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Brandenburg/Havel Dreijähriger geht aus Kita stiften
Lokales Brandenburg/Havel Dreijähriger geht aus Kita stiften
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10:56 18.11.2015
Lustiger Knirps: Taylor Joel Seifert aus Brandenburg an der Havel. Quelle: privat
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Brandenburg an der Havel

Der Horror schlechthin für eine Mutter: Anne Seifert (27) will am Montag um 15 Uhr, so wie immer, ihren Sohn Taylor Joel (3) aus der Kita „Groß und Klein“ in Hohenstücken abholen. Doch das Kind ist nicht da, nur sein Rucksack. Keine Erzieherin weiß, wo der Kleine ist, geschweige denn, wann und wohin er verschwunden ist.

Zum Glück entdeckt eine Kundin des nahen Rewe-Marktes das Kind, das zwischen Regalen umherirrt. Taylor Joels Eltern sind verunsichert und wütend, weil ihr Kind mindestens eine gute halbe Stunde ohne Aufsicht war und jemand ihren Sohn in Begleitung eines älteren Mannes gesehen haben will. Die Polizei ermittelt.

Große Erleichterung bei den Eltern

„Ich danke Gott und den Helfern, dass unser Kind wohlauf wieder zu Hause in seinem Bettchen ist und ihm nichts passiert ist“, fasst Anne Seifert ihre Erleichterung zusammen. Noch immer können sie und ihr Partner Peer Winterfeldt (29) sich nicht erklären, wie ihr Sohn am Montagnachmittag so einfach und unbemerkt aus der Kita in der Gertraudenstraße verschwinden kann.

Taylor Joel spielt am frühen Nachmittag wie häufig mit anderen Kindern auf dem Hof der Kita. Irgendwie verlässt er das gesicherte Gelände. Eine Rewe-Mitarbeiterin sieht den Jungen bereits vor 14.30 Uhr, ehe ihre Schicht beginnt, auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes am Tschirchdamm. Sie vermutet, dass er auf seine Mutter wartet. Doch er ist mutterseelenallein.

Im Rewe-Markt selbst wird er ebenfalls gesehen. Zunächst denkt sich niemand etwas dabei, weil er seine Eltern häufiger dort begleitet. Doch dann fällt auf, dass keine Mutter in der Nähe, sondern der Junge auf sich gestellt ist, wie Schichtleiterin Monika Lippert erzählt. Eine Kundin berichtet, dass Taylor Joel schon eine ganze Weile im Markt umherlaufe.

Allein im Supermarkt

Monika Lippert findet den Kleinen „bei den bunten Zeitungen“ und nimmt ihn mit in ihr Büro, nachdem Kolleginnen und Kunden sogar nebenan bei Rossmann vergebens nach den Eltern gesucht haben. Lautsprecherdurchsagen bringen keinen Erfolg. Der Junge ist inzwischen durcheinander, fragt immer wieder nach seiner Mama. Daraufhin ruft Monika Lippert die Polizei.

Als die Beamten ihn holen, ist der Junge so verschreckt, dass er sich zunächst weigert, in das Polizeiauto einzusteigen. Denn seine verantwortungsvollen Eltern haben ihm beigebracht, dass er nie in fremde Autos einsteigen dürfe.

Knirps weigert sich, in Polizeiauto zu steigen

Die Polizei ist drauf und dran, den Kleinen in den Kindernotdienst zu fahren, als glücklicherweise der Vater eines anderen Kindes aus der Kita des Weges kommt und Taylor Joel erkennt. Er rät den Polizisten, doch zunächst in der Kita nachzufragen.

Wenig später sind beide Eltern überglücklich, dass sie ihren Liebling in ihre Arme schließen können. Doch inzwischen machen sich Sorge und Ärger breit. Die Kita-Leiterin habe sich gegenüber der Polizei wenig kooperativ gezeigt, klagt Peer Winterfeldt. Mit einer Ausnahme habe auch keine der fünf ins Büro zitierten Erzieherinnen der Polizei weitergeholfen.

Ermittlungen gegen Kita-Erzieherinnen

Die Kita „Groß und Klein“ mit ihren 250 Plätzen wird seit 2002 von „Independent Living“ betrieben. Deren Geschäftsführerin Rita Rüter will sich frühestens am Mittwoch äußern. Erst wolle sie mit den Eltern, Erzieherinnen, der Polizei und dem Jugendamt darüber sprechen, was schiefgelaufen ist.

Die Polizei ermittelt nach Auskunft von Polizeisprecher Oliver Bergholz wegen des Verstoßes gegen die Fürsorge- und Erziehungspflicht. Die Ermittlungen betreffen die Kita-Erzieherinnen.

Die Kita-Leiterin berichtet Anne Seifert am Dienstag, dass Eltern eines anderen Kindes den vermissten Jungen in der fraglichen Zeit mit einem älteren Mann gesehen hätten. Die Polizei bittet um Hinweise von Zeugen, die etwas über den Aufenthalt des Jungen am Montagnachmittag wissen. Hinweise gehen an die Polizei unter  0 33 81/56 00.

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Von Jürgen Lauterbach

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