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Zwischenstopp auf Bormanns Hof

Heuhotel bei Briest Zwischenstopp auf Bormanns Hof

Im Bett schlafen kann jeder. Auf Bormanns Hof zwischen Plaue und Briest werden seit drei Jahren Nachtlager aus Gerstenstroh unterm Scheunendach aufgeschlagen. Willkommen sind auch Durchreisende, die nur auf einen Kaffee vorbeischauen.

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Kaffeepause auf Bormanns Hof: Christa und Walter Pfrogner sind Gäste aus Ludwigsburg.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Briest/Plaue. Streng genommen passiert es auf die Plauer Seite der Gemarkungsgrenze, wo die Betten mit der Heugabel gemacht werden. Doch solche Feinheiten sind Walter und Christa Pfrogner aus dem baden-württembergischen Ludwigsburg ziemlich egal. Das Rentnerehepaar beradelt mit wachsender Begeisterung das Havelland. Im Gegensatz zu Verwaltungsgrenzen sind Naturschönheiten und gastfreundliche Menschen viel interessanter.

Beides findet man auf Bormanns Hof im Briester Weg, eingeklemmt zwischen Stadt und Landkreis. Die Pfrogners nehmen sich Zeit für eine kurze Rast. Wie immer mehr Radtouristen, die sich vom neuen Strandfeeling vor Bormanns Hof angezogen fühlen. „Wer schon nicht im Heu schlafen mag, kann bei einem Kaffee oder einer Limo frische Kraft für die nächste Etappe schöpfen“, sagt Herbergsvater Norbert Bormann, der das Heuhotel 2013 zusammen mit seiner Frau Susann eröffnet hat. Die Liegestühle stehen auf gesiebten Sand vom Fohrder Berg. Farbenfrohe Sonnensegel bieten schattige Plätzchen. Bei Regen können Gruppen in eine nachgebaute Jurte schlüpfen. Wer die Landesstraße von Plaue nach Briest befährt, kann den bunten Vorposten vom Heuhotel nicht mehr übersehen.

„Die Nachfrage nach einer kurzen Ausspanne hat sich während der Buga entwickelt“, erinnert sich Norbert Bormann. Radfahrer kurvten im vergangenen Jahr zum Heuhotel und baten um eine Pausenversorgung. Inzwischen vergeht kein Tag, wo nicht neue Radler Bormanns Hof einen Besuch abstatten. Nicht alle bleiben über Nacht. Andere versprechen wiederzukommen. Das Heuhotel ist immer noch das einzige seiner Art weit und breit. Wer sich auf ein Nachtlager unterm Scheunendach einlässt, erlebt ein unvergessliches Schlaferlebnis.

Genau genommen handelt es sich beim pflanzlichen Bettenbau nicht um Heu, sondern um gedämpftes Gerstenstroh. „Das ist auch für Allergiker erträglich“, klärt Susann Bormann auf. Nachschub für die Schlafunterlagen ordern die Betreiber von Bauern aus der Region. Einmal in der Woche wird das Stroh gewechselt und dient danach als Einstreu für die hofeigenen Schafe, Ziegen und Ponys. Die einzelnen Nachtlager sind mit Sichtschutzelementen von einander getrennt. Maximal 15 bis 20 Personen können in der Scheune nächtigen, die zu der bäuerlichen Hofstelle gehört, die einst die Großeltern von Norbert Bormann bewirtschaftet haben.

Es gibt Duschen, Sanitäranlagen und eine Gästeterrasse. Ein Frühstücksraum mit Mini-Küche wurde auch eingerichtet. Selbst bei längeren Aufenthalten wird Gästen nie langweilig. Angeln, grillen, Bootsfahrten und Ausflüge mit dem Kremser sind beliebte Abwechslungen. Und wer nur einen Kaffee trinken will, dem reicht ein Platz im Liegestuhl.

Von Frank Bürstenbinder

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