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Zwei Museen halten Rochows Erbe wach

Fortschrittlicher Gutsherr Zwei Museen halten Rochows Erbe wach

In Reckahn wurde einst Geschichte geschrieben. Der Gutsherr und preußische Schulreformer Friedrich Eberhard von Rochow richtete im Dorf eine Landschule ein, deren revolutionäre Lernmethoden schon bald für Furore sorgten. Inzwischen halten zwei Museen das Rochowsche Erbe wach.

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Museumsleiterin Silke Siebrecht-Grabig neben der Büste von Friedrich Eberhard von Rochow.

Quelle: Christine Lummert

Reckahn. Überregionale Bekanntheit hat Reckahn schon zu Lebzeiten des Gutsherrenpaares Friedrich Eberhard und Christiane Louise von Rochow im 18. Jahrhundert genossen. „Während ihrer Wirkungszeit in Reckahn begrüßten die beiden etwa 1400 Besucher“, erklärt Museumsleiterin Silke Siebrecht-Grabig, die heute als Gastgeberin bei vielen Veranstaltungen fungiert.

Angezogen wurden die interessierten Adligen, Lehrer, preußischen Beamten und Geistlichen damals von den pädagogischen Neuerungen, die von Rochow in seiner eigens erbauten Dorfschule implementierte. Dem Lehrer Heinrich Julius Bruns hat er für die erfolgreiche Umsetzung der revolutionären Pläne für eine reformierte Landschule ein Denkmal gesetzt, das heute noch im Reckahner Schlosspark zu sehen ist. Mit seinen Ideen hat Rochow einen Kreislauf in Gang gesetzt, der über die Jahrhunderte weitergewirkt hat.

Wie lange das märkische Adelsgeschlecht derer von Rochow in Reckahn zu Hause war, kann heute gar nicht mehr genau festgestellt werden. Datieren lässt sich aber das alte Herrenhaus mit dem noch erhaltenen Barockgiebel, das aus dem Jahr 1605 stammt. „Das Schloss, in dem heute das Rochow-Museum untergebracht ist, wurde 1729 von Friedrich Eberhards Vater fertigstellt und war bis zur Enteignung der Familie nach dem zweiten Weltkrieg durchgängig bewohnt“, erklärt Siebrecht-Grabig. Danach zogen Flüchtlinge ein und Schulräume wurden eingerichtet. Die Nutzung des Schlosses als Schule wurde immer mehr vorangetrieben. Bis in die 1970er Jahre existierte eine Polytechnische Oberschule, die bis zur zehnten Klasse führte. Die letzten Kinder der Reckahner Grundschule verließen 1996 das Haus, das danach einige Jahre leer stand.

„Die Geschichte der Museen in Reckahn, die jährlich über 5000 Besucher anziehen, hat mit dem Pädagogen Otto Günther Beckmann in den 1980er Jahren begonnen“, sagt Siebrecht Grabig. Der Impuls kam aus einer Geschichts-AG der Schule, die eine kleine Ausstellung zu Friedrich Eberhard von Rochow einrichtete. Zuerst wurde dann das alte Schulhaus 1992 als Schulmuseum wiedereröffnet und heute nehmen wieder regelmäßig Besucher auf den alten Holzbänken Platz und tunken die Feder ins Tintenfass.

Der Förderverein Historisches Reckahn hat großen Anteil daran, dass auch das Schloss ein öffentliches Gebäude blieb und nach der Sanierung im Jahr 2001 als Museum und beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, Lesungen und Tagungen wieder geöffnet wurde.

Das ganze historische Ensemble in Reckahn, zu dem auch die Barockkirche und der Schlosspark zählen, könnte in Zukunft noch größer werden. „Es laufen Gespräche über Sanierung des alten Gutshauses und wenn die Finanzierung gesichert ist, wird dort nicht nur ein Haus entstehen, das unseren Besuchern mit Veranstaltungsräumen und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung steht, sondern auch von Reckahnern als Gemeindezentrum genutzt werden kann.“

Von Christine Lummert

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