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Als Otto Waalkes einst nach Brandenburg kam

Jubiläum der Neuen Mühle Als Otto Waalkes einst nach Brandenburg kam

Anfang Juni feiert das Ausflugslokal „Neue Mühle“ in Brandenburg an der Havel eine große Jubiläumsfeier. Ein Blick zurück verrät die bewegte Geschichte der Gaststätte, die mittlerweile wieder einmal einen neuen Betreiber hat. Was viele heute nicht mehr wissen: Zur Eröffnung vor mehr als 20 Jahren wurde Komiker Otto Waalkes eingeflogen – per Hubschrauber.

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Gute Freunde: Filmemacher Horst Wendlandt (rechts) hatte seinen Star Otto Waalkes zur Eröffnung des Gasthauses eingeladen.

Quelle: Marcus Alert

Brandenburg/H. Manchmal gehen die Dinge seltsame Wege. Loriots Eintrag in das Goldene Buch seiner Geburtsstadt ist ein Glückwunsch an das wieder erstandene Gasthaus „Neue Mühle“. Dazu das berühmte Knollennasemännchen mit Blume im Mund. Otto Waalkes zeichnete seinen Ottifanten und schließlich setzte Filmproduzent und Neue-Mühlen-Hausherr Horst Wendlandt seinen Namenszug unter diese Komposition – geschehen am 30. Mai 1995, am Tage der feierlichen Eröffnung des Gasthauses am Rande der Stadt. „So etwas würde es heute nicht mehr“, sagt Norbert Plaul mit Blick auf Protokoll.

„Heute klemmt sich niemand mehr das Goldene Buch unter den Arm und fährt es quer durch die Stadt.“ Heute ist der Eintrag an sich schon ein festlicher Akt, den man nicht zwischen Ansprachen und Schnittchen eben mal so erledigt. Und doch: Das Ergebnis von 1995 ist einzigartig. Vicco von Bülow alias Loriot und Otto Waalkes hatten Horst Wendlandt, den Macher ihrer Kino-Erfolgs-Filme, zur Eröffnung seines Gasthauses begleitet.

Otto kam im Hubschrauber

Wendlandts Plan für das Gasthaus ist ursprünglich ein etwas anderer gewesen. „Es sollte ja noch ein Gästehaus daneben entstehen“, erinnert sich Manfred Meyer, Architekt aus Caputh. Er hatte vor 20 Jahren die Planung in den Händen. Das alte Gebäude verschwand, daneben entstand der Neubau mit der großen Eingangstreppe. „Einfach war es nicht“, sagt Meyer. Da sei das hohe Grundwasser gewesen, was das Bauen erschwert habe.

Und da sei Wendlandts Familie gewesen, „die sehr gegen das Projekt war, weil es filmuntypisch war.“ Letztlich habe sich der Investor durchgesetzt. Aus dem Schutt des alten Gasthofes „wollte ich eigentlich einen kleinen Trümmerberg anlegen und gestalten“, sagt Meyer. Wollte Wendlandt nicht. Dafür ließ er rund 50 Kastanien pflanzen.

Filmemacher wollte sich verwirklichen

Traurig sei es geworden, als der große Filmemacher ausstieg und die Neue Mühle „von Hand zu Hand“ weitergereicht worden ist. So lernte Meyer auch Betreiberin Gerda Schöbel kennen. „Sie wollte das Gästehaus mit den etwa 50 Betten unbedingt bauen.“ Also holte der Architekt die Pläne wieder hervor, Wirtin Schöbel wollte die nötigen 1,5 Millionen Euro für das Bauwerk beschaffen. „Doch dazu ist es nie gekommen.“

Ihn freue aber, dass die aktuellen Besitzer die Idee offensiv angehen, in der Neuen Mühle auch zahlreiche Betten anzubieten. „Das muss man schon bieten, um viele Gäste ins Haus zu holen“, ist Meyer überzeugt. Seine Mitarbeiterin Rita Fuchs habe die alten Pläne so überarbeitet, dass im Neubau von 1996 gut zehn Betten geschaffen worden. „Das ist ein guter Anfang.“

info: Am 4. Juni steigt in der Neuen Mühle die große Jubiläumsparty. Mehr dazu unter www.neue-muehle-brb.de

Von Heiko Hesse

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