Ausstellungen bedient werden, bekannte Persönlichkeiten ihrer Zeit vorzustellen und diese in der Rolle des Erzählers einzusetzen. An prominenter Stelle wären beispielsweise Loriot oder Albrecht der Bär zu nennen.“ Alternativ könnten auch andere Figuren gewählt werden, welche die Gäste durch die Schau begleiten, darüber könnten beispielsweise die Brandenburger nach einem öffentlichen Aufruf abstimmen, etwa der Brandenburger Roland, Fritze Bollmann, Birgit Fischer, Manfred Krug, die Nixe Undine oder die Havelkönigin.

Schlaglichter in Etappen unterteilt

Neben der Dauerschau mit den acht Schlaglichtern sollen im Stadtmuseum ergänzende und für einen modernen Museumsbetrieb unverzichtbare Leistungen vorgehalten werden. So braucht man heutzutage einen Museumsshop und Besucherservice inklusive einer kleinen Cafeteria. Alternativ ginge auch eine Sitzgelegenheit mit Getränkeversorgung. Der Eingang mit Vorhalle soll öffentlich und unentgeltlich zugänglich sein, hier gibt es ein Stadtmodell oder Stadtansichten. Der Raum soll auch als End- oder Ausgangspunkt von Stadtführungen genutzt werden. In dem interaktiven Stadtmodell erleben die Gäste 1000 Jahre im Zeitraffer – von den Inseln im Fluss zur Stadt im Fluss.

Schaumagazine geben zusätzlich dem Besucher Einblick in die umfangreiche kulturgeschichtliche Sammlung des Stadtmuseums. Nicht zuletzt erweitern Schaurestaurierungen und Kabinettausstellungen im Wechsel innerhalb der Dauerausstellung die Dienstleistungen.

Von André Wirsing

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