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Stahlstadion: Hoffnung für Flutlichtmasten

Interessengemeinschaft erfährt Unterstützung Stahlstadion: Hoffnung für Flutlichtmasten

Die Interessengemeinschaft „Freunde des Stahlstadions“ bekommt bei ihrem Kampf ums Erhalten der Flutlichtmasten im Stadion am Quenz in Brandenburg prominente Hilfe: Dirk Werner, Professor und Prüfingenieur für Massivbauten und Stahlwerkskonstruktionen, setzt sich für die traditionsreichen Masten ein.

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Vom Abriss bedroht: Die Masten im Stadion des FC Stahl Brandenburg.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Interessengemeinschaft „Freunde des Stahlstadions“ bekommt bei ihrem Kampf ums Erhalten der Flutlichtmasten im Stadion am Quenz prominente Hilfe: Dirk Werner ist Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin HTW und Prüfingenieur für Massivbauten und Stahlwerkskonstruktionen, als einer von ganz wenigen Spezialisten in Deutschland darf er sogar Windkraftwerke und ihre Standsicherheit prüfen.

Motiviert hat ihn der Brandenburger Hochschullehrer und Vorstand der Brandenburger Ingenieurkammer, Klaus Haake. Er ist SPD-Mitglied, seine Fraktion hatte der Freund-IG Unterstützung versprochen. „Werner ist ein ehemaliger Vorstandskollege. Die wissenschaftlich-technischen Voraussetzungen für den Fortbestand der Türme sind nun geordnet. An der HTW wird nun eine Masterarbeit dazu erarbeitet, deren Finanzierung und Betreuung ist gesichert.“ Allerdings sei die Frage der Standsicherheit nur die Hälfte der Vorarbeiten, Haake kümmert sich nun auch um die Elektro- und Beleuchtungsfragen.

SPD-Engagement für die Masten

In diesen Tagen sind bereits Protokolle für die Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Eigenbetrieb Gebäude- und Liegenschaftsmanagement GLM unterschrieben worden, es bedarf aber noch richtiger Verträge.

Stadion gehört der Stadt

Der Verein FC Stahl Brandenburg hat mehr als 300 Mitglieder, davon sind viele Handwerker. Diese sind nach eigenen Aussagen bereit, alle möglichen Eigenleistungen zu erbringen. Vorbild sei die BSG Chemie Leipzig, deren Mitglieder und Fans ihr Stadion komplett in Ordnung halten.

Das Stadion am Quenz ist aber nicht an den FC Stahl verpachtet, deshalb trägt die Stadt Verantwortung. Verein und Interessengemeinschaft haben bislang schon in Eigenregie die Anzeigetafel saniert.

Die Flutlichtmasten im Stadion auf dem Quenz sind 1989 errichtet worden. Beim FC Carl Zeiss Jena hat nach Aussagen von Klaus Haake von der Brandenburger Ingenieurkammer eine ähnliche Anlage 45 Jahre gestanden.

Bürgermeister Steffen Scheller (CDU), dem das GLM untersteht, sieht die Entwicklung gelassen: „Die jüngste Initiative schadet niemandem, es gibt keine akute Sicherheitsgefährdung durch die Masten. Verwaltungsvertreter haben sich nun ein paar Mal mit Werner und Haake getroffen. Es gilt noch die Frage zu klären, wer übernimmt die Haftung, wenn die Anlagen weiter für standsicher erklärt werden.“ Deshalb habe GLM parallel das örtliche Ingenieurbüro Köber-Plan an die Seite der externen Spezialisten gestellt.

Die Interessengemeinschaft sollte bis zum 1. Dezember vorigen Jahres ein fertiges Konzept sowie Finanzierungspläne vorlegen, das ist bislang nicht erfolgt. „Alle Fristen sind verstrichen, wir werden aber nicht gleich morgen den Kran anrollen lassen, um die Masten zu entfernen“, sagt Scheller. Bis zum nächsten Jahr bleibe wohl noch Zeit für eine Entscheidung zu den 1989 errichteten Bauwerken.

Fristen sind seit Dezember eigentlich verstrichen

Erste kleinere Sicherungsarbeiten gab es schon. Generös ist das GLM auch verfahren: So haben Mitarbeiter zwar Strafanzeige gegen die IG wegen Sachbeschädigung gestellt, diese aber nicht weiter verfolgt. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, es sei ein Warnschuss gegen die manchmal übermotiviert wirkenden IG-Mitglieder gewesen, damit keine ernsten Beschädigungen entstehen. Die „Freunde des Stahlstadions“ zeigen ihrerseits nun ebenfalls guten Willen. Sie haben bereits 1500 Euro aus ihren Spendenmitteln zugesagt – das Geld ist notwendig für Materialprüfungen in einem Labor, berichtet SPD-Fraktionsvorsitzende Britta Kornmesser.

Vor einem Jahr waren Pläne der Stadt bekannt geworden, die traditionsreichen und bei vielen Brandenburgern beliebten Masten abzureißen.

Von André Wirsing

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