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Buga-Zahlen immer schlechter

Besucher bleiben weg Buga-Zahlen immer schlechter

Die Prognosen waren seriös, aber ambitioniert: 1,5 Millionen Menschen sollte die Bundesgartenschau in die Havelregion locken. Von 177 Tagen bleiben gerade noch 53, bislang wurden etwa 800.000 Gäste gezählt. Doch die Verantwortlichen bleiben irgendwie optimistisch.

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Schmuckstück der Buga: Die Brücke zwischen Weinberg und Optikpark in Rathenow

Quelle: Markus Kniebeler

Havelregion. Erneut nach unten korrigiert hat Dietlind Tiemann die Zahl der zur Bundesgartenschau erwarteten Gäste. „Wir können froh sein, wenn wir am Ende noch 1,2 Millionen Besucher haben werden.“ Prognostiziert worden waren 1,5 Millionen Besucher. Derzeit – 53 Tage vor dem Ende der Schau – sind es gerade 800.000. „Es waren seriöse Prognosen, allerdings hatte vor uns noch niemand Erfahrungen mit einer dezentralen Gartenschau. Deshalb wurde bewusst sehr vorsichtig geschätzt, von Wunschdenken kann keine Rede sein“, verteidigt die Vorsitzende des Buga-Zweckverbandes die hoch gesteckten Erwartungen.

Zudem habe es nicht vorhersehbare Einflüsse gegeben: Zwei Stürme, die zu Schließungen in Rathenow führten, die extreme Hitze der vergangenen Wochen, Streiks im Bahn- und Nahverkehr. Verbandsgeschäftsführer Erhard Skupch sekundiert: „Für manchen mag das heiße Sommerwetter toll gewesen sein, aber die Leute fahren dann lieber an einen See, als sich den Strapazen einer Buga-Besichtigung auszusetzen.“ Gerade die Hauptbesuchergruppe „50+“ bliebe lieber zu Hause, wenn das Thermometer auf 30 Grad und weit darüber steigt.

Hoffnung stirbt zuletzt

Gleichwohl findet Dietlind Tiemann ihren Optimismus schnell wieder. „Ich bin sehr froh darüber, dass die Menschen in der Region in diesem ganzen Prozess bis zur Bundesgartenschau nicht nur zu sich selbst gefunden, sondern auch einen berechtigten Stolz entwickelt haben. Das ist unabhängig davon, welche Zahlen wir am Ende erreichen. Und es sind die anderen Gründe schuld daran, dass wir da nicht hinkommen.“ Selbst die anfangs skeptischen Regierungschefs von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Dietmar Woidke und Reiner Haseloff, hätten nicht nur großen finanziellen Vorschuss gegeben, sondern jüngst auch ihre Anerkennung für das in den fünf beteiligten Kommunen Erreichte ausgesprochen.

Buga-Zählsystem

Buga-Sprecherin Amanda Hasenfusz verteidigt die beim Zweckverband erdachte Zählweise, nach der am Ende 1,5 Millionen „Besuche“ stehen sollen, das sei nicht identisch mit der Zahl der „Besucher“

Demnach sollen bis zum Ende am 11. Oktober 1,2 Millionen Eintrittskarten verkauft sein. Hinzu kommen theoretisch 30.000 Dauerkarten, die im Schnitt zehn Mal genutzt wird, so dass 300.000 Besuche gerechnet werden.

Allerdings sind höchsten 25.000 Dauerkarten abgesetzt worden, genaue Zahlen kommuniziert der Zweckverband nicht.

Gezählt wird über das hinter den Ticketscannern stehende Computerprogramm: Die Eintrittskarten können vom Besitzer innerhalb der Buga-Zeit insgesamt fünfmal genutzt werden – in jedem Standort an jeweils einem Tag. Der erste Besuch wird für die Besucherzählung erfasst.

Die Besuche der Buga-Dauerkartenbesitzer gehen an jedem Nutzungstag einmal in die Statistik ein.

Gleichwohl ist dieses Zählsystem irreführend: In der öffentlichen Wahrnehmung wird nicht zwischen Besuchen und Besuchern unterschieden, dort gilt die reine Personenzahl. aw

Die Verbandschefin hebt nur ein Beispiel heraus: „Die Brücke in Rathenow zwischen Weinberg und Optikpark ist zwar nicht die wichtigste, aber mit Sicherheit die schönste Investition.“ Dass die Städte belebt sind wie nie zuvor, sehe man auch an den vermeintlichen Kleinigkeiten: „In der Kirche Sankt Gotthardt werden jeden Tag 200 bis 250 Besucher gezählt, obwohl das Ensemble weder an einem Schaugelände noch an den Buga-Wegen liegt.“

Auch Skupch sieht keinen Grund zur Trauer, wenn nicht alle Gästezahlen erreicht werden. „Wir haben dazu beigetragen, dass sich in der Region Strukturen entwickelt haben, die man auch nach der Buga exzellent nutzen kann.“ Gleichwohl werde sein Team mit 60 Mitarbeitern gemeinsam mit der Stadt Rathenow, den Feuerwehren und vielen Freiwilligen alles tun, damit die Schau ein größtmöglicher Erfolg wird: „Wir haben bereits nach dem ersten Sturm einen sechsstelligen Betrag eingesetzt, um die Schäden zu beseitigen. Jetzt wird es mindestens genauso teuer, aber das Geld stellen wir gemeinsam mit den Partnern bereit.“

ALLES ZUR BUGA2015 IN DER HAVELREGION>>

Von André Wirsing

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