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Brandenburg/Havel Zwei Stunden Warnstreik bei Asklepios
Lokales Brandenburg/Havel Zwei Stunden Warnstreik bei Asklepios
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18:25 13.03.2019
Beschäftigte des Asklepios-Klinikums haben sich zum Warnstreik vor dem Krankenhaustor versammelt. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Wie angekündigt sind an diesem Mittwoch Pflegekräfte, Therapeuten und andere Beschäftigte des Asklepios-Fachklinikums Brandenburg auf dem Görden zum Warnstreik vor das Krankenhaus gezogen.

Die Arbeitskampfaktion, an der in wechselnder Besetzung etwa hundert Menschen teilgenommen haben, dauerte von 11 bis 13 Uhr. Ein Notdienst wurde nach Aussage der Beteiligten abgesichert.

Nach drei Verhandlungsrunden ist noch keine Einigung in Sicht. Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi hatte das jüngste Angebot der Geschäftsführung vom 7. März als unzureichend abgelehnt. Es sieht über einen Zeitraum von 33 Monaten eine Entgelt-Steigerung vor, die am ende rund neun Prozent beträgt. Das ist der Gewerkschaft und ihrer Verhandlungskommission zu wenig.

„Städtisches Klinikum zahlt besser“

André Sandner, der der Tarifkommission angehört und außerdem Betriebsratsvorsitzender der Klinik auf dem Görden ist, argumentiert, dass beispielsweise das nur wenige Kilometer entfernte städtische Klinikum besser bezahle – „mindestens fünf Prozent“.

Der dortige Betriebsrats-Vizevorsitzende Andreas Kutsche hatte am Vortag berichtet, dass eine Menge Bewerbungen vom Görden in der Hochstraße eingegangen seien. Sein Kollege Sandner hält das angesichts der momentanen Situation für plausibel.

Andere Stimmen unter den Warnstreikenden werden sogar deutlicher. Die Stimmung bei Asklepios sei derzeit schlecht. Nicht nur wegen der Bezahlung, sondern auch wegen der Arbeitsbedingungen insgesamt. Dass Ärzte die Klinik verlassen haben und diese mit Zeitarbeitkräften den ärztlichen Betrieb aufrecht erhält, mache sich im Stationsalltag bemerkbar.

Angleichung an öffentlichen Dienst

Verdi fordert aktuell für rund 1600 Asklepios-Beschäftigte in Brandenburg/Havel, Teupitz und Lübben nach den Worten von Gewerkschaftssekretär Ralf Franke „die Angleichung an die Tariflöhne nach dem Tarifvertrag für die Krankenhäuser im öffentlichen Dienst (TVöD-K)“.

Der eigene Haustarifvertrag liege davon etwa zehn Prozent entfernt, nach der jüngsten Steigerung sogar 13 Prozent, erklärt Sandner. Die Schere dürfe nicht noch größer werden.

Mit der Beteiligung an dem Warnstreik äußerten sich die Gewerkschafter zufrieden angesichts von einem Organisationsgrad, der bei etwa 25 Prozent liegt. Sie erwarten im vierten Anlauf am 27. März ein besseres Angebot, das weitere Aktionen überflüssig macht.

Mehr Geld für leitende Pflegekräfte

Daniela Wolarz-Weigel, Vorsitzende der Geschäftsführung, hat angekündigt, dass Asklepios am 27. März auch ein Angebot für eine überproportionale Gehaltssteigerung leitender Pflegekräfte vorlegen wird.

Ihr bisheriges Angebot umfasste außer einer Entgeltsteigerung auch kürzere Arbeitszeiten für Arbeitnehmer ab 60 und Verbesserungen bei der zusätzlichen Altersversorgung.

Auch Maßregelvollzug vertreten

Für Aufregung sorgte am Rande die Drohung des Personalleiters, dass streikende Beschäftigte des Maßregelvollzugs (forensische Klinik für psychisch kranke Straftäter) mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen müssten. Denn eine reduzierte Besetzung wäre nicht zu verantworten und würde zu einer Gefährdung führen.

Verdi ließ sich davon nicht beeindrucken. „Der Arbeitgeber hat keine einstweilige Verfügung vorgelegt, die Kollegen sind also mit draußen“, berichtet Kommissionsmitglied Sandner.

Von Jürgen Lauterbach

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