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Brandenburg/Havel Wegen Hautfarbe als „Brauni“ beleidigt
Lokales Brandenburg/Havel Wegen Hautfarbe als „Brauni“ beleidigt
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17:46 15.02.2016
Die Polizei kam in die Altstadt und nahm das Geschehen auf. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Lassaad Chaibi (50) stammt aus Tunesien, lebt aber bereits seit 13 Jahren in Deutschland und hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Viele Brandenburger kennen ihn – als Tennislehrer, als früheren Betreiber des Havana Stores in der Hauptstraße oder als Dolmetscher.

Kleinere Sticheleien wegen seiner Hautfarbe hat der Brandenburger in der Vergangenheit weggesteckt. Doch was ihm am vergangenen Samstagnachmittag widerfuhr, ging dem Familienvater dann doch zu weit.

Lassaad Chaibi war gegen 14.30 Uhr auf dem Weg in seine Wohnung in der Altstadt. Vor der Tür sprachen ihn Männer an, die dort gerade für seine Nachbarin einen Umzug bewerkstelligten. Ein 60 Jahre alter Umzugshelfer sagte laut Polizei: „Na Brauni, wo kommst du denn her?“

Kleine Sticheleien stets weggesteckt

Zunächst ging der so Angesprochene in seine Wohnung. Weil er sich über die Anrede jedoch ärgerte, kehrte er zurück und stellte den Mann zur Rede. „Hätte er sich entschuldigt, wäre die Sache für mich erledigt gewesen“, sagt Chaibi. Doch der Mann sagte nichts, stattdessen mischte sich nun ein weiterer Umzugshelfer ein, 61 Jahre alt. Der wütende Helfer schimpfte lautstark los: „Gehen Sie zurück, wo sie hergekommen sind! Wir haben die Schnauze voll!“

Doch nun hatte Lassaad Chaibi die Nase voll. Er kündigte an, Anzeige zu erstatten, was sein Gegenüber mit den Worten konterte: „Machen Sie doch!“ Tatsächlich informierte der Beleidigte die Polizei, die an Ort und Stelle kam und die betreffenden Umzugshelfer auch antraf. Der Mann, der Brauni sagte, soll einen Alkoholwert von 0,83 Promille gehabt haben.

Die Kripo ermittelt nun wegen Beleidigung, teilt Polizeisprecher Oliver Bergholz mit. Ob auch der Straftatbestand der Volksverhetzung in Frage kommt, prüft gegebenenfalls die Staatsanwaltschaft.

Kripo hat Ermittlungen aufgenommen

„Ich fühle mich in Brandenburg sehr wohl und kenne hier viele Leute“, versichert Lassaad Chaibi. Dass nicht etwa Rechtsextremisten, sondern eigentlich ganz normalen Menschen so etwas sagen, das stimme ihn sehr traurig und er hätte sich einfach nur eine Entschuldigung gewünscht. „Dann wäre die Sache erledigt gewesen“, sagt der Mann, der als Reiseleiter für Alltours nach Deutschland kam und vereidigter Dolmetscher ist für Arabisch, Italienisch und Französisch.

Der bekannte Tennislehrer, der nach seiner Zeit als Spirituosenhändler für den Internationalen Bund tätig war, wird ab 1. März für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in einem Brandenburger Flüchtlingsheim arbeiten.

Von Jürgen Lauterbach

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