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Neuer Posten: Kommt der Stadtbaudirektor?

Heimliche Debatte entbrannt Neuer Posten: Kommt der Stadtbaudirektor?

Bekommt die Stadt Brandenburg in naher Zukunft einen Stadtbaudirektor, in dessen Händen die Themen der Stadtentwicklung zusammenlaufen? Einiges spricht dafür und hinter den Kulissen wird das Thema bereits in mehreren Fraktionen zumindest informell diskutiert. Laut Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann gibt es tatsächlich derlei Überlegungen.

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Dietlind Tiemann

Quelle: Andreas Vogel

Brandenburg/H. Bekommt die Stadt Brandenburg in naher Zukunft einen Stadtbaudirektor, in dessen Händen die Themen der Stadtentwicklung zusammenlaufen? Einiges spricht dafür und hinter den Kulissen wird das Thema bereits in mehreren Fraktionen zumindest informell diskutiert. Im Gespräch mit der MAZ bestätigte Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU), dass es in der Tat Überlegungen gäbe, diesen Bereich neu zu organisieren.

Bis dato war und ist die Stadtentwicklung beim Baubeigeordneten Michael Brandt (CDU) angesiedelt. Federführend liegen die Entwicklungsthemen in den Händen von Andrea Kutzop. „Wir sind bei der Entwicklung unserer Stadt an einem Punkt angekommen, wo die perspektivische Entwicklung aus einem Guss begleitet werden muss“, sagt Tiemann. In den zurückliegenden Jahren sei viel geschafft worden, die Stadt habe ihr Antlitz gravierend verändert und nun seien es vor allen Dingen „die dicken Bretter, die noch gebohrt werden müssen“.

Tiemann bestätigt Überlegungen

Unter dem Begriff dicke Bretter firmieren stehen beispielsweise die seit Jahrzehnten leerstehenden Häuser am Molkenmarkt, in der Mühlentorstraße oder am Rathenower Torturm, für die sich trotz intensiver Unterstützung durch den Denkmalschutz bisher keine Lösung fand, weil man mit den Eigentümern keinen gemeinsamen Nenner fand. Diese „dicken Bretter“ seien beim Denkmalschutz schon in guten Händen, glaubt die OB. Es gäbe allerdings auch Bauvorhaben, in denen viele Ämter mitmischen würden, die nicht von einer Stelle aus geführt würden.

Als Beispiel nennt sie den Umbau der Brennaborhöfe zum zentralen Bürostandort für die Riester-Renten-Verwaltung. Die Immobilie gehöre einem privaten Investor, die Zufahrt und die Straße fallen in die Verantwortung der Stadt, die für den Parkplatz geplante Fläche gehört der Bahn. Bauamt, Liegenschaftsverwaltung, Kämmerei und andere Bereiche seien mit dem Unterfangen betraut. Die Folge: „Offen ist, wer hat den Hut auf?“.

Die Bebauung des Packhofes, ein geplantes Vier-Sterne-Innenstadthotel, anspruchsvoller Wohnraum in der Innenstadt und der Ausbau des alten Stadtbades – all das seien Themen, die man offensiver vorantreiben müsse, sagt die Oberbürgermeisterin.

Interessenkonflikt zwischen Brandt und Scheller

Das ist, auch wenn sie den Namen nicht nennt, natürlich auch eine handfeste Kritik an der Arbeit ihres Beigeordneten Michael Brandt, mit dem Tiemann man seit mehr als einem halben Jahr im Clinch liegt. Gleichzeitig räumt sie ein: Da gibt es einen Interessenkonflikt zwischen den Herren Brandt und dem Kämmerer und Bürgermeister Steffen Scheller (CDU). Denn einerseits brauche die Stadt Pläne, um auf veränderte Bedingungen zu reagieren. Andererseits sei dafür auch ein Budget nötig, um beispielsweise einen Plan in der Schublade zu haben, falls mal jemand „einen großen Wurf“ für das gesamte alte Ziegeleigelände im Deutschen Dorf hat.

Ein ebensolches Betätigungsfeld für einen obersten Stadtentwickler sieht Tiemann in Stein- und Hauptstraße. Dass der massive Ladenleerstand dauerhaft verschwindet, glaubt sie nicht. Auch in diesen Falle müssten Hauseigentümer ämterübergreifend dabei unterstützt werden, andere Nutzungen für ihre Häuser zu finden und sie beim Umbau zu begleiten. Noch sei keine Entscheidung gefallen, wie eine neue Verwaltungsstruktur in diesem Bereich aussehen könnte. Doch „wir haben einen Bedarf und müssen jetzt sehen, wie wir den erfüllen.“

Von Benno Rougk

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