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Brandenburg/Havel Zwist um Bad Belziger Patienten
Lokales Brandenburg/Havel Zwist um Bad Belziger Patienten
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00:17 24.10.2013
Das Brandenburger Klinikum bekommt weniger Patienten als bislang aus Bad Belzig. Quelle: V. Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Das Städtische Klinikum Brandenburg bekommt den Trägerwechsel im Bad Belziger Krankenhaus am Geldbeutel zu spüren. Wie von Gabriele Wolter, Geschäftsführerin in Brandenburg, insgeheim befürchtet, überweist das im Mai an das Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum verkaufte Krankenhaus in Bad Belzig deutlich weniger Patienten nach Brandenburg als in früheren Jahren. Wolter vermutet, dass die Bad Belziger Klinikärzte stattdessen eine größere Zahl an Patienten nach Potsdam lotsen. Bis Ende August habe Bad Belzig in diesem Jahr nur 22 Patienten zur weiteren Behandlung in die Bergstraße geschickt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 89 kranke Menschen gewesen, im gesamten Jahr 2012 mehr als 120.

Für das Städtische Klinikum Brandenburg hängt daran nicht nur Prestige, sondern echtes Geld. Aufs Jahr hochgerechnet stellt sich Gabriele Wolter Umsatzverluste in Höhe von etwa 750.000 Euro ein, weil so viel weniger Patienten aus Bad Belzig nach Brandenburg kommen. Die Verluste entsprechen einem Prozent des Gesamtetats des Klinikums.Damaris Hunsmann, Sprecherin des Potsdamer Großkrankenhauses, bestätigt die gesunkene Zahl an Überweisungen nach Brandenburg. Allerdings bestreitet sie, dass diese Patienten dafür nach Potsdam umgeleitet werden. Wie sich die Überweisungszahl von Bad Belzig nach Potsdam entwickelt hat, verrät sie nicht. Nach ihren Angaben ist es aber einfach so, dass Fachärzte des Ernst-von-Bergmann-Klinikums vermehrt nach Bad Belzig fahren, um Patienten dort zu behandeln. Hunsmann: "Fakt ist, dass wir in der Klinik Bad Belzig das Ziel haben, die Patienten vollständig vor Ort wohnortnah zu behandeln. Dazu hat die Klinik zum Beispiel in ein Linksherzkathetermessplatz und den Aufbau eines Wundzentrums investiert und kann vor Ort ein größeres Leistungsspektrum anbieten." Die Potsdamer Klinik weist auf die bestehenden Kooperationen mit Brandenburg hin in Bezug auf die Frauenheilkunde und vorgeburtliche Diagnostik sowie auf den Ausbau der Zusammenarbeit in der plastischen Chirurgie.

Kommentar: Konkurrenz, aber bitte keine Spielchen

Von Jürgen Lauterbach

Das Verhältnis des Potsdamer und des Brandenburger Klinikums ist schwierig. Eher von Konkurrenz als von Kooperation geprägt, was theoretisch nicht nur schlecht ist. Bei Konkurrenz sollte die Qualität steigen. Doch selbst wenn die Allgemeinheit den im Gesundheitskapitalismus vorgesehene Konkurrenzkampf zwischen Kliniken akzeptiert, darf es nicht absurd werden. Kürzlich wurde eine risikoschwangere Frau in Potsdam aufgenommen, weil die Brandenburger Frühchenstation belegt war. So weit, so gut. Als dort wieder Bettchen frei waren, sollte und wollte die werdende Mutter zurückverlegt werden in ihre Heimatstadt Brandenburg, sagt jedenfalls das dortige Klinikum. Doch es kam anders. Klinikum-Geschäftsführerin Gabriele Wolter:„Dann traf irgend jemand die Aussage, die Frau sei nicht verlegungsfähig und das blieb sie wohl, bis sie entlassen wurde, obwohl sie ständig nach Brandenburg zurück wollte.“ Auf solche Konkurrenzspielchen möchten Patienten gern verzichten.

Brandenburgs Frauenklinik-Chefarzt Peter Ledwon zufolge erschöpft sich die genannte Kooperation in seinem Fachgebiet jedoch darin, dass die Bad Belziger Klinik Räume und Ultraschallgeräte bereitstellt, wenn er dienstags im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung seine Sprechstunde in Bad Belzig abhält. Bezogen auf die plastische Chirurgie teilt Wolter mit, dass dazu am 4. November das erste Gespräch stattfinde und noch gar nichts entschieden sei.Von Jürgen Lauterbach

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