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Brandenburg/Havel Zum Duschen in den Bahnhof
Lokales Brandenburg/Havel Zum Duschen in den Bahnhof
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14:58 21.09.2016
Dirk Lange vom Förderverein vor einer neuen Info-Tafel zum Bahnhof. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Butzow

Gisela Waese ist seit 1982 Dauercamperin am Butzower Beetzseeufer. Wenn die Brandenburgerin samt Kulturbeutel zum Duschen die Straßenseite wechselt, ist sie auf dem Weg zum Bahnhof. Denn was einmal das Empfangsgebäude der Westhavelländischen Kreisbahnen (W.H.K.B) war, dient den Urlaubern seit Jahrzehnten als Sanitärgebäude. „Wir reden immer noch vom Bahnhof. Das hat sich so eingebürgert“, sagt die Camperin. Diese Art von Nachnutzung eines aufgegebenen Bahnhofsgebäudes dürfte in Brandenburg so ziemlich einmalig sein. Andere Aufbauten der W.H.K.B sind längst abgerissen oder wurden zu Wohnzwecken umfunktioniert, wie zum Beispiel in Roskow oder in Brandenburg Krakauer Tor.

Das schon aufgegebene Bahnhofsgebäude in Butzow um 1970. Quelle: Privat

Beim 6. Butzower Spaziergang des Fördervereins Dorfkern wandelten etwa 40 Interessierte auf den Spuren des Bahnzeitalters, dass mehr als 60 Jahre rund um den Beetzsee währte. In Butzow erinnert neben dem erhalten gebliebenen Empfangsgebäude auch die gepflasterte Ladestraße und der in den See hinausragende Schiffsanleger an die Blütezeit des 1904 in Betrieb genommenen Streckenabschnitts von Brandenburg-Altstadt bis Roskow über Brielow, Radewege, Butzow, Ketzür und Lünow.

Das ehemalige Empfangsgebäude ist Toilette und Waschhaus für die Butzower Camper. Quelle: Frank Bürstenbinder

Profunder Kenner der heimischen Kleinbahnen ist Jörg Schulze von der IG Eisenbahn/Modelleisenbahn aus Brandenburg. Der gelernte Eisenbahner und Buchautor erinnerte an die Ursprünge des Butzower Haltepunktes. Dabei ging es weniger um den individuellen Personenverkehr als vielmehr um den Transport landwirtschaftlicher Güter. In Butzow gab es aber einen ganz besonderen Kunden. Und das war das Kieswerk von Franz Rengel. Der Brandenburger ist auch als Inhaber der Firma C. Marschner Likörfabrik und Weingroßhandel am Brandenburger Parduin bekannt. Seine Investition in den Kies sorgte für Nachfrage nach Transportkapazitäten. Der Kies wurde mit von Pferden gezogenen Feldloren zur Verladerampe gebracht. Dort wurde das Material entweder in Waggons gekippt oder auf Kähne verladen. Eine gerade vom Förderverein angefertigte Infotafel wird bald auf dem Bahnhofsgelände aufgestellt.

Von Frank Bürstenbinder

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