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Brandenburg/Havel Zunftzeichen schmücken Ziesars Gehwege
Lokales Brandenburg/Havel Zunftzeichen schmücken Ziesars Gehwege
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17:25 18.11.2016
Steinmetz Nicola Gerlach zeigt die von ihm angefertigten Zunftzeichen. Quelle: Silvia Zimmermann
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Ziesar

Welche Vielfalt es an Handwerksberufen, Geschäften und Nutzungen der Häuser auf dem Breiten Weg in Ziesar in den letzten Jahrhunderten gab, kann man jetzt bei einem Spaziergang durch die Straße ersehen. 45 Zunft– und Handwerkszeichen der Bäcker, Fleischer, Schuhmacher, Böttcher, Frisöre, Schneider, Zeitungsdrucker und so weiter wurden in den Gehweg eingelassen und erinnern nun an eine Blütezeit von Handwerk und Gewerbe.

Steinmetz Nicola Gerlach aus Ziesar fertigte die Platten in Handarbeit an. Per Presslufthammer wurden die Motive in den Stein eingearbeitet. Die Feinarbeit wurde dann von Hand gemacht. Am Tag schaffte der Steinmetz zwei solcher quadratischer Platten mit 25 Zentimeter Seitenmaß. Verwendet wurde dabei der Naturstein Sora Lamprophyr, der in der Oberlausitz abgebaut wurde. „Wir entwarfen die Zeichen der einzelnen Gewerke selbst. Es wurden für einige Berufe, Gewerke oder Nutzungen gleiche Zeichen und Schriftzüge verwendet, so dass der Betrachter einen Wiedererkennungseffekt hat. So zum Beispiel deutet der Pferdekopf auf einen Bauernhof und die Kaufmannswaage auf einen Kaufmann hin“, so Gerlach. Die Brauereien der Stadt, die auch einen Ausschank hatten, wurden mit einem Bierglas versehen.

Welches Haus mit welchem Zunft- oder Handwerkerzeichen versehen wurde, hing von der Länge der Nutzung ab. Nachgeschaut wurde auch in alten Handwerksbüchern“, erzählte der Steinmetz. Brezeln, Schweine, Waschfass, Schraubenschlüssel, Schere und Kamm, Zahnwurzel, Hut, Nadel und Faden sind alles Piktogramme und stehen die für die umfangreichen Berufe, Zünfte und Handwerk, die es einst in Ziesar gab. Altbürgermeisterin Siglinde Wendt hatte die Idee alte Handwerks- und Zunftzeichen in Gehwege einzulassen. So sind die Schlossstraße, die Badstraße. das Brandenburgertor und nun der Breite Weg damit versehen. Der Steinmetzbetrieb Gerlach fertigte insgesamt 175 solcher Platten an, die in Ziesar und Görzke ein Stück Geschichte der beiden Orte erzählen. Finanziert wurden die Anfertigung der Natursteinplatten und das Einbringen in die Gehwege durch Städtebaufördermittel. Die Mitarbeiter der Firma Grigat Bau aus Ziesar Rico Kabelitz, Renè Meinicke und Thomas Jänicke haben die Platten verlegt.

Von Silvia Zimmermann

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