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Emotionaler Buga-Abschied in Havelberg

Organisatoren ziehen Fazit Emotionaler Buga-Abschied in Havelberg

Am Sonntag ging die Bundesgartenschau in der Havelregion nach 177 ereignisreichen Tagen zu Ende. Die Organisatoren hatten eigens zur Abschlussveranstaltung nach Havelberg geladen, wo das Fazit trotz Millionendefizits durchweg positiv ausfiel. Kollektiver Tenor: Die Region hat sich auf der touristischen Landkarte positioniert und wird auch künftig von der Buga profitieren.

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Ein letzter Blick auf die Gartenschau, hier das Gelände in Havelberg. Am letzten Tag der Buga schauten noch einmal viele Leute vorbei.

Quelle: Wirsing

Havelberg. Sie würden es immer wieder tun. Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski sprach stellvertretend für seine Kollegen aus allen Buga-Kommunen, als er am Sonntag berichtete, was er auf die meistgestellte Frage der vergangenen Tage antwortete: „Auch wenn ich vorher wüsste, dass es mit einem Defizit endet, würde ich mich wieder für dieses Großereignis entscheiden.“

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Am Sonntag ging die Bundesgartenschau in der Havelregion nach 177 Tagen zu Ende. Die Organisatoren hatten zur Abschlussveranstaltung nach Havelberg geladen, wo das Fazit trotz Millionendefizits durchweg positiv ausfiel. Kollektiver Tenor: Die Region hat sich auf der touristischen Landkarte positioniert und wird auch künftig von der Buga profitieren.

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Es seien vor und während der Gartenschau unzählige Initiativen in den Städten entstanden, Vereine übernahmen Patenschaften, Unternehmer geben Unterstützung. „Es ist uns gut gelungen, die Menschen in der Region mitzunehmen, sie haben sich vielfältig eingebracht. Und unser wichtigster Gast ist der eigene Einwohner“, resümierte Poloski am Abschlusstag in seiner Stadt.

„Wir lassen uns den Stolz nicht nehmen“

Das Ende der Buga sei gleichzeitig ein Anfang, sagte Zweckverbandsvorsteherin Dietlind Tiemann. Sie sei viel zu leidenschaftlich Betriebswirtin, als dass ihr einfallen würde, das wirtschaftliche Ergebnis mit dem Millionendefizit zu verniedlichen. Die Fachhochschule Eberswalde untersuche nun, warum viele potenzielle Gäste ausgeblieben sind. Außerdem habe sie den emeritierten Stadtentwicklungs- Professor Hanns Stephan Wüst von der Technischen Universität Kaiserslautern dafür gewinnen können, die nachhaltigen Effekte des Großereignisses auf die Region zu ermitteln, berichtete Tiemann. „Wir lassen uns den Stolz auf diese Buga nicht nehmen“, sagte sie abschließend.

Positive Effekte gäbe es längst, konstatierte der Chef der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft, (DBG) Jochen Sandner. „Wir sind vor Jahren gemeinsam angetreten mit dem Slogan ,Gartenschau verändert’.“ Tatsächlich habe sie alles verändert – die Region und vor allem die Menschen, ihr Gastgeberbewusstsein, ihren Stolz. Es habe für das dezentrale Konzept keine Blaupause gegeben, an alle Annahmen und Pläne hätten sich die Beteiligten herandiskutieren müssen.

Die Buga in Zahlen

Die Züchterinnen und gärtnerischen Leistungen werden zu Bundesgartenschauen immer auch bewertet und anerkannt.

1158 Goldmedaillen wurden 2015 vergeben.

866 Silbermedaillen kommen dazu.

429 Bronzemedaillen sind überreicht worden.

94 Leistungen wurden mit der Großen Goldmedaille ausgezeichnet.

62 züchterische Neuheiten wurden präsentiert.

59 Preisrichter absolvierten insgesamt 328 Einsätze zum Bewerten.

2867 Bewertungsbögen wurden ausgefüllt.

32 Blumenhallenschauen waren zu sehen, daneben 14 separate Freilandausstellungen.

Schwerpunkte waren in diesem Jahr Seerosen, Kakteen, Heide, Kulturpilze und Stauden.

Vier bis sechs Stunden durchschnittlich blieb nach Erhebungen der DBG ein Gast pro Besuchstag auf der Buga.

84 Prozent der Besucher kamen in Begleitung.

89 Prozent der Befragten erklärten, die Buga sei in Muss für jeden Blumen- und Pflanzenliebhaber.

53 Prozent der Gäste nutzten Mitmachaktionen und Workshops am I-Punkt Grün, 40 Prozent ließen sich zur Gartengestaltung und Pflanzenpflege beraten.

94 Prozent der Befragten waren auch im September noch mit dieser Buga sehr zufrieden und wollten sie weiterempfehlen.

60 Prozent der Umfrageteilnehmer kamen aus der Havelregion.

75 Prozent der Auswärtigen waren schon einmal hier.

54 Prozent von ihnen kam aus dem so genannten Zwei-Stunden-Radius.

Knapp 90 Prozent aller Befragten Gaben an, in den kommenden zwei, drei Jahren wiederkommen zu wollen.

3,5 Millionen Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume waren insgesamt zu sehen.

Täglich arbeiteten mehr als 50 Fachkräfte bei der Pflege der 53 Hektar Ausstellungsfläche.

An insgesamt 26 der 177 Buga-Tage herrschten Temperaturen von 30 Grad Celsius und darüber. Das halbiert erfahrungsgemäß die Besucherzahl an diesen Tagen.

Es gab 27 Regentage.

16666 Gäste kamen am besucherstärksten Tag, dem 25. Mai.

549 Besucher kamen am kalt-verregneten 7. Oktober.

Dafür könnten sich die vorliegenden Ergebnisse bereits sehen lassen: 90 Prozent aller von der DBG befragten Gäste hätten die Buga als gut bis sehr gut bewertet. Die Gäste aus den entfernteren Bundesländern sind im Durchschnitt 4,2 Nächte in der Region geblieben. Es gebe aber auch Lehren aus der ersten regional ausgerichteten Gartenschau zu ziehen: „Wir müssen uns auf die geänderten Seh-, Mobilitäts- und Servicegewohnheiten unserer Besucherschaft einstellen“, meinte Sandner.“ Die Buga sei noch lange nicht tot. Dafür spreche „das anhaltende Interesse der Kommunen und die Tatsache, dass wir Schauen bis zum Jahr 2023 vergeben haben und mit neuen bis 2031 planen.“

Eher ein weinendes Auge bei Woidke

Auch Landesvater Dietmar Woidke (SPD) zog ein positives Buga-Fazit: „In wenigen Jahren wird man noch positiver auf diese Buga schauen als heute“, sagte er zur MAZ. „Zum Abschluss habe ich eher ein weinendes Auge, weil diese Schau viel zu schnell vorbei war. Wir konnten den ungeschliffenen Diamanten Havelland ins Schaufenster stellen. Die Gäste waren begeistert von diesen wunderschönen Landschaften.“ Zur Abschlussveranstaltung kamen am Sonntag 2.500 Menschen nach Havelberg.

ALLES ZUR BUGA 2015 IN DER HAVELREGION>>

Von André Wirsing

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