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Brandenburg/Havel Damsdorf: Pläne für Asylheim weiter aktuell
Lokales Brandenburg/Havel Damsdorf: Pläne für Asylheim weiter aktuell
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15:47 23.07.2015
Die alte Kaserne in Damsdorf: Das Flüchtlingsheim ist längst nicht vom Tisch. Quelle: M. von Imhoff
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Damsdorf

Die Gemeinde Kloster Lehnin hat dem Landkreis Potsdam-Mittelmark Gespräche zur Aufnahme von Flüchtlingen in der ehemaligen Bundeswehrkaserne Damsdorf angeboten. Seit wenigen Tagen ist nämlich die Kommune neue Eigentümerin der kompletten Liegenschaft, die bisher von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) verwaltet wurde.

„Die Änderung der Eigentumsverhältnisse bedeutet keinesfalls, dass der Kreis seine Pläne zur Einrichtung eines Übergangswohnheims aufgeben muss“, stellte Kloster Lehnins Bürgermeister Bernd Kreykenbohm am Donnerstagvormittag in einem ersten Statement gegenüber der MAZ klar. Damit dementierte das Gemeindeoberhaupt anderslautende Meldungen, wonach es wegen des Immobilienkaufs angeblich doch keine Flüchtlingsunterkunft in Damsdorf geben soll.

Kreykenbohm kündigte zeitnahe Gespräche mit dem Kreis über eine Einrichtung des Flüchtlingsheims an. Auch Thomas Schulz, Fachbereichsleiter Soziales beim Landkreis, signalisierte am Donnerstag die Bereitschaft des Kreises zu Verhandlungen.

Auch der Kreis hatte sich beworben

Was nur Insider wussten: Auch Potsdam-Mittelmark  hatte sich bei der Bima als Käufer beworben. Drei Unterkunftsgebäude sollten aus dem Kasernenareal herausgelöst und von einem privaten Investor bezugsfertig gemacht werden. „Wir hätten diese Variante lieber gesehen, weil ein Privater in der Regel schneller agieren kann als eine öffentliche Körperschaft“, sagte Schulz auf Nachfrage. Auch über die maximale Belegung hätte der Kreis als Eigentümer je nach aktueller Lage entscheiden können.

Lange um Kaserne bemüht

Schon lange vor der Flüchtlingsproblematik hat sich Kloster Lehnin um den Erwerb der Damsdorfer Kaserne bemüht.  Aus dem Gelände soll ein Gewerbegebiet werden. Auf einer Teilfläche ist der kommunale Bauhof angesiedelt.

Die Besitzeinweisung durch die Bima an die Gemeinde erfolgt am 1. August. Nach der Sommerpause will die Gemeindevertretung die Aufstellung eines Bebauungsplans beschließen.

Der politische Wille in Kloster Lehnin besteht darin, maximal 200 Menschen im geplanten Übergangswohnheim aufzunehmen. Bürger haben eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, in der sich   ehrenamtlich Tätige um die Integration der Flüchtlinge kümmern wollen.

Bekanntlich gab es den Plan, bis zu 600 Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber in Damsdorf unterzubringen. Doch am Ende bekam Kloster Lehnin den Zuschlag. Über die Summe wurde Stillschweigen vereinbart. Nur soviel: Die Gemeinde muss zumindest für den Kauf keinen Kredit aufnehmen. Dass Potsdam-Mittelmark im Bieterkampf den Kürzen zog, hat im Landratsamt keinen Jubel ausgelöst.

30 neue Flüchtlinge pro Woche

Doch die Verwaltung ist nicht in der komfortablen Situation, einen potenziellen Standort fallen zu lassen, der bis vor kurzem als alternativlos galt. Wöchentlich bringt ein Bus über 30 neue Flüchtlinge. „Wir werden deshalb mit Kloster Lehnin im Gespräch bleiben“, versichert Fachbereichsleiter Schulz. Am Ende muss ein Vertragwerk her, das unter anderem ein Finanzierungsmodell für die Sanierung und die Größenordnung der unterzubringenden Flüchtlinge regelt.

Gerade beim letzten Punkt sitzt Kloster Lehnin  jetzt am längeren Hebel. Als neue Eigentümern wird die Kommune darauf drängen, nicht mehr als 200 Flüchtlinge in Damsdorf unterzubringen. Eine Massenunterkunft von bis zu 600 Menschen hatte die Gemeindevertretung bereits im Juni abgelehnt.

Bisher nur Notlösungen

Indes organisiert der Kreis weitere Notlösungen, um Neuankömmlinge unterzubringen und die ebenfalls belegte gymnasiale Schulturnhalle in Michendorf wieder freizuiehen. 40 Personen werden für einige Wochen bei Spargelbauer Josef Jakobs in Schäpe untergebracht. In Bad Belzig wird ein Containerdorf mit 146 Plätzen aufgebaut. Ein Flüchtlingsdorf mit 28 winterfesten Blechhütten entsteht im Brücker Gewerbegebiet.

Pläne des Landkreises, in dem 1600-Seelen-Ort Damsdorf bis zu 600 Flüchtlinge unterzubringen, waren Anfang Juni bekannt geworden. Sie sorgten für ein großes Echo in der Bevölkerung, die diese in einer eigens einberufenen Einwohnerversammlung deutlich kund taten.

Es ist mittlerweile elf Jahre her, dass die Bundeswehr das Logistik-Bataillon mit 177 Soldaten aus Damsdorf abzog. Seitdem steht das Gelände bis auf einige Gewerbeeinheiten leer.

Von Frank Bürstenbinder

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