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Ein Outdoor-Zentrum für die Jugend

Skater wollen neue Anlage bauen Ein Outdoor-Zentrum für die Jugend

Es war eine bittere Nachricht für alle Skate- und Rollsportliebhaber in der Stadt Brandenburg, als Christian Heise kurz vor dem Jahreswechsel via Facebook verkündete, dass sie ihren Traum aufgeben müssen: Die seit acht Jahren in Planung befindliche Skatehalle kommt nicht. Das ist jedoch kein Grund zum Verzagen: Es gibt bereits neue, weit fortgeschrittene Pläne.

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So sieht der Entwurf für das neue Outdoor-Zentrum aus. Die Skater beanspruchen es nicht für sich allein und wollen der gesamten Jugend ein Anlaufpunkt sein.

Quelle: Hannes Nockel/Anker Rampen

Brandenburg/H. Es war eine bittere Nachricht für alle Skate- und Rollsportliebhaber in der Stadt Brandenburg, als Christian Heise kurz vor dem Jahreswechsel via Facebook verkündete, dass sie ihren Traum aufgeben müssen: Die seit acht Jahren in Planung befindliche und von vielen erträumte Skatehalle kommt endgültig nicht. Zu groß seien die Hürden gewesen, die anvisierte alte Turnhalle in der Sprengelstraße herzurichten.

Von Resignation fehlt bei Heise und seinen Mitstreitern aber jede Spur. So sehen neue und bereits fertige Pläne nun vielmehr die Schaffung eines neuen Outdoor-Zentrums für Brandenburgs Jugend vor. Entstehen soll dieses auf der Halbinsel von E-Werk und altem Straßenbahndepot.

Neuer Plan: Ein Outdoor-Freizeitzentrum für alle

„Natürlich sind wir einerseits traurig, dass die Halle nicht kommt“, sagt Heise. Klar: Viel Blut, Schweiß und Tränen haben er und seine mehr als zwei Dutzend Mitstreiter im Laufe der Jahre in das Projekt gesteckt. Immerhin sei es stets oberste Maxime gewesen einen Ort zu schaffen, an dem die Rollsportler auch im Winter ihrer Leidenschaft nachgehen können. Der investive Aufwand sei unterm Strich aber einfach – trotz nicht unwesentlicher Finanzzusagen seitens der Stadt – nicht zu stemmen gewesen. Es habe ein wenig gedauert, von diesem Traum Abstand zu gewinnen, sagt Heise. Die geschaffenen Strukturen sollen nun aber genutzt werden, um eine tragfähige Alternative zu schaffen.

Christian Heise betreibt in Brandenburg einen Skateshop und setzt sich für die Belange der Rollsportler ein

Christian Heise betreibt in Brandenburg einen Skateshop und setzt sich für die Belange der Rollsportler ein.

Quelle: Melanie Höhn

Zwar gibt es im Stadtteil Hohenstücken bereits seit 15 und 20 Jahren zwei Anlagen im Freien. An diesen hätte im Laufe der Zeit aber dermaßen der Zahn der Zeit genagt, dass sie keine Zukunft haben. „Ein neuer Skatepark macht in unseren Augen Sinn, wenn er zentral liegt, beleuchtet ist und eine gewisse Infrastruktur bietet.“

Zu hohe Kosten

Die im Rollsport e.V. organisierten Skater wollten ursprünglich in der Sprengelhalle eine Heimat finden.

Ein Gutachten bezifferte allein die Instandsetzungskosten auf 70 000 Euro. Noch nicht darin enthalten: Sanierung der Böden, des Dachs, neue Fenster.

Von einst zugesagten 250 000 Euro von der Stadt sind noch 200 000 Euro übrig, vom Rest wurde im HdO neue Tontechnik angeschafft.

Das Betreiben der Halle hätte in den nächsten Jahren bis zu 300 000 Euro gekostet – für die kleine Gruppe nicht darstellbar.

Es geht jetzt natürlich auch darum, am Ende nicht mit völlig leeren Händen dazustehen. Der Unterstützung der Verwaltung können sich Heise und sein Team, das sich seit jeher im Dunstkreis der Jugendkulturfabrik im Haus der Offiziere bewegt, dabei weiter sicher sein. Auch wenn nicht immer alles nach Wunsch verlief, so betont Heise doch die insgesamt fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Sozialbeigeordneten Wolfgang Erlebach (Linke) und Bürgermeister Steffen Scheller (CDU).

Aus der Verwaltung gibt es indes das klare Bekenntnis, die bereits 2014 bereitgestellten Mittel weiter für die Realisierung eines Skateparks zurückzuhalten. Mit einer Einschränkung: „Wenn die Mittel nun für ein konkretes Projekt Verwendung finden, lassen sich diese letztmalig in das Jahr 2016 übertragen.“ Heißt: Die Rollsportler müssen schnellstens liefern, das Geld steht aber auch für eine Freiflächen-Lösung weiterhin zur Verfügung.

Mittel stehen nur noch dieses Jahr bereit

Heise schweben seit einiger Zeit mehrere Standorte für seinen Skatepark im Kopf herum. Am liebsten hätte er am Packhof bauen lassen, doch dieser Wunsch wird mit Blick auf die Hotelplanungen ein frommer bleiben. Auch das Grünflächen-Areal an der Ecke Packhofstraße/Hammerstraße und ein angedachtes Areal am Wiesenweg sind unrealistisch. Vielmehr wird die Anlage, auch wenn die Stadt sich dazu nicht äußern will, nach MAZ-Informationen auf der Halbinsel in der Bauhofstraße entstehen. Dort befinden sich das E-Werk und das alte Straßenbahndepot.

Draufsicht auf das geplante, neue Skaterzentrum

Draufsicht auf das geplante, neue Skaterzentrum.

Quelle: Hannes Nockel/Anker Rampen

Damit kann gut Heise leben: „Recht zentral, man belästigt keine Anwohner, Platz vorhanden“, lautet sein Fazit. Inzwischen existieren konkrete Pläne. So soll der Park nicht nur für die Rollsportler offen stehen, sondern vielmehr Begegnungsstätte für alle jungen Brandenburger sein. Neben Abstellmöglichkeiten und Stromanschluss soll das 600 Quadratmeter große Areal im Zentrum mit einem Skate-Pool ausgestattet werden (siehe Animation). Für die Planung zeichnet das in der Szene bekannte Unternehmen Anker Rampen aus Kiel verantwortlich.

Heise sieht sich nun endlich kurz vor dem Ziel. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten beginnen, so die Stadt mitspielt. „Wenn es jetzt nichts wird, können wir unseren Traum endgültig begraben“, sagt Heise. Er glaubt weiter daran.

Von Philip Rißling

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