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Neue Heimat für Riesterrenten-Verwaltung

Bauboom in der Bahnhofsvorstadt Neue Heimat für Riesterrenten-Verwaltung

Die Bahnhofvorstadt von Brandenburg an der Havel wird bis 2018 einen Schandfleck verlieren. Die zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), derzeit noch in der Potsdamer Straße angesiedelt und aus allen Nähten platzend, soll an diesen Standort umziehen. Die Voraussetzungen dafür sind erfüllt, das Gelände verkauft. Jetzt soll mit dem Bau begonnen werden.

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Wo heute zugemauerte Fenster den ruinösen Charme der Brennaborwerke symbolisieren, soll in wenigen Monaten gebaut werden.

Quelle: imago stock&people

Brandenburg an der Havel. Frohe Kunde für die Havelstadt Brandenburg: Bis zum Jahr 2018 soll sich das Gesicht der Brandenburger Bahnhofsvorstadt wesentlich verändern. Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), im Volksmund als Riester-Behörde bekannt, will noch im Jahr 2018 mit dann 1 250 Mitarbeitern in die alten Bren­nabor-Werke ziehen.

Das bestätigten Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und Bürgermeister Steffen Scheller (beide CDU), die in den seit Monaten in aller Stille vorbereiteten Deal einbezogen waren, auf Nachfrage. Wie die MAZ erfuhr, hat der Investor Hans Lamers das Gelände, die ruinösen Fabrikgebäude an der Kirchhofstraße und auch den bereits sanierten kleinen Teil der Brennabor-Höfe, vor Tagen von den Vorbesitzern erworben. Die hatten ihrerseits die Immobilien vor Jahren von der Stadt mit der Zusage gekauft, die Gebäude zu sanieren und zu entwickeln. Als Orientierung hatten sie der Stadt eine Entwicklung im Stil der Hackischen Höfe in Berlin in abgespeckter Form angekündigt. Doch daraus wurde nichts, zwischenzeitlich wurde über ein Altenwohnheim in der Fabrik diskutiert.

ZfA bestätigt Pläne

Nach dem notariell beurkundeten Verkauf planen derzeit die neuen Investoren in Abstimmung mit der ZfA und der Baugruppe Schomaker die Sanierung der leer stehenden Fabrikgebäude und einen Neubau an der Straße.

Seitens der ZfA bestätigte man jetzt die Pläne der Umsiedlung an den neuen Standort, wollte aber mit Blick auf eine fehlende Unterschrift des Vorstandes noch nicht ins Detail gehen.

Geschichte der Brennabor-Werke

Die Brennabor-Werke der Gebrüder Reichstein, später die Brennabor-Werke AG, war ein deutscher Hersteller von Kinderwagen, Fahrrädern, Kraftwagen und Motorrädern mit Sitz in Brandenburg an der Havel.

Das Unternehmen wurde 1871 von den Brüdern Adolf, Carl und Hermann Reichstein gegründet. Die drei waren gelernte Korbmacher. Um den Betrieb über Körbe hinaus zu erweitern und von Zulieferern unabhängig zu sein, kamen zur Korbmacherei Tischlerei, Stellmacherei, Schlosserei und Schmiede hinzu, so dass 1871 die Herstellung kompletter Kinderwagen begann.

Bis in die 1930er-Jahre war Brennabor größter Kinderwagen-Hersteller in Europa und eine der größten Fahrradfabriken. Die Unternehmensgeschichte endete nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 mit der Demontage des Brandenburger Werkes.

Gegenüber Dietlind Tiemann gab die ZfA-Spitze allerdings bereits bei einem Besuch vor wenigen Tagen grünes Licht. Wie es aus der Stadtverwaltung heißt, könnte mit dem Um- und Neubau bereits Ende dieses Jahres begonnen werden, da dafür kein gesonderter Bebauungsplan vonnöten ist, sondern ein vereinfachtes Lückenschluss-Verfahren zur Anwendung käme.

Immerhin 19.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche gilt es in den Brannabor-Werken umzubauen. Damit dürften die Investitionskosten bei geschätzten 35 Millionen Euro liegen. Die ZfA sucht seit geraumer Zeit nach Büroflächen an einem Standort, da die Büros in der Potsdamer Straße aus allen Nähten platzen und dringend neue Arbeitskräfte eingestellt werden sollen. Derzeit sind etwa 1000 Menschen dort angestellt, nach der Fertigstellung des Brennabor-Standortes könnten 1250 Menschen dort arbeiten. Lange war über einen Neubau an der Ecke zur Bauhofstraße oder auf dem alten Bushof diskutiert worden. Diese Pläne sind jetzt vom Tisch.

Neuer Parkplatz wird geschaffen

Die Räume der Brennabor-Galerie, die bisher vom Theater betrieben wurden, werden dem Vernehmen nach nicht von der ZfA benötigt und können, wie Steffen Scheller sagt, weiter wie bisher genutzt werden. Was der Verkauf der Werke für die wenigen Geschäfte im Erdgeschoss der Brennabor-Höfe bedeutet, ist unklar. Allerdings werden 1250 Angestellte in Zukunft auch eine urbane Infrastruktur mit Dienstleistungen und Gastronomie an diesem Standort benötigen.

Auch das Problem der fehlenden Parkplätze an dem Standort scheint geklärt. Die Deutsche Bahn hat erklärt, das Bahngelände zwischen Schützenworth und Shell-Tankstelle verkaufen zu wollen. Wie Tiemann sagt, könnten dort mehrere hundert Stellplätze entstehen. Damit verschwinde auch die „ungepflegte Ecke“ und die Parkplatzsituation entspanne sich.

Bis 2018 hat die ZfA ihren Mietvertrag in der Potsdamer Straße verlängert. Was danach aus diesem Bürostandort wird, ist offen.

Von Benno Rougk

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