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Brandenburgs Skater feiern sich und ihre Kultur

10. Broken-Boards-Contest Brandenburgs Skater feiern sich und ihre Kultur

Zum zehnten Mal riefen die Skater und Rollsportler aus Brandenburg an der Havel zum „Broken Boards“-Contest in die Havelstadt – und sie alle kamen. Sportler aus Nah und Fern nahmen am Samstag an der Freilichtbühne auf dem Marienberg an dem Wettbewerb teil und feierten sich selbst und ihren Lifestyle einen ganzen Tag lang in entspannter Atmosphäre.

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Ein großes Familientreffen: Der zehnte „Broken Boards“-Contest war für Sportler, Besucher und Helfer ein tolles Ereignis.

Quelle: Philip Rißling

Brandenburg/H. Er hat in den letzten 23 Jahren auf den Brettern, die für ihn die Welt bedeuten, wahrlich schon eine ganze Menge erlebt. Doch was am Samstag auf dem Marienberg – genauer: der Freilichtbühne – passierte, das verschlug Christian Heise dann doch ausnahmsweise mal den Atem. „Einfach überwältigt“ war der 35-Jährige, seit jeher bekannt als Brandenburgs „Skate-Papst“, vom Ablauf des zehnten „Broken Boards“-Contests, den er wie immer selbst organisiert hatte.

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Von Nah und Fern waren zuvor die Teilnehmer des Wettbewerbs um die besten Tricks und spektakulärsten Stunts auf dem Skateboard in die Havelstadt angereist. Berlin, Potsdam, Erfurt, Dessau, Halle, Coburg – und sogar aus Minneapolis/USA kamen die 42 Skateboarder, die sich den kritischen Augen einer vierköpfigen Jury und zahlreichen Zuschauern stellten.

Christian Heise ist Brandenburgs „Skate-Papst“

Christian Heise ist Brandenburgs „Skate-Papst“. Der 35-Jährige zeichnete erneut für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich.

Quelle: privat

Seit zehn Jahren nun ist Heise Herz und Gehirn der Veranstaltung, die mit den Jahren stetig größer wurde. Zum zehnten Jubiläum sollte es deshalb eine außergewöhnliche Location sein, auf der die Sportler ihre besten Tricks präsentieren. Bisher hatte das Event stets auf der alten Skateboard-Bahn im Stadtteil Hohenstücken stattgefunden. „Die Freilichtbühne ist ideal für ein Event dieser Art“, sagt Heise, der wie viele Brandenburger nicht versteht, warum der Ort nicht öfter für Veranstaltungen genutzt wird. Dass er, der seit Jahren für ein neues Zentrum der Brandenburger Rollsportler kämpft, hier am liebsten dauerhaft ein Skateboard-Mekka errichten würde, ist ein ganz anderes Thema.

Einigkeit, Toleranz und Verständnis regieren die Szene

In den letzten Wochen hatte Heise, gemeinsam mit vielen Helfern und Helfershelfern, in Vorbereitung des Wettbewerbs ordentlich gewirbelt: Eine provisorische Anlage wurde herangeschafft, die Verpflegung organisiert, die musikalische Untermalung sichergestellt, Technik besorgt. Mehrere Dutzend engagierte Menschen aus dem Dunstkreis des Hauses der Offiziere waren in die Vorbereitungen involviert. „Ich habe selten so viel Einigkeit, Toleranz, Verständnis und Power erlebt. Wir werden weiter alles für die Subkulturen in unserer Stadt geben“, jubelte Heise am Sonntag nach einem Tag, der nicht vordergründig im Zeichen des sportlichen Wettstreits stand.

42 Starter in drei Altersgruppen

Gestartet wurde beim „Broken Boards“ auf dem Marienberg in drei Altersklassen.

In der Klasse der 14- bis 18-Jährigen ging der Sieg an Maik Hänschen. Ihm folgten auf den Plätzen 2 und 3 Niels Bilzer und Vincent Siegmund.

Bei den Erwachsenen über 18 Jahre beeindruckte der Erfurter Dennis Balobin am meisten. Er siegt vor dem Brandenburger Lokalmatador Tommy Fuhrmann und Robin Link.

In der Altersklasse U 14 gewann der erst achtjährige Ryan Klotz. Es war seine erste Teilnahme an einem Wettbewerb.

Insgesamt nahmen am zehnten „Broken Boards“-Contest am Samstag 42 Starter teil. Der Jüngste zählte gerade acht Jahre, der älteste Teilnehmer brachte es auf 35 Jahre.

Christian Heise konnte Skateboarder aus Berlin, Potsdam, Staßfurt, Dessau, Braunschweig, Werder/Havel, Herzberg, Radewege, Coburg, Halle/Saale, Erfurt und den USA für die Teilnahme am Contest in Brandenburg begeistern.

Am Abend und in der Nacht feierten die Skater im Haus der Offiziere eine große Aftershow-Party mit Auftritten regionaler Künstler, bei der natürlich auch geskatet wurde.

Denn seit jeher lässt sich das Skateboarding nicht mit anderen, klassischen Sportarten vergleichen. So gibt es keinen internationalen Dachverband, der Regeln und Normen aufstellt oder Meisterschaften organisiert. Ein wenig Anarchie hat sich die Szene bis heute bewusst bewahrt, denn es geht den traditionell politisch links verorteten Skatern auch darum, eine bestimmte Weltsicht zu transportieren, die von Einigkeit, Gemeinschaft, Toleranz und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist. Dass an der Versorgungstation keine Preise aufgerufen wurden, sondern eine Spendendose bereit stand, war da nur ein kleines Mosaikteil eines Lebensgefühls, das Skater, Helfer und Besucher am Wochenende in ihrer reinsten Form zelebrierten.

Ein wenig Anarchie bis heute bewahrt

Natürlich wurde beim zehnten „Broken Boards“ aber auch geskatet – den Sieg nach insgesamt drei Wertungsdurchgängen holte sich Dennis Balobin aus Erfurt. Christian Heise nahm selbstverständlich auch teil. Dass er es am Ende nicht unter die Top Drei geschafft hat, dürfte er an diesem Tag aber schnell verschmerzt haben.

Von Philip Rißling

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